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Lüneburg ist ein Kernthema im Bilderschaffen Karin Greifes. Aber sie besetzt weitere Themen. Foto: t&w
Lüneburg ist ein Kernthema im Bilderschaffen Karin Greifes. Aber sie besetzt weitere Themen. Foto: t&w

Klappern gehört zum Kunstwerk

oc Lüneburg. An den Bildern, die die Stadt begleiten, lässt sich der Wandel des Kunstbegriffs festmachen. Kurz gesagt geht das für Lüneburg am Beispiel von vier Namen so: Die Bilder des späten Arthur Illies (1870-1952) folgten der NS-Staatskunst und dominierten auch nach der Nazizeit lange den Kunst- und Bildbegriff in Lüneburg. Prof. Herbert Kessler (1934-2004) schaffte es ab etwa 1970, seine farbintensiven, von Delauney und Feininger inspirierten Lüneburg-Bilder an Illies vorbei als Repräsentationswerke in den wichtigen Büros der Stadt zu platzieren. Mit Swantje Crones hundertwasserbunten, fröhlichen Lüneburg-Bildern, in denen die Giebel und Türme tanzen, ist die Kunst 30 Jahre später demokratisiert, und zurzeit bestimmt Karin Greifes ebenfalls postkartentaugliche und dazu virtuell präsente Lüneburg-Welt das Abbild der Stadt.

Alle Genannten haben es neben dem Malen verstanden, ihr Werk zu verkaufen. Klappern gehört zum Kunstwerk. Das allerdings ist eine Kunst, die längst nicht jeder Künstler beherrscht, und manchem ist sie gar zuwider. Karin Greife, Jahrgang 1966, versteht sich gut darauf. Sie hat lange im Bereich Marketing gearbeitet, der Bezug eines der Ateliers in der KulturBäckerei hat ihr aber den entscheidenden Kick zum Leben als freischaffende Künstlerin gegeben. Greifes Bilder werden Drucke, Kalender, Postkarten, auch als e-card sind sie unterwegs. Auf das Thema Lüneburg aber will sich Karin Greife nicht festlegen lassen. Das ist ihr wichtig. In ihrer KulturBäckerei-Ausstellung „Menschen und die Stadt“ fächert sie ein breites Themenfeld auf.

Karin Greife nutzt Acrylfarben, ihre Bilder leben von einem kraftvollen Gestus. Bei den Lüneburg-Bildern führt sie die vertrauten Merkmale zu komprimierten Stadtführungen zusammen: Kirchtürme, Giebel, Rathaus, Wasserturm. Das Wiedererkennbare wird mit der Lust an Farbe kombiniert. Noch freier sind die Skylines und Bilder, in denen Greife Metropolen von Barcelona bis Shanghai huldigt. Das gelingt stimmig, nur bei einem glühenden Frankfurt-Motiv könnten Mäkler Kitschverdacht äußern.

Ins Expressionistische gehen Bilder, in denen Karin Greife Mann und Frau in ihrem (Nicht-)Beziehungsleben zeigt. Es sind auch Bilder dabei, die den Menschen keine Gesichter geben — und weitere Schritte hin zum Abstrakten. Eine weitere Bilderserie setzt sich mit dem Meer auseinander, auch da probiert die Lüneburgerin viel aus, indem sie etwa Fundstücke aus Holz auf die Leinwand setzt.

Die Ausstellung dieser Künstlerin, deren Werk spürbar in Bewegung ist und mit der Entfernung von Lüneburg an Spannung gewinnt, ist bis zum 18. Oktober zu sehen. Ungewöhnlich, dass Karin Greife neben den Originalen auch Drucke ausstellt; aber das mag der Marketingfrau in ihr geschuldet sein.

4 Kommentare

  1. Greifen und begreifen

    Einige Gedanken zum Herbst (noch zu „besetzen“):

    • Herbstlaub
    • Goldener Oktober
    • Erntedankfest
    • Herbstkollektion
    • Reinhard Maria Rilke
    • Ostern (streichen?)
    • November
    • Blätter
    • Jahreszeit
    • Herbstlaub (doppelt??)
    • Tipico Sportwetten (streichen!!!!!!!!)
    • Herbst

    • Greife zu:

      • Herbstwind
      • Kastanien
      • Kürbis
      • Herbstwald
      • Und das Obst fällt von den Bäumen
      • Herpes genitalis (streichen?)
      • Pilze, Fuchs und Igel
      • Rote und gelbe Blätter
      • Natur
      • Drachen steigen lassen
      • Schalck-Golodkowski (prüfen!)
      • Herbstsonne

      • Wandel des Kunstbegriffs

        • Herbstnebel
        • Eichenlaub
        • Stoppelacker
        • Herbst
        • Christoph Maria Herbst
        • Herbalife Onlineshop (positionieren !!)
        • Herbstvorrat
        • Brauner Mädchen rauhe Lieder (häh?)
        • Äpfel, Birnen, Quitten
        • Sonne, herbstlich dünn und zag
        • Dämmerung, blau (prüfen!)
        • Herbstmond