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Gruppenbild in der Mittagspause, erste Reihe von links: Friedrich von Mansberg und Hajo Fouquet (Theater), Karin Kuntze (BIB), Michael Zeinert und Friedrich Lüllau (Rotary Club) sowie Ulrich  Petersen (Musikschule). Foto: ff
Gruppenbild in der Mittagspause, erste Reihe von links: Friedrich von Mansberg und Hajo Fouquet (Theater), Karin Kuntze (BIB), Michael Zeinert und Friedrich Lüllau (Rotary Club) sowie Ulrich Petersen (Musikschule). Foto: ff

Die Beats der Heimat – Sommercamp mit Flüchtlingen

ff Lüneburg. Sie kommen als Flüchtlinge und Emigranten, aus Syrien, Irak und Afghanistan, und sind erst einmal irgendwo in Stadt und Landkreis Lüneburg untergebracht: Kinder und Jugendliche, die vermutlich vieles gemeinsam haben. Dazu gehört ganz sicher die Sehnsucht, unter normalen Bedingungen am öffentlichen Leben teilzunehmen. „Rhythm and Friends“ heißt ein Sommercamp, in dem zwei Dutzend Teenager, darunter ein Drittel Deutsche, sich mit Musik und Tanz beschäftigen, mit Percussion und Kostümen. Was immer dabei herauskommt, es wird beim Theaterfest am Sonntag, 6. September, vorgestellt.

Das Eine-Woche-Projekt hat seinen Dreh- und Angelpunkt im Bildungs- und Integrationsbüro (BIB) des Landkreises, Sozialarbeiter warben um die Teilnehmer. Theater und Musikschule sitzen mit im Boot, der Rotary Club fördert die Workshops mit 5000 Euro, auch Campus Management hilft. Beats und elektronische Musik spielen eine Rolle. „Ich vermute, in den Discos der Herkunftsländer erklingt ähnliche Musik“, so Chefdramaturg Friedrich von Mansberg „und nein, es geht nicht darum, die Geschichte der Flucht aufzuarbeiten“, so Karin Kuntze vom BIB. Ein Masken- und Kostüme-Workshop richtet sich speziell an die Mädchen, da muss dann doch ein wenig Rücksicht auf die pädagogischen Vorstellungen in der Heimat genommen werden.

Als Versuchsballon wird das Pilot-Projekt zurzeit gehandelt. Fest steht: Im nächsten Jahr wird es ein zweites geben; die Rotarier, die im Jahr rund 30000 Euro für Kinder- und Jugendarbeit bereitstellen, wollen es wieder fördern, und auch im Theater wird Geld gesammelt, und zwar überall da, wo das Angebot kostenlos ist, bei den Theatercafés beispielsweise.