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Daniela und Peter aus Utrecht machen Urlaub in der Region. Das Festival lockte sie ins Lüneburger Land. Foto: oc
Daniela und Peter aus Utrecht machen Urlaub in der Region. Das Festival lockte sie ins Lüneburger Land. Foto: oc

„A Summer’s Tale“ in Luhmühlen: Zuerst kommen immer die Camper

„A Summer‘s Tale“ feierte am gestrigen Mittwoch seine Premiere. Ein Festival dieser Art hat es in Deutschland noch nicht gegeben, und es soll sich in Luhmühlen auf Dauer etablieren. Die Ausgabe 2015 ist das Pilotprojekt, es bietet bis Sonnabend neben Musik auch Literatur, Theater, Filme, Kunst, dazu Tanzworkshops, Yoga, einen Bierbraukurs, Vorträge, ein Kinderprogramm, Kulinarisches mit starkem regionalen Anstrich und vieles mehr. „A Summer‘s Tale“ (siehe auch unten) versteht sich als Angebot eines aktiven Kurzurlaubs – für Menschen mit und ohne Familie. Für Menschen, die Lust an der Atmosphäre eines Festivals haben, das ein Plus an Komfort und Angebot bietet – inklusive Unterbringung und eines Shuttleservices von und nach Lüneburg. Alles findet sich auf der Homepage.

oc Luhmühlen.Daniela und Peter aus Utrecht waren so ziemlich die ersten auf dem Campinggelände. „Ja, die Holländer mit ihren Wohnwagen“, lachen sie, „aber dieser ist geliehen.“ Mit ihren Kindern Mara und Noa sind sie unterwegs, um „A Summers Tale“ mitzuerleben. „Wir wollten ein Festival außerhalb der Niederlande besuchen“, sagen die TV-Journalisten, über Facebook kamen sie auf Luhmühlen, sitzen vor dem Wohnwagen, freuen sich und lesen Bücher von John Green und Griet op de Beeck. „Peter will ein Brauerkurs mitmachen“, sagt Daniela, sie freut sich heute auf Nneka, die in ihrer Musik afrikanische Roots und HipHop verbindet.

Da staunt das Pferd: Eine so große Bühne gab es noch nicht im Reiterstandort Luhmühlen. Urlaub in der Region machen Daniela und Peter aus Utrecht, das Festival lockte sie. Foto: oc
Da staunt das Pferd: Eine so große Bühne gab es noch nicht im Reiterstandort Luhmühlen. Foto: oc

Aus Wittmund, Köln, Bad Segeberg rollen Wohnwagen und Wohnmobile an, ein Shuttle-Bus bringt junge Mitarbeiter an. Bühnen und Zelte stehen, Technik wird installiert. Der Regen am Abend nervt, zieht aber ab. Gestern guckt auch Landrat Manfred Nahrstedt nach dem Rechten, freut sich über die Professionalität beim Aufbau, dass zum Beispiel der Rasen abgedeckt wird, bevor die Trucks darüberollen. Er werde sich Tickets fürs Wochenende kaufen, beschließt Nahrstedt.

Drei bis fünf Jahre brauche es, ein neues Festival zu etablieren, sagt Folkert Koopmans, Chef des Veranstalters FKP Scorpio. Sein Unternehmen veranstaltet 1000 Clubkonzerte im Jahr, jede Menge Tourneen und 15 Festivals in Europa, etwa das Hurricane in Scheeßel. Mit „A Summers Tale“ betritt Scorpio Neuland. Der Aufwand ist gewaltig, kalkuliert wird im ersten Luhmühlen-Jahr gerade mal mit 5000 Besuchern. Rechnen muss sich das Festival in den Jahren darauf. Auf fünf Jahre habe man sich den Standort gesichert.

Das „Himmel und Heide“-Gelände in Luhmühlen bietet eine Menge Infrastruktur und ist geräumig. Es misst im Kern gut fünf Hektar, dazu kommen fast zehn Hektar fürs Campen und Parken. 4,4 Kilometer Bauzaun wurden zu den bestehenden Absperrungen gezogen. Noch ein paar Zahlen zur Hygiene: 105 Wasser-, 50 Kompost-, 23 Mobiltoiletten, außerdem 45 Duschen.

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