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Heinz Ratz kommt mit einem Weltmusik-Programm zur e-ventschau. Foto: nh
Heinz Ratz kommt mit einem Weltmusik-Programm zur e-ventschau. Foto: nh

Erinnerungen für die Zukunft

oc Lüneburg. Sie machen in diesem Jahr etwas weniger und haben die Voraussetzung geschaffen, künftig mehr zu machen. Das „e-ventschau“ läuft in diesem Jahr nur an einem Tag und nicht wie bisher an zweien. Zugleich aber gründete sich ein gemeinnütziger Verein, der dem Ziel des Festivals künftig mehr Möglichkeiten schaffen will, immer mit dem Ziel: Opfern der Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima helfen. Das dritte Benefiz-Open-Air steigt am 5. September.

Der Ort hat sich bewährt. Der Hof am Rand von Ventschau bietet viel Platz für eine Bühne, für Stände, auch für Vorträge und Ausstellungen. Die Probleme mit der Elektrik wie im Vorjahr seien behoben, sagt Steffen Thiele. Geschenkt bekommen hat der Verein eine zweite Bühne, die aber kommt in diesem Jahr noch nicht zum Einsatz. Über den Verein hoffen Thiele und der Vorsitzende Stefan Baumgart, mehr Mitstreiter zu gewinnen. „Außerdem können wir jetzt Spendenquittungen ausstellen.“

Das Benefiz am 5. September findet wieder bei freiem Eintritt statt, Spenden aber werden erwartet. Eine lange Liste von Sponsoren hat sich hinter das e-ventschau gestellt. Der Erlös geht an zwei Projekte. Zum einen an den Verein Heim-statt-Tschernobyl. Er hilft nach wie vor, Menschen aus dem für Jahrhunderte verstrahlten Gebiet umzusiedeln. Der Verein erhielt den Marion-Dönhoff-Förderpreis, er hat mittlerweile zwei Dörfer errichtet, die ihren Strom aus Sonne und Wind beziehen. Ebenfalls bedacht wird eine Kinderklinik in Fukushima, dort leistet ein pensionierter Chefarzt Nothilfe für Strahlungsopfer, die vom Staat im Stich gelassen wurden.

Das Bühneprogramm des e-ventschaus beginnt um 14 Uhr mit der Schülerband Dreimalich. Es folgen Rest in Risiko (Straßenmusik, Anarcho-Folk und Minimal-Punk) sowie der Maler Jan Balyon und die Tänzerin Yarica von der Osten, die bereits im Kurpark eine Painting-Performance gezeigt haben. Weiter geht es mit dem Alternative-Pop von Karolina Kingdom und dem Duo Simon & Jan, das Harmoniegesang mit bitterbösen Texten kombiniert. Zum Schluss kommt Heinz Ratz mit Strom & Wasser feat. The Refugees (Rock/Weltmusik). Heinz Ratz zählt zu den engagiertesten Musikern in Fragen von Umweltschutz und Menschenrechten. Er besuchte rund 80 Flüchtlingslager, lernte viele Musiker kennen, von denen einige nun zu seiner Formation gehören.

Anschließend gibt es eine Aftershowparty mit DJs Stefan und Martin, die auch im Salon Hansen aktiv sind. Begleitend gibt es Vorträge zum Thema Atommüll und Endlagerung von Bernd Redecker, Karsten Hinrichsen und Silke Westphal, den Film „Die Reise zum sichersten Ort der Welt“ von Edgar Hagen mit Vortrag und Diskussion, die Ausstellung „Widerstand bleibt! Erinnerungen für die Zukunft“ von Siegmund Schmaggel, das Puppentheater „Mapilis Traum“ mit Manuel Virnich und Infostände. 2016, soweit geht der Blick, soll es dann wieder ein zweitägiges Festival geben.