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Das Vamos liegt zu Füßen des Libeskind-Baus; die Zukunft der Kultur- und Partyhalle ist ungewiss. Foto: t&w
Das Vamos liegt zu Füßen des Libeskind-Baus; die Zukunft der Kultur- und Partyhalle ist ungewiss. Foto: t&w

Der Vertrag für das Vamos läuft noch bis Ende 2016

oc Lüneburg. Wer Kulturprogramme plant, ist längst im Jahr 2017 angekommen. „Wir hängen in der Luft“, sagt Felicitas Willnath, „wir können nichts machen.“ Sie organisiert das Kulturprogramm für das Vamos, das Haus, das in Lüneburg so etwas wie die Stadthalle darstellt, als Ort für Comedy, Kabarett und Konzert. Das Vamos, seit 1994 von Studierenden genutzt, seit 1997 als „Vamos! Kulturhalle“ von Campus betrieben, hat noch einen Mietvertrag bis Ende 2016. Was dann wird, steht in den Sternen. Neben dem Vamos wächst der Libeskind-Bau samt Audimax. Das Uni-Präsidium muss sich entscheiden, wie es weitergehen, wer auf dem Leuphana-Gelände was betreiben soll.

Es geht nicht allein um das weit über die Uni hinaus bekannte Vamos. Es geht ebenso um das ebenfalls von Campus betriebene Café Neun am Hörsaalgang, auch da läuft der Vertrag mit der Uni Ende 2016 aus. Und es geht darum, wer im Audimax Programm macht, an Tagen, wenn der Raum nicht von der Uni belegt ist, und wer die 200 Plätze bietende Mensa betreibt, die im Bereich des neuen Zentralgebäudes entsteht.

Klaus Hoppe, Campus-Geschäftsführer, scharrt sozusagen mit den Füßen. Er ist, im Verbund mit Partnern, interessiert. Aber das ist alles eine Frage der Konditionen, und um die zu erfahren, braucht es eine Ausschreibung seitens der Hochschulleitung. Zwischen Campus und dem Präsidium herrscht allerdings nicht das, was man bestes Einvernehmen nennen kann. Der heutigen Hochschulleitung war es immer ein Dorn im Auge, dass Campus in seinen Anfangsjahren, also vor der Ära Spoun/Keller, Unigebäude zu subventionierten Konditionen erhielt, dass für das Vamos lange Jahre keine Miete zu zahlen war. Verhandlungen zwischen beiden Parteien verliefen in den vergangenen Jahren immer in einem Umgang, der als distanzwahrend beschrieben werden kann.

Die Unileitung bestätigt den bis Ende 2016 laufenden Vertrag mit der Campus Management GmbH. Zum Vamos teilt sie mit: „Wer das Gebäude nach diesem Zeitpunkt betreiben wird, steht noch nicht fest.“ Das lässt vieles zu. Weiter: „Für die Veranstaltungsflächen im neuen Zentralgebäude der Leuphana strebt die Universität eine professionelle externe Vermarktung an. Das betrifft auch das Audimax.“ Eine Ausschreibung solle „zeitgerecht“ erfolgen, heißt es aus der Hochschulleitung. Im Gebäude neun beabsichtigt die Universität, „auch in Zukunft ein gastronomisches Angebot für die Universitätsmitglieder zu ermöglichen“.

Inwieweit das Audimax für kulturelle Veranstaltungen attraktiv wird, muss sich erweisen. Die „technische Ausstattung ist in erster Linie auf die Anforderungen der Universität ausgelegt, daher gibt es auch keine Hinterbühne“, heißt es auf LZ-Anfrage. Möglich sei aber die Durchführung von Musikveranstaltungen, Messen oder Vorträgen.

Hoppe wäre aktuell und auch kurzfristig an einer Vamos-Vertragsverlängerung interessiert. Auch an einer langfristigen, die Halle ist nun einmal ideal für Veranstaltungen in der Größenordnung bis zu rund 1000 Plätzen (im Stehen). Da ist sie zurzeit alternativlos in Lüneburg. Dass etwas an der Fassade gemacht werden müsste, um neben dem Libeskind-Bau nicht wie eine Baracke zu wirken, das ist Hoppe klar.

48000 Euro Miete sind aktuell im Jahr für das Vamos fällig. Denkbar wäre aber auch, dass die Uni das Vamos 2017 abreißt oder das Gebäude an einen anderen Betreiber vermietet. Der müsste sich um eine neue Konzession bemühen, was wegen fehlender Stellplätze nicht einfach wäre, und fände zudem eine dann weitgehend leere Halle vor. Tresen, Bühne, Licht- und Tontechnik wurden von Campus eingebaut. Sie könnten theoretisch wenige Meter weiter wieder aufgebaut werden. Campus Management gehört das Campus Center, eine heute von Sparkasse, UniBuch und anderen genutzte Fläche im Herzen des Campus mit rund 1400 Quadratmetern.

One comment

  1. Leonard Karstens

    „48.000 Euro Miete sind aktuell im Jahr für das Vamos fällig“.

    Wer sich klar macht, dass die beiden Uni-Präsidierenden in etwa die dreißigfache Summe jährlich hereinzuspielen haben werden, um auch nur die laufenden Kosten des „Eventkomplexes Libeskind-Audimax“ decken zu können, wird sich leicht ausrechnen, welche „Kräfte“ Klaus Hoppe und seiner Campus Management GmbH zuwachsen müssten, um den „hohen“ Vermietungs- und Vermarktungsansprüchen gerecht zu werden.