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Die Bigband Fette Hupe führt im Kulturforum mit Chor und Solisten Duke Ellingtons Sacred Concerts auf. Foto: nh
Die Bigband Fette Hupe führt im Kulturforum mit Chor und Solisten Duke Ellingtons Sacred Concerts auf. Foto: nh

Die Fette Hupe kommt

oc Lüneburg. Die Niedersächsischen Musiktage suchen in diesem Jahr „Abenteuer“. Das Festival geht ins 29. Jahr, und als örtlicher Veranstalter hat die Sparkasse Lüneburg wieder drei Programme in die Region geholt. Für zwei gibt es noch Karten.

Im Vergleich zu den großen Sommerfestivals im Norden und im Osten haben es die Niedersächsischen Musiktage nicht zu gleicher Prominenz geschafft. Sie finden aber auch nicht im Sommer statt, wenn in den Städten der Kulturbetrieb erlahmt, sondern im September. Das ist für alle Theater und alle weiteren Kulturanbieter der Monat, in dem eine neue Saison beginnt. Die Niedersächsischen Musiktage müssen sich die Aufmerksamkeit mit vielen teilen.

Aber sie bieten für vergleichsweise kleines Geld viel. Das geschieht in diesem Monat in Bleckede, Bardowick und Lüneburg. Zuerst geht es um „Mara“. So heißt ein Violoncello, das Antonio Stradivari 1711 baute. Mara ist kein Frauenname, der erste Besitzer des Instruments war Giovanni Mara, ein Cellist und Komponist, vor allem aber ein Lebemann. „Mara“ hatte ein aufregendes Leben. Die Geschichte des Cellos hat Wolf Wondratschek 2003 in der poetischen Erzählung „Mara“ aufgeschrieben. Wondtratschek, Mara und sein derzeitiger Besitzer Christian Poltéra kommen am Sonntag, 13. September, um 17 Uhr ins ausverkaufte Bleckeder Schloss, außerdem Pianist Oliver Triendl. Poltéra spielt unter anderem Solowerke von Johann Sebastian Bach und mit dem Pianisten Musik von Giovanni Mara, Beethoven, Schumann und Lutosawski.

„Weltenbummler“ ist der zweite „Abenteuer“-Abend überschrieben. Er widmet sich am Donnerstag, 17. September, um 19.30 Uhr auf dem Bardowicker Nikolaihof dem Chansonnier Jacques Brel (1929-1978). Er ist berühmt für Lieder wie „Ne me quitte pas“ und „Amsterdam“. Weniger bekannt ist, dass Jacques Brel als Sportpilot und Segler aktiv war. Er überquerte mehrfach den Atlantik mit dem Segelschiff und plante eine fünfjährige Weltumseglung, die er jedoch nicht vollenden konnte. Jeroen Berwaerts (Trompete, Gesang) und das Ensemble Resonanz kombinieren die Musik von Brel mit Werken des Barockkomponisten Jean-Philippe Rameau (1683-1764) und Kompositionen von Händel und Telemann.

Zum dritten Abend, für den es noch Karten gibt, kommen die Bigband Fette Hupe und das Junge Vokal­ensemble Hannover ins Kulturforum. Sie spielt am Sonnabend, 19. September, um 19.30 Uhr Duke Ellingtons „Sacred Concerts“. Das erste „Sacred Concert“ komponierte Ellington für die Einweihungsfeier der Grace Cathedral in San Francisco — eine Kombination aus Jazz und europäischer Kirchenmusik, mit gesprochenen Texten, Tanzeinlagen und Chorgesängen.

Im Kulturforum wird eine Kombination aus allen drei Konzerten zu hören sein. Erarbeitet wurde sie eigens für diese Veranstaltung von Klaus-Jürgen Etzold, Leiter des Jungen Vokalensembles Hannover, und Jörn Marcussen-Wolf, Leiter der Big Band „Fette Hupe“. Als Solisten wirken Claudia Burghard (Sopran), Achim Rust (Bariton) und Felix Petry (Stepptanz) mit.