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Sie prüfen, ob es funktioniert: Gudrun Jakubeit und Hans-Hermann Jantzen haben das erste Kartenspiel ausgepackt. Foto: t&w
Sie prüfen, ob es funktioniert: Gudrun Jakubeit und Hans-Hermann Jantzen haben das erste Kartenspiel ausgepackt. Foto: t&w

Die Stiftung Diakonie hat ein Lüneburger Liederquartett herausgebracht

oc Lüneburg. Jetzt können die Karten mal wieder neu gemischt werden. Spielen ist unter Freunden und in Familien mehr denn je ein großes Thema — nicht nur, aber besonders zur Weihnachtszeit. „Warum nicht wieder Quartett?“ fragt Hans-Hermann Jantzen. Aber eigentlich fragt er ja gar nicht, er fordert zum Spielen auf. Der frühere Landessuperintendent steht der Lüneburger Stiftung Diakonie vor und hatte eine Idee. Nach fast neun Monaten wird sie Realität: „Das Lüneburger Liederquartett“. Es dient einem guten Zweck, und Jantzen fand Mitstreiter, die den Karten eine attraktive Optik gaben, allen voran die Malerin Gudrun Jakubeit.

Quartettspielen mag aus der Mode gekommen sein, und seit 1952 das erste Autoquartett erschien, wandelte es sich zum Wettstreit um PS, km/h und cm³. Das Liederquartett führt zurück zum eigentlichen Kartentauschen. Das Spiel verfolgt, wie bei vielen klassischen Quartetten üblich, einen pädagogischen Hintergedanken. Es will das gemeinsame Singen fördern und greift ein Wort von Martin Luther auf: „Wer singt, betet doppelt!“ Der Luther-Bezug ist Jantzen mit Blick auf das Reformationsjubiläum 2017 wichtig. „Ohne den von Luther geförderten Gemeindegesang wäre die Reformation anders verlaufen“, sagt der Theologe. Bewusst hat er für das Quartett evangelische Kirchenlieder in den Blickpunkt gerückt.

Das Quartett umfasst 48 Lieder bzw. Karten, aufgeteilt in zwölf Themen. Es gibt Lieder für Advent, Weihnachten und Ostern, für Morgen und Abend, aber auch Themen wie Frieden und Gerechtigkeit, Natur und Jahreszeiten, Psalmen und weitere. Viele berühmte Lieder von „Macht hoch die Tür“ bis „Lobe den Herren“ finden sich und einige, die nur Kenner auf Anhieb singen können. Wie im Gesangbuch aber ist jeweils zur ersten Strophe der — von Horst-Rainer Hartwig eingerichtete — Notensatz mitgedruckt. Also: keine Ausreden! „Wer ein Quartett voll hat, kann sich ein Lied wünschen, das dann gemeinsam gesungen wird“, schlägt Jantzen vor.

Um das Quartett unverwechselbar zu machen, zog Jantzen die Grafikerin Britta Ruge und vor allem die Malerin Gudrun Jakubeit ins Spiel. Jakubeit hat viele prominente Lüneburg-Motive gemalt, natürlich auch die historischen Innenstadtkirchen. Das sind drei, das Quartett ergänzt die Klosterkirche Lüne, die Jakubeit bisher nicht, aber nun für das Kartenspiel in ihre bildnerische Sprache übertrug. „Ich fand die Idee sehr schön, war aber zunächst etwas skeptisch, ob es eine Zielgruppe gibt“, sagt sie. Die Skepsis ist verflogen: 900 von 5000 bei der von Sternschen gedruckte Quartette seien schon vor Auslieferung verkauft, sagt Britta Grampp von der Stiftung Diakonie. Die Stiftung kann, wenn alle Quartette verkauft sein sollten, mit einem soliden fünfstelligen Betrag rechnen.

Die Stiftung Diakonie ist aus Lüneburg nicht wegzudenken, Sie unterstützt Hilfseinrichtungen wie das Stövchen, die Schuldnerberatung, Ma Donna, die Ehe- und Lebensberatung und die drobs. Viel Arbeit, die viel Hilfe braucht. 8,50 Euro kostet das Lüneburger Liederquartett, es ist im Buchhandel zu finden und bei den Innenstadtkirchen.