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Dr. Christian Lamschus leitete als Gründungsdirektor das Salzmuseum. Jetzt tritt er von seinem Posten zurück. Foto: A/t&w
Dr. Christian Lamschus leitete als Gründungsdirektor das Salzmuseum. Jetzt tritt er von seinem Posten zurück. Foto: A/t&w

Leiter des Salzmuseums muss krankheitsbedingt aussteigen

oc Lüneburg. Dr. Christian Lamschus ist nicht mehr Leiter des Deutschen Salzmuseums. Im Einvernehmen mit der Stadt Lüneburg hat der 61-Jährige einen Auflösungsvertrag unterschrieben. Lamschus ist Gründungsdirektor des 1989 eröffneten Museums, das sich unter seiner Leitung zu einem Publikumsmagneten der Stadt entwickelte. Hintergrund für den Rückzug ist eine Erkrankung des Historikers, die seine Aktivität schon seit längerer Zeit stark beschränkt hat.

In einer Mitteilung der Stadt würdigt Oberbürgermeister Ulrich Mädge als Vorsitzender des Stiftungsrates der Museumsstiftung die Verdienste des Museumsleiters: „Christian Lamschus und seine Frau Hilke haben sich seit Anfang der 1980er-Jahre mit dem Förderkreis Industriedenkmal Saline Lüneburg in einzigartiger Weise für die Erhaltung dieser Keimzelle Lüneburgs eingesetzt.“ Als Museumsdirektor und Wissenschaftler habe Dr. Lamschus Bleibendes geleistet. „Mit ist der Schritt zur Vertragsauflösung nicht leichtgefallen“, sagt Mädge.

Mehr als 30 Jahre Arbeit „und jede Menge Herzblut“ habe er in das Museum gesteckt, sagt Dr. Lamschus. Mit seiner Entscheidung wolle er dem „Team für die weitere Entwicklung den Rücken stärken.“ Das Museum steht vor großen Aufgaben. Das Haus muss saniert werden, würde auch gern wachsen.

Seit 1983 ist Lamschus städtischer Mitarbeiter in Sachen Salz. Das Salzmuseum wurde nach langer Vorarbeit und gegen einigen politischen Widerstand am Originalort der Saline eingerichtet. Das Kerngebäude des Museums befindet sich in einem 1924 erbauten Siedehaus. Erzählt wird in anschaulicher Form die Geschichte der Saline Lüneburg als ältestem und einstmals größtem Indus­triebetriebs Mitteleuropas. Lamschus Arbeit trug früh Früchte: 1991 ging der Museumspreis des Europarates an das Lüneburger Museum. Christian und Hilke Lamschus haben neben der Kernarbeit zahlreiche Ausstellungen ins Leben gerufen. Dazu zählte zum 750-jährigen Stadtrecht im Rathaus „Alles was Recht ist“.

Mit der Neuordnung der Museumslandschaft wurde das Salzmuseum Teil der 2011 gegründeten Museumsstiftung Lüneburg. Das Salzmuseum untersteht dem Stiftungsrat, in dem Politiker und Museumsfachleute sitzen. Dieser werde laut Mädge „in Ruhe“ beraten, wie ein sinnvolles organisatorisches Konzept innerhalb der Museumsstiftung künftig aussehen werde. Vordringliches Ziel sei es, die Betriebssicherheit des Salzmuseums zu gewährleisten.
Hilke Lamschus bleibt als Kuratorin Ansprechpartnerin für das Museum. Die Aufgaben von Dr. Christian Lamschus im Stiftungsvorstand übernehmen die Vorstandsvorsitzende Dr. Heike Düselder und die weiteren beiden Vorstandsmitglieder, das sind als Vertreter von Oberbürgermeister Ulrich Mädge der Städtische Kulturreferent Jürgen Landmann und der frühere Leiter des Naturmuseums Prof. Dr. Dieter Coenen-Staß.