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Kristin Halm (Sparkassenstiftung) mit Jörg Witte (Medienagentur M7), Jürgen Enkelmann (Wirtschaftsförderungs-GmbH) und Karl Maier (Film & Medienbüro). Foto: t&w
Kristin Halm (Sparkassenstiftung) mit Jörg Witte (Medienagentur M7), Jürgen Enkelmann (Wirtschaftsförderungs-GmbH) und Karl Maier (Film & Medienbüro). Foto: t&w

Film- und Medienforum Niedersachsen: „Fernsehen ohne junge Zuschauer“

ff Lüneburg. Die Stimmung ist nicht gut bei den öffentlich-rechtlichen TV-Sendern, das Wort „Generationsabriss“ macht die Runde: „Wenn die Zuschauer aus dem KiKA-Alter raus sind, dann sind sie erst einmal weg“, sagt Karl Maier vom Film & Medienbüro Niedersachsen. Das Internet gilt bei Teenagern allemal als spannender, millionenfach werden bei YouTube Girlies angeklickt, die ihre Schminktipps verbreiten, Filme geguckt werden über Laptop und Smartphone, die gute alte Glotze setzt Staub an. Was tun? Um die Zukunft des Fernsehens, um Nischen im Netz und um Chancen für Filmschaffende dreht sich das „6. Film- und Medienforum“, das vom 11. bis 13. November im Kloster Lüne tagt.

Rund 30 Referenten — Regisseure, Produzenten, Autoren, Redakteure und Darsteller — sprechen über aktuelle Probleme und Chancen der elektronischen Medien. Das alte Wort „Film“ ist ein wenig aus der Mode, die Eingrenzung ist schwierig geworden, stattdessen ist von „Bewegtbildern“ die Rede. Zentrum des dreitägigen Forums ist eine Neuerung: die MediaNight am Donnerstag, um 19 Uhr in der KulturBäckerei, Stichwort „Standortwechsel“. Was kann regionale Film-Förderung, ohne die kaum ein Projekt zu realisieren wäre, bewirken? Und wie kommt man/frau jenseits der bekannten Film-Standorte an die nötigen Gelder, um einigermaßen solide — und auch mal abendfüllend — drehen zu können? Zwei Vorträge sind geplant, dazu zwei Talkrunden, auch mit Lüneburger Beteiligung — das sind die Produzenten Franziska Pohlmann und Christian Beetz, Prof. Dr. Hermann Rotermund von der Leuphana und Torben Seemann von der Chaussee SoundVision GmbH.

Filmtechnisch gesehen ist Lüneburg natürlich zuallererst die Rote-Rosen-Stadt, aber eben nicht nur. Immerhin rund 100 Arbeitsplätze hängen an den Filmproduktionen, so Jürgen Enkelmann, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungs-GmbH für Stadt und Landkreis Lüneburg, die — wie die Sparkassenstiftung — für das Forum mit im Boot sitzt. Es gibt viele kreative Köpfe in Lüneburg, die sich mit ambitionierten Produktionen profilieren (wollen).

Eingerahmt wird das Programm der Tagesveranstaltungen im Kloster von zwei Abenden in der Scala: Am Mittwoch, 19 Uhr, ist zunächst der plattdüütsche Film „Utbüxen kann keeneen“ (im Original mit hochdeutschen Untertiteln!) zu sehen, um 21.15 Uhr folgt „Das Romeo Prinzip“, in großen Teilen gedreht in Lüneburg. Der Spielfilm erzählt von einem jungen Mann, der bei den Frauen einfach nicht ankommt. Dann gerät er an den Hausmeister Müller, der als echter Casanova gilt und dem Studenten fachkundig weiterhelfen kann. Was Müller nicht sagt: Er war Psychologe bei der Stasi und leitete Agenten dazu an, Frauen als Info-Quelle zu erobern. Am Freitag, 19 Uhr, wird das Medienforum wiederum in der Scala mit Kurzfilmen abgeschlossen. Die Vorführungen werden von Mitgliedern der Film-Teams als Scala-Gäste begleitet.

Für alle Forums-Veranstaltungen gilt: Anmeldung bis Montag, 9. November, unter info@filmbuero-nds.de — auch für die MediaNight. Sie kostet zwar keinen Eintritt, aber die Zahl der Plätze ist begrenzt. Mehr über das komplette Programm über die Nordmedia-Homepage.