Aktuell
Home | Kultur Lokal | Klüpfel und Kobr stellen ihren neuen Krimi „Grimmbart“ vor
Die Krimi-Autoren Volker Klüpfel (links) und Michael Kobr sind nun auch als Comedians zu erleben. Foto: t&w
Die Krimi-Autoren Volker Klüpfel (links) und Michael Kobr sind nun auch als Comedians zu erleben. Foto: t&w

Klüpfel und Kobr stellen ihren neuen Krimi „Grimmbart“ vor

ff Lüneburg. Diesmal kommt es für Kommissar Kluftinger ganz dicke. In dem Schloss von Bad Grönbach wurde die Frau des Barons auf ziemlich skurrile Art ermordet. Nun gut, Gewaltverbrechen gehören zum Beruf eines Kripomannes. Schlimmer ist, dass sein Sohn Markus heiraten will, Yumiko natürlich, seine nette japanische Studien-Freundin. Und die bringt ihre Familie aus Fernost zur Trauung mit, weshalb Kluftinger jetzt Englisch radebrechen muss und sich überhaupt unwohl fühlt, weil er allem Weltmännischen nun mal misstrauisch und unsicher begegnet. Aber Leser kennen das schon von ihm, es ist immerhin sein achter romanrelevanter Fall.

Volker Klüpfel und Michael Kobr veröffentlichten 2004 mit dem Titel „Erntedank“ ihren ersten Kluftinger-Krimi und eröffneten damit eine bemerkenswerte Serie von Bestsellern. Im gutbesuchten Vamos stellte das Autoren-Duo den neuen Fall — Titel: „Grimmbart“ — vor, auch mit Hilfe von allerhand Comedy-Elementen. Denn neben den Ermittlungen an sich, in denen sich die Kripo durchaus klassisch an die Lösung heranarbeitet, werden die Erzählungen von Running Gags getragen, die in der Buch-Reihe immer mehr in den Vordergrund treten.

Im Mittelpunkt also steht ein echtes Allgäuer Landei: Kluftinger (sein Vorname bleibt ein Rätsel) aus 87452 Altusried mag keine Waffen, keine Computer und keine Reisen, dafür deftiges Essen, Kässpatzen vor allem, und seinen uralten VW Passat Diesel. Im örtlichen Musikverein schlägt er die Pauke, weil niemand sonst es tut. Dabei ist der immer etwas tapsig auftretende Kommissar ein scharfer Beobachter mit bemerkenswerter, oft intuitiver Kombinationsfähigkeit, und er kennt die eigentümliche Mentalität seiner Landsleute. Natürlich mag er auch den smarten Arzt Dr. Martin Langhammer nicht, der dauernd in die Ermittlungen hineinpfuscht. Unglücklicherweise sind ihre Frauen befreundet, und natürlich ist der nervige Herr Doktor mit seinem leutseligen Gehabe auch diesmal wieder dabei.

„Grimmbart“ führt erstens zu den künftigen Schwiegereltern des Sohnes und zweitens in ein heruntergekommenes, düsteres Schloss. Die Hausherrin wurde umgebracht und wie auf einem uralten Familienporträt hergerichtet. Auf dem Gemälde ist ein Mann mit seltsam gelben Augen zu sehen. Und der Herr Baron verschwindet immer wieder im schlosseigenen Märchenwald. Klüpfel und Kobr haben sich mit der Märchenwelt des Allgäu beschäftigt, hier wird wohl auch die Lösung des Falles zu suchen sein, in vielen Klüpfel-Kobr-Krimis beziehen sich die Autoren auf die Geschichte(n) der Region.

Im Vamos betonte das Duo — unter anderem mit eingeblendeten Märchen-Videos — zur Freude des Publikums die skurrilen Passagen von „Grimmbart“; Beispiel: Das Morddezernat hat eine neue Chefin, und die lässt nun ihre Truppe als Schießübung eine Geiselnahme bei einem Bankraub simulieren. Am Ende des Paintball-Geballers ist die Geisel tot und der Räuber fort. Saubere Arbeit. Kluftinger wird auch in seinem achten Fall nach seiner eigenen, über Umwege führende Methode vorgehen müssen.