Aktuell
Home | Kultur Lokal | Erinnerung an goldene Brücken
Die Adendorfer Pianistin Katharina Hinz (Foto) gestaltet mit der Sopranistin Hanna Zumsande einen Liederabend im Marstall. Foto: nh
Die Adendorfer Pianistin Katharina Hinz (Foto) gestaltet mit der Sopranistin Hanna Zumsande einen Liederabend im Marstall. Foto: nh

Erinnerung an goldene Brücken

lz Winsen/Luhe. Als Teenager war Johannes Brahms eher schmächtig und auch ein wenig kränklich. Drei Sommerferien hat der Hamburger in Winsen verbracht, hier sollte er sich stärken, hier hat er auch schon komponiert. Die Reisen kamen über seinen Vater zustande, der den Winsener Papierfabrikanten Adolf Heinrich Giesemann kennengelernt hatte. Dieser lud den 15-jährigen Johannes zu sich nach Winsen ein. Neben der guten Luft fand dieser dort übrigens auch Gefallen an Giesemanns Tochter. Der Brahms-Freundeskreis Winsen erinnert seit 2011 im Zwei-Jahre-Rhythmus an die Verbindung des Komponisten zu der Stadt. Das Programm der dritten Brahmswoche.

Sonnabend, 22. August: „Winsen klingt“, verschiedene Gruppen und Solisten treten in der Innenstadt auf, 11 bis 13 Uhr. Stadtführung auf den Spuren von Brahms mit Martin Teske, der auch eine Reihe von Vorträgen im Rahmen der Konzertwoche halten wird. Start ist am Marstall, 16 Uhr; und: „Vorsicht, Spinnegesang!“, die „Spinnesänger“ aus dem Harz, ein fünfköpfiges Vokalensemble, zeigen die kabarettistische Seite der Lieder von Brahms. 20 Uhr, Gemeindezentrum St. Marien, 18 Euro.

Sonntag, 23. August: Sechs Bratschen als Solisten. Sechs Streicher aus dem Noord Nederlands Orkest (Groningen) lassen die Brahms-Freunde jedes Mal einen der Ungarischen Tänze arrangieren. Sie kommen bereits zum dritten Mal nach Winsen. 20 Uhr, Katholische Kirche „Guter Hirt“. Außerdem: Gottesdienst mit Orgelwerken von Brahms, gespielt von Reinhard Gräler, 10 Uhr, St.-Marien-Kirche

Montag, 24. August: Eröffnung der Brahms-Ausstellung im Marstall, 11 Uhr. „Wie Melodien zieht es mir leise durch den Sinn“, Liederabend mit Hanna Zumsande (Sopran) und Katharina Hinz (Klavier). Auf dem Programm stehen nicht nur Lieder von Brahms, sondern auch von seinem Schüler Alexander Zemlinksy und dessen Schüler Arnold Schönberg. Inhaltlich erinnern die Lieder an Dichter jener Zeit, die „ohne Brahms wohl in Vergessenheit geraden wären“, so Martin Teske; 20 Uhr, Marstall.

Dienstag, 25. August: Vortrag „Brahms und andere Große aus Winsen“, 11 Uhr, Marstall. Liederabend mit den drei Tenören Dantes Diwiak, Aram Mikaelyan und Keunhyung Lee, begleitet von Reinhard Gräler (Klavier). 20 Uhr, Marstall.

Mittwoch, 26. August: Vortrag „Brahms und die Liebe“, Martin Teske geht der Frage nach, warum Brahms Junggeselle war und welche Frauen ihn begleiteten. 11 Uhr, Marstall. Filmnacht mit „Lieben Sie Brahms“ und „Geliebte Clara“, 20 Uhr, Marstall.

Donnerstag, 27. August: Vortrag „Ein Thaler und duhn“ über Brahms Jugendstreiche, 11 Uhr, Marstall. Abends erinnert der Flötenkreis Pattensen an „Prater-Klänge“: Das Ensemble spiegelt wider, wie sich im Wiener Vergnügungspark die Klänge der dort spielenden Musiker vermischten hier die traditionellen klassischen Werke von Renaissance, Barock und Rokoko, dort volkstümliche Weisen aus Osteuropa. 20 Uhr, Marstall.

Freitag, 28. August: Vortrag über Brahms Zeitgenossen Franz Evers, Marstall, 11 Uhr. Die Singgemeinschaft Elbdeich präsentiert Brahms schönste Chorwerke, 20 Uhr, Marstall.

Sonnabend, 29. August: Stadtführung, 11 Uhr, ab Marstall. Abschlusskonzert mit der Norddeutschen Philharmonie unter der Leitung von Reinhard Gräler, auf dem Programm die Sinfonie Nr. 2 von Brahms. 19 Uhr, Marienkirche.