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Tina Dico verlässt sich ganz auf ihre Stimme, nur akustische Gitarre und etwas Percussion kommt zu ihren sehr persönlichen Liedern hinzu. Foto: t&w
Tina Dico verlässt sich ganz auf ihre Stimme, nur akustische Gitarre und etwas Percussion kommt zu ihren sehr persönlichen Liedern hinzu. Foto: t&w

Konzert von Tina Dico im Vamos: Alles kann passieren

ele Lüneburg. In ihrer Heimat Dänemark ist sie ein Superstar, und auch hier in Deutschland kann Tina Dico auf viele treue Fans zählen. Die dänische Singer/Songwriterin mit dem blonden langen Haar ist nämlich mehr als ein simples „Mädchen mit der Gitarre“: Die begabte Musikerin feierte jetzt im ausverkauften Vamos den Abschluss ihrer deutschen Akustiktournee. Es war ein entspannter, ruhiger und intimer Abend.

Tina Dico lebt seit einiger Zeit in Island: „Ein kaltes, geheimnisvolles, mystisches und seltsames Land“, das sie oft inspiriert habe, so wie in dem Lied „True North“. Sie berichtete viel über ihr Leben, von glücklichen und unglücklichen Liebesbeziehungen. Ihre Lieder seien meist autobiografisch und erzählten oft eine kleine Geschichte, so die Sängerin. Zu jedem Song gehörte entsprechend eine kleine Story aus ihrem Privatleben, zu „One“ beispielsweise von ihrer Vorliebe für komplizierte Männer, zu „Ask again“ von einem misslungenen Heiratsantrag. Unter anderem gab sie zu, ein Kontrollfreak zu sein: „Nur auf der Bühne bin ich frei“, erklärte Tina Dico und stimmte dabei akkurat ihre Gitarre. „Darum ist Musik so wichtig für mich, da kann ich etwas spontaner sein, denn jeden Moment kann alles passieren“. Auf der Bühne habe man kaum Zeit zum Nachdenken.

Die Sängerin mit der klaren tiefen Stimme sang und spielte leidenschaftlich und engagiert. Sie ließ Raum für Spontanität, indem sie Liederwünsche von ihren Fans erfüllte und wirkte stets authentisch. Sie stand allein auf der Bühne, spielte mal Akustik-, mal Westerngitarre, Bassdrum und Tambourin gleichzeitig und füllte damit die große Halle mit Klang. Der 38-Jährigen gelang es auf Anhieb, das Publikum in Bann zu ziehen: Eine selbstbewusste Frau, die außerdem Mut zur Stille bewies, in dem sie Passagen a cappella sang, oder sich nur vom Gesang des Publikums begleiten ließ.

Nach etwa eineinhalb Stunden verließ Tina Dico unter tosendem Applaus und Standing Ovations die Bühne. Bei den Zugaben sang sie ohne Mikrofon und Verstärker in der Mitte der Halle, das Publikum lauschte gebannt und nahm ganz viel Gefühl mit nach Hause.

Als Special Guest trat Mads Langer auf, der auch in Deutschland mit seiner Coverversion des Olive-Songs „Youre Not Alone“ bekannt wurde. Der charmante dänische Singer-Songwriter begleitete sich mit der Akustikgitarre, stellte locker und gut gelaunt sein Album vor, das im Februar erscheinen soll: Selten hat ein Support für so viel Begeisterung gesorgt. Wer mehr von dem talentierten Mann erfahren möchten, notiere sich einen Termin: Am 19. Februar gastiert er in Hamburgs Gruenspan.