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Aus Lüneburg stammende und als Flüchtlinge hergezogene Jugendliche eröffnen das Theaterfest. Foto: t&w
Aus Lüneburg stammende und als Flüchtlinge hergezogene Jugendliche eröffnen das Theaterfest. Foto: t&w

Ein volles Haus zum Start

oc Lüneburg. Besser kann ja eine Theatersaison nicht beginnen. Von den neuen roten Stühlen im Großen Haus war nichts zu sehen, alle waren am Sonntag um 11 Uhr zum Start des Theaterfestes besetzt. Und die neue Klima-Anlage konnte auch gleich unter Härtebedinungen getestet werden, denn wo immer Platz war, standen weitere Besucher, um „Rhythm & Friends“ zu erleben und dann den „Karneval der Tiere“ — geleitet vom neuen Kapellmeister Robin Davis und mit Chefdramaturg Friedrich von Mansberg als Sprecher.

Das war schon berührend: In einem Workshop hatten Jugendliche aus aller Welt, darunter viele aus Flüchtlingsfamilien, bei einem Tanz-Rhythmus-Projekt Gemeinschaft gesucht, gefunden und in künstlerischen Ausdruck übertragen. Helen Hannak, Nina-Marie Niedermaier (Tanz) und Daniel Orthey (Musik) leiteten das Projekt, an dem sich die Musikschule und das Bildungs- und Integrationsbüro des Landkreises beteiligten und das der Rotary Club Lüneburg unterstützte.

Intendant Hajo Fouquet begrüßte anschließend zum Theaterfest und steckte wenig später im intensiven Gespräch mit Oberbürgermeister Ulrich Mädge. Da ging es um die Zukunft, für die das Theater und seine Träger dringend Wege finden müssen, um das Angebot des Theaters in seinem Umfang und seiner Qualität zu sichern. Der Ernst der Lage blieb an diesem Tag aber Sache von Hintergrundgesprächen. Offene Proben, Trailershows, Führungen, Requisitenflohmarkt, die Vorstellung neuer Ensemblemitglieder und vieles mehr lockten. Pausenlos gab es Aktionen, und zum Glück hatte sich der Regen in der Nacht zuvor weitgehend verausgabt. Weiter ging es mit den Patenschaften für die neuen Theatersessel, und mit an Bord waren bewährte Partnerschaften. Am Theater- und Lernfest beteiligten sich — wie in den Vorjahren — die Volksbühne und der Freundeskreis des Theaters, dazu die Volkshochschule, die Lüneburger Museen, die Niederdeutsche Bühne Sülfmeister, die Kunstschule Ikarus, die Feuerwehr und die Alzheimer-Gesellschaft.

Besser als am Sonntag kann ein Theaterfest auch nicht enden, nämlich mit einem erneut vollen Haus: Die Theatergala als Vorschau auf alles, was da kommt in den nächsten Monaten, war seit Wochen ausverkauft. Und das Lockerste folgte dann noch, auch das hat schon Tradition: Philip Richert schonte seine angekratzte Stimme nicht, als er mit seiner Band As You Like It im Zelt gegen herbstliche zwölf Grad anrockte.

Die Theaterkasse freute sich auch über guten Zulauf. Der nächste große Tag des Theaters folgt am 19. September — mit gleich zwei Premieren: Um 15 Uhr bringt Olaf Schmidt im T.3 sein — schon ausverkauftes — neues Familienballett „Die Schneekönigin“ heraus. Um 19 Uhr folgt im Großen Haus Beethovens Oper „Fidelio“, dirigiert von Thomas Dorsch, inszeniert von Hajo Fouquet in der Ausstattung von Stefan Rieckhoff.