Aktuell
Home | Kultur Lokal | Erinnerung an die Pequod
Szene aus dem Video hand catching clay. Foto: nh
Szene aus dem Video hand catching clay. Foto: nh

Erinnerung an die Pequod

lz Lauenburg. Anna Lena Grau, aktuelle Stipendiatin im Lauenburger Künstlerhaus, öffnet am Donnerstag, 20. August, ihre Ausstellung „Pequod“. Der Titel bezieht sich auf ein berühmtes Schiff in der Literatur, auf den Walfänger in Melvilles „Moby Dick“. In der Ausstellung „Pequod“ jagt die Bildhauerin Grau den Wal. Doch so wie das Schiff vor sich die Wogen spaltet, schließen sich auch hinter ihm stetig die Wasser.

Einen weißen Wal fängt sie nicht, und ist auch nicht von Hass getrieben wie der alte Kapitän Ahab, existenziell geht es bei ihr dennoch zu. Was ihr ins Netz geht wird isoliert und seziert. Sie kriecht unter die Haut der Dinge, versucht das Flüchtige sichtbar zu machen. Zu sehen sein werden in Lauenburg die Skulptur eines ins Überdimensionale vergrößerten menschlichen Wirbels und ein Reenactment des Filmes „hand catching lead“ von Richard Serra. Statt Bleiabschnitten versucht die Hand der Künstlerin in dem Video „hand catching clay“ weiche Tonscheiben zu fangen. Oft greift die Hand daneben, manchmal dagegen erwischt sie ein Stück, und etwas Ton bleibt an ihr haften.

Anna Lena Grau, 1980 in Hamburg geboren, lebt und arbeitet in Hamburg. Sie studierte an der Hochschule für bildende Künste Hamburg bei Pia Stadtbäumer und Hanne Loreck. Von 2008 bis 2011 war sie Teil der Künstlergruppe „Von dritten Räumen“. 2014 wurde sie mit dem Hamburger Arbeitsstipendium ausgezeichnet. Ausstellungen hatte Grau unter anderem im Kunstverein Hamburg, der Kunsthalle Kiel, in Köln und Brüssel, im Kunsthaus Essen, in der Kulturstiftung Schloss Agathenburg und im Kunstverein Harburger Bahnhof, Hamburg.

Die Vernissage in der Elbstraße 54 beginnt um 19.30 Uhr. Die Ausstellung ist vom 22. August bis 6. September (mo.-mi. 10 bis 14 Uhr, do. 14 bis 18 Uhr sowie sbd./so. 14 bis 17 Uhr) geöffnet. Begleitend zur Eröffnung liest die Literatur-Stipendiatin Dagrun Hintze den zur Ausstellung entstandenen Text „Manöver des letzten Augenblicks“.