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Ken Ludwig
Karl Schneider spielt in dem Stück von Ken Ludwig den großen Opernstar, Gregor Müller den Assistenten Max, der auch gern singt. Foto: theater/tamme

Farce von Ken Ludwig „Otello darf nicht platzen“ in Lüneburg

oc Lüneburg. Ken Ludwig war Mitte 30, als er mit einem Schlag zu einem der erfolgreichsten Bühnenautoren wurde. 1986 hatte seine Komödie „Lend me a Tenor“ im Londoner West End Theatre Premiere. Sie räumte Tony Awards ab, lief in 25 Ländern — und läuft und läuft und läuft. Mittlerweile auch als Musical. In Deutschland heißt das Spektakel aus der Theaterwelt „Otello darf nicht platzen“. 110 deutsche Produktionen gebe es bisher, listet der Theaterverlag auf. Dann wäre es die 111., die am Sonnabend, 31. Oktober, im Theater Lüneburg zum Lachen verführt. Wenn nicht, bekommt Frank-Lorenz Engels Stirn Knitterfalten.

Engel ist der Regisseur der Boulevardkomödie, in der das Theater einer kleinen Stadt ganz groß sein will. Es hat den weltberühmten Startenor Tito Merelli gebucht. Er soll die Titelrolle in Verdis „Otello“-Oper singen. Alle warten auf Merelli. Er ist offenbar unpässlich, er hat zu viel gegessen, zu viel getrunken. Er verweigert die Generalprobe und erfüllt seinen Ruf, „schwierig“ zu sein. Dann geht es Schlag um Schlag mit allen Schikanen von Eifersucht und Eitelkeit in ein chaotisches Geschehen, bis Merelli sich mit Drogen vollpumpt und in Tiefschlaf fällt. Der Operndirektor wird den Assistenten Max verdonnern, auf die Bühne zu gehen, denn „Otello“ darf natürlich nicht platzen. Plötzlich stehen zwei Otellos bereit…

Regisseur Frank-Lorenz Engel hat in Lüneburg bereits die Boulevardkomödie „Venedig im Schnee“ und das Webber-Musical „Sunset Boulevard“ in Szene gesetzt. Der 1961 geborene Theatermann ist auch als Schauspieler, Autor und Übersetzer unterwegs, hat mehrfach Preise bekommen, zum Beispiel für seine Umsetzung von Komödien. In Ken Ludwigs Farce kann er sich über den Theaterbetrieb und menschliche Schwächen lustig machen. Mehr an Tiefsinn ist nicht zu erwarten.

Den Opernstar Tito Merelli verkörpert in Engels Inszenierung tatsächlich ein Sänger: Tenor Karl Schneider spielt den Part. Neben „Fidelio“ und „Anatevka“ hat er damit gut zu tun in diesen Wochen. Die anderen Rollen übernehmen Mitglieder des Schauspielensembles. Matthias Herrmann gibt den Operndirektor Saunders, Gregor Müller seinen gesangsinteressierten Assistenten Max. Maike Jebens ist als Max Freundin Maggie zu sehen, Beate Weidenhammer rauscht als Merellis Ehefrau Maria auf die Bühne. Weitere Rollen spielen Ulrike Gronow (Diana), Britta Focht (Julia Leverette) und Martin Andreas Greif (Page). Bühne und Kostüme entwarf Barbara Bloch.

Bis zum 9. März steht Ken Ludwigs Komödie zehnmal auf dem Spielplan. Für die Premiere sind noch Karten erhältlich.