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Burkhard Schmeer ist in der Musikschule als Teufel zu erleben, der den Weihnachtsmann einsperrt. Foto: ina
Burkhard Schmeer ist in der Musikschule als Teufel zu erleben, der den Weihnachtsmann einsperrt. Foto: ina

Burkhard Schmeer ist wieder in vielen Projekten aktiv

ina Lüneburg. Wenn die Tage dunkler werden und sich die Seelen nach mehr Licht und Lachen sehnen, dann kommt er ins Spiel: Burkhard Schmeer. „Ist ne Menge los“, knurrt der Schauspieler freundlich und nippt an seinem Rooibostee. In der Lüneburger Altstadt hat er sich mit seiner Frau Kerstin Kessel, ihres Zeichens Assistentin des Lüneburger Ballettdirektors und Trainingsleiterin, ein knuffiges Nest gebaut, das Häuschen aus dem 16. Jahrhundert eineinhalb Jahre renoviert. „Von unserer Stuckdecke lächeln Totenköpfe, und hinter einer Wand haben wir ein totes Reh gefunden.“

Schwerst lebendig wirkt der 51-Jährige, wenn er von seinen aktuellen Projekten berichtet. Da wäre „Das kleine Weihnachtsspektakel“ — die Dezembervorstellungen sind bereits komplett ausverkauft. In der anarchistischen Weihnachtsrevue tummeln sich schwarze Engel, pöbelnde Omas, verwirrte Kleingartenbesitzer, schwäbische Hausfrauen und Asmodäus Shaitan Belzebubi persönlich. Mit dabei sind Kerstin Kessel und die Weggefährten Mirko Hüsing und Heiko Linnemann.

„Es gibt noch zwei Januartermine, nach dem Motto: Nach dem Fest ist vor dem Fest.“ Im März folgt „Dr. Schmeers schwarzes Lustspielspektakel“ mit vielen „grausam grässlichen, gemeinen Liedern“. Unterstützt wird der Schauspieler, der tatsächlich gut singen kann, von seinen drei Mitstreitern der Straßen-Punk-Band „The Mädchens“.

Bereits am 11. Dezember hat sein kultiges Weihnachtsmärchen „Als der Teufel den Weihnachtsmann einsperrte“ Premiere. Im 15. Jahr erstmals nicht im gerade zu renovierenden Rathaus, sondern im Forum der Musikschule. Die Handlung: An einem Dezembertag wird der Weihnachtsmann (Mirko Hüsing) vom Teufel (Burkhard Schmeer) im Geschenkezimmer eingesperrt. Um ihn wieder zu befreien, müsste das kleine Mädchen (Kerstin Kessel) ein ganz bestimmtes Weihnachtslied singen, aber der Teufel hat alle Weihnachtslieder durcheinandergebracht. Muss Weihnachten in diesem Jahr ausfallen? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Auch als Regisseur ist Schmeer eingespannt. „Pension Schöller“ heißt das Stück, das er seit zwei Monaten mit dem Ensemble der Niederdeutschen Bühne Sülfmeister probt. „Durch meine neuen Erfahrungen bei der Synchronisationsarbeit hat sich mein Blick auf die Spracharbeit noch verfeinert“, sagt das Multitalent. „Wenn etwa nur die Verben betont werden, klingt das völlig anders, als wenn der Schwerpunkt auf den Substantiven liegt.“

Welchen Film synchronisiert er denn gerade? Schließlich hat er als Schauspieler in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen wie „Adelheid und ihre Mörder“, „Da kommt Kalle“, „Die Rettungsflieger“ und „Alarm für Cobra 11“ schon Produktionsluft schnuppern können. „In der Ärzte-Serie ,The Knick von Steven Soderbergh synchronisiere ich den Ambulanz-Fahrer Tom Cleary“. Die fiktive Handlung der Serie spielt im Knickerbocker Hospital in New York City („The Knick“) und zeigt das Berufs- und Privatleben des Dr. John W. Thackery (Clive Owen) und seiner Kollegen im frühen 20. Jahrhundert. Schmeer lächelt: „Da gibt es dermaßen krasse Szenen — dagegen ist ,Dr. House Kinderprogramm für den Sonntagvormittag.“ Die Regie der Synchronisation führt Hilke Flickenschildt, Nichte der „Grande Dame“ der Schauspielerei Elisabeth Flickenschildt. Als Schauspielerin war Hilke Flickenschildt auch einige Jahre am Lüneburger Theater engagiert. „Das war vielleicht ein Zufall“, meint Schmeer. „Und ein bisschen Glück wars auch. Sie hat die Leute dermaßen angepfiffen, dass uns manchmal das Wort im Hals stecken blieb. Doch die gemeinsamen Theaterwurzeln haben uns schnell wieder zusammengebracht.“