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Airbrushkünstler Jayn, Klarname Björn Lindner, und Saxophonist Hauke Schlüter werden am 25. September in Scharnebeck ausgezeichnet. Foto: A/t&w/nh
Airbrushkünstler Jayn, Klarname Björn Lindner, und Saxophonist Hauke Schlüter werden am 25. September in Scharnebeck ausgezeichnet. Foto: A/t&w/nh

Kulturförderpreis: Die Dose und das Saxophon

oc Lüneburg. Er heißt Björn Lindner, nennt sich Jayn, und seine Kunst kommt aus der Dose. Am Freitag, 25. September, um 17 Uhr erhält der Lüneburger den Kulturförderpreis 2015 des Landkreises in der Domäne Scharnebeck. Der zweite Preisträger ist auch ein Lüneburger, studiert aber jetzt in Bremen. Das ist Hauke Schlüter, mitbringen wird er sein Baritonsaxophon. Landrat Manfred Nahrstedt wird den mit jeweils 1000 Euro dotierten Preis überreichen.

Björn Lindner stammt aus Salzhausen, kam als Jugendlicher nach Lüneburg. Gezeichnet habe er schon immer viel, sagt er. „Dann wollte ich es riesengroß machen.“ Dafür eignet sich die Dose besser als der Pinsel. 1994 entdeckte Lindner seine Lust am Sprayen. Die Kunst aus der Dose übt großen Reiz aus: Man kann schnell arbeiten, große Flächen füllen, die Farbe trocknet fix, aber man muss auch sehr präzise sein. Wichtig war in Lindners Anfangsphase der mit nur 41 Jahren 2012 gestorbene Jens Flechtner (Trica186), der viele legale Flächen im Lüneburger Stadtgebiet für die Graffity- und Airbrush-Szene akquirierte.

Lindner stieg systematisch ins Fach ein. Er studierte an der Hamburger Design Factory, gründete 2003 seine eigene Agentur namens Lackspuren. Der 37-Jährige arbeitet für Unternehmen (wie Red Bull oder AIDA Cruises), für Bands und Stars (wie Cindy aus Marzahn) und auch mal für die Abwassergesellschaft — wo immer sein Können gefragt ist. Neben Werbung und Produktdesign des Björn Lindner steht die freie Arbeit von Jayn. Seit acht Jahren ist er zum Beispiel auf dem lunatic-Festival präsent, arbeitet vor Ort an großen Bildern. Oft sind es realistisch gezeigte Tiere, gern wilde und die in aller Schönheit, Dynamik und Gefährlichkeit. Lindners Ruf hallt weit, 2012 zum Beispiel wurde er von der Deutschen Botschaft in Bischkek zu einem Festival in Kirgisistan eingeladen.

Lindner hat seinen Weg gemacht, Hauke Schlüter baut daran. Seit einem Jahr studiert der 20-Jährige Jazz und jazzverwandte Musik an der Hochschule für Künste Bremen. Sein musikalischer Weg begann am Johanneum und an der Musikschule. Elf Jahre war er Schüler von Bernd Reincke, „Sie können ihn gern als meinen musikalischen Ziehvater bezeichnen“, sagt Schlüter. Sein Talent wurde schnell entdeckt, unter anderem ist er Mitglied bei „Jazz­essence“, dem Landesjugendjazzorchester Hamburg. Zu seinen weiteren Lehrern zählt Schlüter Malte Schiller, Uwe Steinmetz, Daniel Stickan, Alexander Eissele und andere. Er spielte mit Eisseles Lumberjack Bigband und mit den Lüneburger Sinfonikern, mit Künstlern wie Caroline Kiesewetter und Ken Norris, der an diesem Freitag in Scharnebeck auftritt. Schlüter engagierte sich auch bei der JazzIG, zum Beispiel organisierte er eine monatliche Session im Pons.

Für die Vergabe des Kulturförderpreises hat der Landkreis ein Kuratorium gebildet. Ihm gehören an: Landrat Manfred Nahrstedt, Gerd Baumgarten für den Bereich Musik, Karin-Ose Röckseisen für den Bereich Bildende Kunst, Hajo Fouquet für den Bereich Darstellende Kunst und Kerstin Fischer für den Bereich Literatur, außerdem aus der Kommunalpolitik Rainer Dittmers, Bernd Jaschke, Stefan Mues, Gisela Plaschka, Detlev Schulz-Hendel und Jan Waldau.