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Nils Wülker, hier mit dem Sänger Rob Summerfield, untermauerte seinen Ruf als erstklassiger Jazz-Musiker, Komponist und Arrangeur. Foto: t&w
Nils Wülker, hier mit dem Sänger Rob Summerfield, untermauerte seinen Ruf als erstklassiger Jazz-Musiker, Komponist und Arrangeur. Foto: t&w

Der Charme der Harmonie: Nils Wülker und Band im Salon Hansen

ff Lüneburg. Jazzer definieren sich in der Regel nicht über ihre Musik, sondern darüber, mit wem sie schon auf der Bühne gestanden haben. Bei Nils Wülker stehen beispielsweise Ute Lemper, Lee Ritenour, Cécile Verny und Dominic Miller, der wiederum der Sting-Gitarrist war, auf der Habenseite. Für sein neues Album „Up“ holte er unter anderem Max Mutzke, Xavier Naidoo und Sasha mit ins Boot. Aber wie klingt der 38-jährige Shooting-Star, aktuell einer der erfolgreichsten Trompeter Europas, denn nun auf der Bühne, im wirklichen Leben? Das wollten viele Jazzfreunde wissen, die den Salon Hansen füllten.

Trompete oder Flügelhorn, Nils Wülker pflegt, das wurde schnell klar, einen warmen, vollen, durchsetzungsfähigen, präzisen und vor allem wandelbaren Klang – fast wie die menschliche Stimme. Er kann schmeicheln, fabulieren, jubeln, seufzen, je nachdem.

So richtig zum bleibenden Erlebnis aber wurde Wülker erst im Team, mit seiner Band. Sasha und Co. waren natürlich nicht bei Hansen, ihren Part übernimmt Rob Summerfield, ein junger Künstler, der mit der Abgeklärtheit eines alten Haudegens singt. Weiter: Simon Gattringer (Schlagzeug), Arne Jansen (Gitarre), Arnd Geise (Kontrabass) und Lars Duppler (Tasten).

Die Titel bewegen sich zwischen Rock, Bop und Ballade – feinnerviger Jazz, der erst im perfekten Zusammenspiel seinen wirklichen Charme entfaltet. Keine Scheu vor Schönklang, vor Motiven, die ins Ohr gehen, ohne es zu verkleben. Kein Ton zu viel, keiner zu wenig, da glänzt Wülker, der neben den neuen Titel auch etwas ältere Songs präsentierte, als Komponist und Arrangeur – und das ohne Eitelkeit, jeder Musiker konnte glänzen. Dabei waren ihre Parts in ihrer innewohnenden Dramatik so geschickt ineinander verflochten, dass man sich wünscht, dieses übliche Jazz-Schema „Thema, Solo, Solo, Solo, Thema“ nie wieder hören zu müssen.
Das Publikum, nur auffältig selten tuschelnd, hörte andächtig zu und wusste das Konzert zu würdigen.