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Kathrin Hanke und Claudia Kröger bei einer Lesung. Das sind für die Autorinnen noch immer spannende Veranstaltungen. Foto: A/t&w
Kathrin Hanke und Claudia Kröger bei einer Lesung. Das sind für die Autorinnen noch immer spannende Veranstaltungen. Foto: A/t&w

Benjamin ist weg

oc Lüneburg. Erfolg ist schön, macht aber auch Arbeit. Kathrin Hanke und Claudia Kröger haben Karteikarten angelegt, besser: Charakterkarten. Jetzt, wo ihre Ermittlerin Katharina von Hagemann nebst Chef Benjamin Rehder ihren dritten Lüneburg-Fall lösen bzw. erleben, müssen die Details stimmen — die Vorlieben, die Abneigungen, die Gewohnheiten der Serienfiguren. „Eisheide“ heißt der dritte Band, er spielt im Dezember. „Ein Weihnachtskrimi ist es nicht“, sagt Claudia Kröger. Kathrin Hanke ergänzt: „Aber er hat 24 Kapitel; wer will, kann sich jeden Tag ein wenig gruseln und glücklich dabei sein.“

Das erste Buch ist das spannendste, das zweite das schwerste, mit dem dritten ist man etabliert. „So fühlen wir uns gar nicht“, sagt Hanke, die in Lüneburg studierte, in Hamburg lebt. „Es fühlt sich immer noch ungewohnt an“, sagt Kröger, sie lebt im Kreis Lüneburg. „Blutheide“, das Debüt, wurde im Café erfunden. Beim Schreiben merkte das Duo, dass es sich prima ergänzte, dass die eine immer da einhaken konnte, wo die andere pausierte. 2013 erschien das Debüt, in dem Katharina von Hagemann nach Lüneburg zieht und erfährt, dass die Beschaulichkeit im malerischen Städtchen ihre Grenzen hat: Ein Serienkiller geht um. Das Buch kam an, 2014 folgte „Heidegrab“. Da tauchen rund ums Stadtfest Körperteile auf, wo sie nicht hingehören. Ab sofort liegt „Eisheide“ im Laden.

Claudia Kröger und Kathrin Hanke im Gespräch: „Diesmal geht es nicht so blutig zu.“ — „Eigentlich gar nicht.“ — „Unblutig eben.“ — „Wir finden es so, wie es ist, spannend.“ — „Mehr psychologisch.“ — „Wir hoffen, die Leser sehen das auch so.“ — „Es sind ja sonst immer ältere Damen, die sagen, dass es gern etwas blutiger sein darf.“ — „Das stimmt, Männer sagen das nicht.“ — „Und den Frauen ist das Private sehr wichtig, sie wollen wissen, wie es mit den Figuren und mit der Liebe weitergeht.“ So fliegen die Bälle hin und her.

Was passiert? Benjamin Rehder ist weg. Spurlos verschwunden. Keine Nachricht, nichts. In seinem Haus in Ochtmissen: keine Botschaft. Aber bald bekommt Katharina von Hagemann Post. Sie soll Rätsel um ihren Chef lösen, sonst gehe es ihm schlecht. Und Heiligabend folge eine schöne Bescherung. Es beginnt eine fieberhafte Suche nach Opfer und Täter. Dabei taucht die Ex von Rehder auf, sie hat plötzlich einen Schmuckladen in Hitzacker.

Mehr Privates? Ja, die Autorinnen hören auf ihre Leserinnen. Auch Lüneburg-Kolorit kommt beiläufig, aber reichlich daher, erfundene Schauplätze sind ebenso willkommen. „Wir lassen uns nicht festlegen“ — „es gilt nicht: Realität vor Spannung“. Der Krimi (Gmeiner Verlag, 439 Seiten, 13,99 Euro) ist locker zu schmökern. Spürbar haben die Autorinnen an Sicherheit gewonnen, die Geschichte schnurrt ab, die Figuren sind pointiert, die Entwicklung besitzt Logik, überraschende Wendungen inklusive. Der Holzweg, auf den die Leser geschickt werden, ist stabil.

Beim Krimifestival lesen Hanke/Kröger im Amtsgericht, am 27. Oktober — ausverkauft! Plätze gibt es noch bei der Bienenbütteler Buchwoche, am 5. November wird „Eisheide“ um 19.30 Uhr im Gemeindehaus vorgestellt. Dritter Lesetermin: 20. November, 19.30 Uhr, Buchhandlung vielseitig in Schneverdingen. Es gibt außerdem eine Signierstunde am 1. November von 14 bis 16 Uhr bei der Lüneburger Tourist-Information, Am Markt. So etwas haben nur Promis.

Darüber machen sich die Autorinnen keinen Kopf. Vom Krimischreiben leben können sie nicht. Bei den öffentlichen Auftritten haben sie ein ganz anderes Problem. Fall vier nämlich ist schon geschrieben, erscheint im Februar, für Fall fünf steht das Exposé. Sie müssen, wenn sie nun Fall drei promoten, aufpassen, dass sie nichts verraten.

3 Kommentare

  1. Wie das Foto der Autorinnen beweist

    Erfolg macht schön, ist aber auch Arbeit.