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Mathias Meyer, Vorstandssprecher des Vereins Kulturforum, öffnet die Türen zu den renovierten Galerie-Räumen im Haupthaus. Foto: t&w
Mathias Meyer, Vorstandssprecher des Vereins Kulturforum, öffnet die Türen zu den renovierten Galerie-Räumen im Haupthaus. Foto: t&w

Kulturforum Gut Wienebüttel — Viele Pflichten, viele Ideen

ff Lüneburg. Wenn Mathias Meyer über das Gelände des Kulturforums Gut Wienebüttel geht, zwischen Konzertscheune und der alten Villa hindurch über eine von mächtigen Eichen und Buchen beschatteten Wiese, dann freut er sich über die Schönheit des Anwesens. Vor allem aber fallen ihm viele Dinge ein, die zu tun sind: Äste, die an das Gemäuer heranwuchern, müssen zurückgeschnitten werden, die Dachrinnen brauchen Schutzgitter, der Keller muss bald ist Sperrmüll ausgeräumt werden, die Wege brauchen Pflege. Im Haupthaus ist schon einiges passiert. Mathias Meyer, Erster Vorsitzender des Vereins Kulturforum Lüneburg, signalisiert Aufbruchstimmung.

Ideen gibt es genug, Platz auch, für eine Open Air-Bühne, für Festivals im Sommer beispielsweise. Zunächst aber will der Vorstand, neben Meyer gehören ihm Dirk Dechring (technische Leitung) und Gebhardt Dietsch (Programmgestaltung) an, die vorhandenen Ressourcen neu aktivieren. Das malerische Haupthaus diente seit der Gründung des Kulturforums als Brettlbühne und Galerie. Ausstellungen waren eine Herzensangelegenheit von Nema Heiburg. Als sie das Kulturforum verließ, wurde der Galeriebetrieb zurückgeschraubt, die Konzertscheune ging vor. Inzwischen sind die Ausstellungsräume mit zusammen mehr als 200 Quadratmetern Fläche frisch renoviert.

„Wir sind ein offenes Kulturzentrum“, sagt Mathias Meyer, der hauptberuflich in Hamburg eine Reihe von Kulturprojekten initiiert und betreut. Soll heißen: Initiativen aller Art könnten Platz finden, Amateur-Theatergruppen beispielsweise, die hier proben. Und darstellende Künstler natürlich.

Auf der anderen Seite soll sich das „Kufo“ nicht zum beliebigen Gemischtwarenladen wandeln. Es gehört der Stadt Lüneburg und wird von dem Verein als Mieter betrieben ohne Miete, dafür mit der Verpflichtung, den Laden so gut es geht in Schuss zu halten. Angestrebt wird ein markantes Profil, wie es schon lange beim Konzertscheunen-Programm mit seinen Schwerpunkten Jazz/Weltmusik und Kabarett der Fall ist. Ab 2016 leistet sich der Verein eine kunstversierte Angestellte, die sich um die Galerie kümmert. Ansonsten wird der Betrieb auf dem gut zwei Hektar großen Areal durch Ehrenamtliche und Honorarkräfte in Gang gehalten. Geld ist im Alltag immer knapp, repariert wird, wenn welches da ist und/oder sich jemand findet, der das zum Freundschaftspreis erledigt. Feuchtigkeit ist ein Dauerthema in dem aus der Gründerzeit stammenden Haupthaus, keinen Aufschub duldet die Scheune, in die sich der Holzbock eingenistet hat. Da wird 2016 der Spielbetrieb einen Monat ruhen müssen.

Mathias Meyer denkt, Stichwort Profil, außerdem an die Etablierung eines Labels, das für die eigenen Veranstaltungen steht und sie von den Angebotern einer möglichst bunten, freien Szene unterscheidet, die sich auf der Brettlbühne ausprobieren könnte. „Aussagen sind wichtig“ so Mathias Meyer, „Gewinnstreben ist schließlich nicht alles.“ Ohne geht es allerdings auch nicht.

Die nächsten Ausstellungen: Vom 5. bis 13. September zeigen Barbara Gollan-Jauernig, Elke Herzog, Carla Leutert, Claudia Moeller und Kerstin Voß eine Revue von Malerei und Collagen. Am 25. September öffnet eine Präsentation von Figuren und Puppenkunst