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Theater-Geschäftsführer Volker Degen-Feldmann hatte in den Theaterferien reichlich zu tun  jetzt ist das Haus fit für die Spielzeit. Foto: t&w
Theater-Geschäftsführer Volker Degen-Feldmann hatte in den Theaterferien reichlich zu tun jetzt ist das Haus fit für die Spielzeit. Foto: t&w

Das Theater sieht jetzt rot

oc Lüneburg. Der Haupteingang ist noch verhängt, verhüllt wie bei Christo. Es kommt noch frische Farbe an Wand und Decke. Sie wird getrocknet sein bis zum kommenden Sonntag, wenn das Theaterfest steigt. Bis dahin sind auch die letzten Sitzflächen der neuen roten Sessel montiert, und der neue rote Teppich im Foyer wird seinen ersten Test in Sachen Strapazierfähigkeit absolvieren. Jetzt aber packt Volker Degen-Feldmann einen dicken Ordner auf den Tisch in der Kantine des Theaters. Der Geschäftsführer des Theaters zieht freundlicherweise eine Kompaktfassung aus dem Ordner, sie listet auf, was in den vergangenen zwei Jahren dank sogenannter EFRE-Mittel möglich war: eine umfassende Sanierung, die überfällig war, vieles lag noch auf dem technischen Niveau der 60er-Jahre. Knapp drei Millionen Euro wurden verbaut.

Die Strukturfördermittel der EU, die bis zu 75 Prozent der Maßnahme tragen, sind zweckgebunden. Sie können nicht das sich aufbauende Defizit des Theaterbetriebs auffangen. Auch auf erforderlich werdende Brandschutzmaßnahmen würden die Richtlinien nicht wirklich passen, sagt Degen-Feldmann. Außerdem sei das Thema Brandschutz in seinem Umfang erst zu einem Zeitpunkt sichtbar geworden, als die Sanierungsmaßnahmen des Gebäudes längst liefen. Bis 31. Oktober schon muss alles abgerechnet sein. „Wir hatten sportliche Vorgaben, liegen aber gut im Rennen“, sagt Degen-Feldmann. Er betont die „sehr kooperative“ Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur — und mit der zuständigen NBank.

Sportlich war es auch, in der Zeit der Theaterferien die neue, künftig in fünf Sektoren regelbare Lüftung für den Theatersaal einzubauen, samt Kühlaggregat, Geräten für Zu- und Abluft, einer Wärmerückgewinnung, einer zentralen Regelungstechnik, dazu neuer, etwas strafferer Stühle (mit zwei Zentimetern mehr Beinfreiheit). Es wird geschafft und soll unterm Strich nicht nur für ein besseres Klima im Saal sorgen, sondern auch für eine Stromersparnis. Ausgezahlt haben sich, wie erhofft, bereits die Sanierungsarbeiten des Vorjahrs. 2014 wurden in den Theaterferien unter anderem 1200 Quadratmeter Fassadenfläche und 1300 Quadratmeter Flachdächer gedämmt, 75 Fenster erneuert und mehr. Um 20 Prozent, so hat es Degen-Feldmann errechnet, sank der Energieverbrauch.

Was dem Publikum auch auffallen wird, ist das hellere, dimmbare Licht im Foyer, dafür sorgen 125 LED-Leuchten. Vieles andere aber spielt sich hinter den Kulissen ab. Dort wird in den kommenden Tagen noch einiges zu tun sein, vor allem im Bereich der Inspizientenanlage. „Wir sind aber spielfertig“, betont Degen-Feldmann, der in den Theaterferien gut zu tun hatte, beim Kantinenkaffee. Unten, im Großen Haus, laufen gerade Beleuchtungsproben für „Fidelio“, der ersten großen Premiere am 19. September. Beim Theaterfest am Sonntag wird Degen-Feldmann per Aushang über die Sanierung informieren, er steht zum Gespräch bereit.

Das Brandschutzkonzept wird in den kommenden Wochen abgesegnet werden. Vorarbeiten sind aber schon geleistet, einiges wird in den kommenden Wochen erledigt. Das Gros ist dann in der Spielzeitpause 2016 fällig. Für die Finanzierung der möglicherweise um die 750000 Euro teuren Maßnahme hat Degen-Feldmann mehrere Modelle erstellt. Sie werden Thema beim Aufsichtsrat der Theater GmbH.

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One comment

  1. es ist doch immer wieder schön zu beobachten, wie der mittelstand seine paläste durchwinkt. subventionierte eintrittskarten gehören natürlich auch dazu, sonst könnte der verarmte mittelstand ja hautnah keine märchen mehr erfahren.