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Kuratorin Mascha Pöhls hat den jungen Maler Marcus Schüler (rechts) eingeladen, und der hat Lars von Zitzewitz mit auf die Gästeliste gesetzt. Foto: oc
Kuratorin Mascha Pöhls hat den jungen Maler Marcus Schüler (rechts) eingeladen, und der hat Lars von Zitzewitz mit auf die Gästeliste gesetzt. Foto: oc

Projekt „Gästeliste“ in Tosterglope: Malerei über Malerei

oc Tosterglope. Wer auf der Gästeliste steht, gehört aufgrund seiner Prominenz oder nur seines Berufes zu den besonderen Besuchern eines Konzerts, eines Theaters, eines Events welcher Art auch immer. Das Kürzel „+1“ besagt, sie oder er darf noch jemanden mitbringen. Das Prinzip der Gästeliste greift jetzt der Kunstraum Tosterglope in einem neuen Format auf, mit dem junge Künstler bedacht werden, ausgewählt von der ebenfalls jungen Berliner Kuratorin Mascha Pöhls.

Als ersten setzte Pöhls den Maler Marcus Schüler auf die Gästeliste. Er absolvierte sein Studium in Braunschweig in diesem Jahr. Da der „+1“-Gast in der Regel aus der näheren Umgebung des primär Geladenen kommt, wählte Schüler den Studienkollegen Lars von Zitzewitz aus. Beiden stand der Kunstraum nun 14 Tage zum gemeinsamen Arbeiten offen, als Ort zum Malen und Reden darüber. Das Ergebnis heißt natürlich schlicht „Gästeliste“ und zeigt bis zum 20. Dezember Gemeinsamkeiten, aber komplett andere Handschriften.

Das Gemeinsame liegt darin, dass beide Maler gern seriell arbeiten, und dass sich beide bevorzugt mit dem Material befassen, mit der Stofflichkeit von Farbe und Malgrund. Die Bilder teilen nicht mehr mit als sich selbst, es gibt keine Botschaften, keine Erzählung.

Bei Marcus Schüler führt die Auseinandersetzung zu Bildern, die etwas von verbleichender Tapete hat oder von Fresken, denen die Zeit die Motive stahl. Geblieben sind Farbe, eine Ahnung von Ornament, von Ausblühungen. Da diese Malerei aber nicht zurückblickt, können und sollten die Bilder von Marcus Schüler in erster Linie als ein Herantasten und Erforschen von Farben und Verläufen gelesen werden. Man muss da aber schon in Ruhe hineinsehen wollen.

Die Bilder von Lars von Zitzewitz unterscheiden sich deutlich, sie sind plakativer. Fläche wird von schablonenartigen Formen markiert, die als Umrisse oder Rahmen an Gegenständlichkeit erinnern mögen, aber Teil einer Materialerkundung sind, die von Airbrush bis Klebeband reicht.

Beide Maler haben sich zudem mit den Gegebenheiten des Kunstraums auseinandergesetzt. Den Künstlern fehlte Licht im alten Bauernhaus, also ließen sie große Leuchtstoffröhren auf den Boden legen, simulieren so Galeriegrelle, auf dass ihre Bilder ein Plus an Sichtbarkeit bekommen. Das Licht wird freitags von 16 bis 20 Uhr, sonnabends und sonntags von 14 bis 18 Uhr angeschaltet.