Aktuell
Home | Kultur Lokal | Die Drei von der Malstelle
Das sind die Drei aus 8: (v.l.) Brigitte Menke, Ulrike Stuhrmann und Heide Faber. Foto: t&w
Das sind die Drei aus 8: (v.l.) Brigitte Menke, Ulrike Stuhrmann und Heide Faber. Foto: t&w

Die Drei von der Malstelle

oc Lüneburg. Heide Faber, Brigitte Menke und Ulrike Stuhrmann gehen sich aus dem Weg, und darum verstehen sie sich so gut. Das ist so nicht ganz falsch und nicht ganz richtig. Tatsächlich teilen sie sich ein Atelier in der KulturBäckerei und verstehen sich prima. Damit das so bleibt, haben sie abgesprochen, wer wann zu Pinsel und Farbe greift. Jede arbeitet also für sich allein, aber nun marschieren sie gemeinsam zur Ausstellung „Drei aus 8“. Die haben sie oben im Artrium der KulturBäckerei direkt vor ihrem Atelier Nr. 8 eingerichtet.

Kennengelernt hat sich das Trio bei der Erstbesichtigung des Atelierhauses. Da war es noch Baustelle. Aus dem „Sollen wir?“ wurde schnell ein „Machen wir!“ und das funktioniert nun seit einem Jahr sehr gut. Alle drei Malerinnen kommen aus anderen Berufen und haben das Kunstschaffen in den vergangenen Jahren mehr und mehr intensiviert. Wie sie aber den Umgang mit Farben und Formen gestalten, da sind schon klare Unterschiede in den Handschriften auszumachen.

Heide Faber ging bei ihrer Bilderfindung mehr und mehr den Weg in die Abstraktion. Ein paar Silhouetten von Körpern sind noch auszumachen, aber viel mehr reizt sie das Zusammenspiel von Farben. Oft stehen zwei Farbklänge im Zentrum eines Wechselspiels, oft wählt sie das Quadrat zur zentralen Form des Geschehens, oft entstehen raue Oberflächen, sind Vorder- und Untergrund gleichermaßen bedeutsam.

Brigitte Menke nimmt die Natur in ihrer ganzen Fülle wahr. Bilder können aus Fotos heraus entstehen, sie verwandelt „Flüsse zu Farbflüssen“. Sie probiert viel aus, gestaltet großzügige (Wasser-)Landschaften und geht dicht heran an das Wuchern von Pflanzen. Die Lust an der Farbe ist förmlich zu greifen, manchmal drängt sie sich dem Betrachter entgegen, und dass nun auch Collagen ins Plastische zu gehen scheinen, ist nur konsequent.

Dritte im Bunde ist Ulrike Stuhrmann, die dank des Ateliers so richtig zum Malen zurückgefunden hat. Sie malt mit Acryl, wiederkehrende Themen sind Meer, Strand und Steine, weite Horizonte ebenso wie Nahaufnahmen. Die Bilder erhalten etwas von der Unberechenbarkeit der Natur, indem Farbe die Leinwand herunterperlt und eigene Geflechte über die Motive legt. Kollege Zufall also malt mit in den motivstarken Bildern.

Die „Drei aus 8“ sind bei der Vernissage am Sonntag, 4. Oktober, um 11.30 Uhr kennenzulernen. Die Ausstellung läuft bis zum 13. Oktober, und in Atelier 8 wird häufig eine der drei Künstlerinnen zu treffen sein; vielleicht ja auch mal zwei oder alle drei. Sie freuen sich über Gespräche.