Aktuell
Home | Kultur Lokal | Ritterakademie: Die letzte 1st Class Session des Jahres war auch für die Kindertafel ein Erfolg
Am Nachmittag besuchte die Kindertafel die Session-Probe, Roman Lob (zweiter von rechts) sang für die Gäste seinen Hit Standing Still. Foto: t&w

Ritterakademie: Die letzte 1st Class Session des Jahres war auch für die Kindertafel ein Erfolg

oc Lüneburg. Pat Appleton kam aus Dubai herangeflogen, Roman Lob schipperte gerade drei Wochen auf Kreuzfahrt nach Mauritius, Seychellen und solchen Traumzielen. Popmusiker, so scheint es, die haben es gut. Aber der Schein trügt, die meisten suchen in einem knallharten Geschäft einen Weg, um zu überleben. Dass die Pat und der Lob gut bei Stimme sind, bewiesen sie bei der jüngsten 1st Class Session in der Ritterakademie.

Stimmt der Tourplan von Pat Appletons Internetseite, dann hatte sie bei der 1st Class Session ihren siebten Auftritt in diesem Jahr. Da ist der Dubai-Gig mit ihrer Band De-Phazz aber nicht mit drin. Roman Lob, 2012 noch in Baku Sänger für Deutschland, kündigt auf seiner Homepage sein aktuelles Album an, es erschien im Juli 2014. Na ja, im Internet steht eben viel und viel eben auch nicht.

Pat Appleton ist also die Stimme von De-Phazz, jener Band, die Elektronik und Jazz zu einer Mischung verbindet, die gern Lounge genannt wird. Gerade hat De-Phazz Hits wie „The Mambo Craze“ als Jazzquintett aufgenommen, akustisch im Studio, das Album erscheint Ende Januar. In der Ritterakademie war eine Frau mit einer phantastischen Soul- und Funkstimme zu erleben, die dazu ein unaufgeregtes Temperament einbringt. Sie sang eigene Lieder auf Deutsch und auch ein paar Klassiker: „Light My Fire“ von den Doors, 140-fach gecovert, Pat Appleton folgt der Shirley-Bassey-Variante. Dass sich Pat Appleton auch mal verhaut, das ist eben Session und wird von der Band locker weggegroovt.

Im Wechsel mit Pat Appleton kam Roman Lob ans Mikro. Er war eigentlich der Star des Abends, lieferte im ersten Set allerdings nicht viel mehr als solides Songverarbeiten. Da trug ihn die Band mit Drummer Stefan Höfele, Keyboarder Max Schuller, Robbee Mariano am Bass und Peer Frenzke, der mit sensiblen, dann hoch virtuosen und oft überraschenden Wegen auf der Gitarre neben den Sängern Hauptträger der Session ist

Lob, 25 Jahre jung, war zuletzt mit Alexander Eisseles Bigband in Lüneburg, 2014 bei der 20-Jahre-Vamos-Party. Eissele, im Hauptberuf Klarinettist bei den Lüneburger Symphonikern, kam mit Kolleginnen zur zweiten Showhälfte, vorher probten sie für die Operngala am 19. im Theater. Musik hat eben viele Seiten. Eissele bekam einen nun deutlich stärkeren Lob zu hören, da fühlte sich der Sänger in den Songs wohler, animierte zum Mitmachen, und natürlich packte er zum Finale seinen Song für Baku aus: „Standing Still“.

Den hatte er schon am Nachmittag gesungen, für eine Gruppe aus der Kindertafel, die Birgit von Paris zu einer Probe mitgebracht hatte. Das letzte Konzert 2015 der 1st Class Session hatte einen Benefizcharakter. Der Session-Verein, Campus als Betreiber der Ritterakademie und Roman Lob stifteten der Kindertafel 750 Euro. Das Engagement auch fürs Soziale hat sich der von Gudrun Reimers angeführte Verein auf die Fahne geschrieben — und das für junge Bands. Den Part vertrat an diesem Abend OIC, das sind drei Jungs aus Uelzen, die gerade auch das Loifior-Konzert im Salon Hansen eröffneten und ihren aus dem Folk gespeisten Pop auf EP herausgebracht haben. Viel Talent, viel Energie — das macht Spaß.

2 Neues Jahr, neue Session: Am Freitag, 15. Januar, kommen Rick Washington und Konrad Wissmann in die Ritterakademie.

One comment

  1. Moin, moin !
    Mir hat übrigens Roman Lob sehr gut gefallen, auch im ersten Set! Für mich war er der Star des Abends, und über das Gefallen der Stimme kann man sich ja bekanntlich streiten 😉 ich war von der schreienden oder zum Teil übersteuerten Stimme von Pat Appleton auch nicht immer begeistert!
    Für mich alles in allem ein gelungener Auftritt der beiden, ein sehr interessanter grooviger Konzert Abend!
    Ich komme gerne wieder, alleine die Band ist schon ein Grund dafür!
    LG aus Lübeck Silke Barth