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Sie hören mal rein: Museumsdirektorin Dr. Heike Düselder mit Fedor Zimmermann (li.) und Sven Pangert als Vertreter der Sponsoren: Die Stiftung Niedersächsischer Volksbanken und Raiffeisenbanken ermöglichte einen Hintergrundfilm zur Ebstorfer Weltkarte. Foto: t&w
Sie hören mal rein: Museumsdirektorin Dr. Heike Düselder mit Fedor Zimmermann (li.) und Sven Pangert als Vertreter der Sponsoren: Die Stiftung Niedersächsischer Volksbanken und Raiffeisenbanken ermöglichte einen Hintergrundfilm zur Ebstorfer Weltkarte. Foto: t&w

Medienstationen im Museum Lüneburg sollen aufs Exponat hinführen

oc Lüneburg. Der Deibel steckt ja oft im Detail. In diesem Fall im „e“ bzw. im „eh“. Denn die Sprecherin sagt „Ehbstorf“ und nicht kurz „Ebstorf“, wenn sie ihren Text zur legendären Karte einspricht, die zeigt, wie Menschen aus dem Mittelalter ihre Welt sahen. Das sind so die unerwarteten Tücken, mit denen ein junges Museum wie das Lüneburger seine Last hat. Da wird also nachgebessert, zugleich soll der Text „portioniert“ werden, sprich: Die elf Minuten sollen einzeln ansteuerbare Kapitel erhalten. Ein Museum ist eben nie fertig, aber die Medienstation liefert auch im aktuellen Zustand eine Menge Hintergrund zum Verstehen der berühmten Karte, wovon sich Sponsoren und Museumsmacher jetzt überzeugten.

Ohne Medienstationen ist ein Museum heute nicht denkbar. „Es geht dabei aber auch um das richtige Maß, es soll nicht überall blinken, nicht alles vollgestellt sein“, sagt Museumsdirektorin Dr. Heike Düselder. „Sie sollen aufs Exponat hinführen“, ergänzt Kurator Dr. Ulf Tschirner, Touchoberflächen seien schon nicht mehr der Stand der Dinge, so etwas habe man den ganzen Tag auf dem Smartphone.

Medienstationen sind aber auch teuer und anfällig. Im knappen Etat für die Einrichtung des Museums sei dafür kein Geld gewesen, sagt die Direktorin. Dass es nun zurzeit 13 Medienstationen gibt — vom Film bis zum Landschaftsspiel — sei nur durch Drittmittel möglich. Die Bingo-Umweltstiftung und die Stiftung des Museumsvereins gaben Geld und für die Ebstorfer Weltkarte die Stiftung Niedersächsischer Volksbanken und Raiffeisenbanken. Mit 10000 Euro sponserte sie die filmische Aufbereitung.

Die Ebstorfer Weltkarte zählt zu den attraktivsten Exponaten des Museums. Sie gilt mit ihren 30 zusammengenähten Schafshäuten (auf einem Durchmesser von mehr als 3,50 Meter) als größte und detailreichste Karte des Mittelalters, sie sammelte das Wissen der Welt aus der Zeit um 1300. Aber sie ist kein Original, das verbrannte 1943 in Hannover. Der Lüneburger Museumsverein veranlasste mit Hilfe von Fotografien Reproduktionen, die dem Original recht nahe kamen. Eine Reproduktion hängt in Ebstorf, dem mutmaßlichen Entstehungsort, eine in Lüneburg, eine auf der Plessenburg bei Kulmbach, eine ist in Griechenland verschollen. Auch die Geschichte der Karte, ähnlich spannend wie ihr Inhalt, wird im Infofilm erzählt.

Zu den wichtigen Medien, die dem Museum Zulauf bringen sollen, zählt ein Multimediaguide. Der Guide ist im Aufbau, bisher verweist er in jedem der sieben Kapitel des Museums auf ein Exponat. „Zwanzig Beiträge werden derzeit erstellt“, sagt Dr. Tschirner. Mit Jugendlichen soll nach den Sommerferien auch ein zielgruppengerechter Rundgang konzipiert werden. Ein weiterer soll in einfacher Sprache entstehen.

One comment

  1. Eine ganz simple Methode, Menschen ein wenig mehr an das Museum heranzuführen, wäre die, das nette kleine Café besser zu bewerben. Von der Altenbrückertorstraße aus – hier geht täglich wohl eine vierstellige Zahl Leute vorbei – könnte man es ausschildern und so besonders an schönen Tagen Besucher an die Ilmenau und ins Museum locken. Vielleicht kann man mit den so aufgebrachten Mitteln den roten Faden spannen, den der Besucher, der Lüneburgs Geschichte noch nicht kennt, aber sie im Museum chronologisch zu verfolgen hofft, im Moment noch vergeblich als Orientierung sucht.