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Sebastian Pufpaff zeigte sich als Comedian mit guter Kondition und hoher Trefferquote. Foto: t&w
Sebastian Pufpaff zeigte sich als Comedian mit guter Kondition und hoher Trefferquote. Foto: t&w

Comedian Sebastian Pufpaff im Kulturforum

ff Lüneburg. Eigentlich hat Malte Sebastian Pufpaff — er heißt wirklich so! — Rechtswissenschaften und Politik studiert. Aber mit diesem Namen Rechtsanwalt oder Richter werden? Das geht gar nicht. Also wechselte er, um allen blöden Kommentaren vorzubeugen, in das naheliegende Fach, zu den professionellen Witzbolden. So jedenfalls geht die Anekdote. Wie auch immer, es war wohl eine gute Entscheidung. Pufpaff ist erfolgreich, im ausverkauften Kulturforum bot er nun die temporeiche Show eines konditionsstarken Comedians.

Politisches Kabarett gehört zu den signifikanten Merkmalen des Kulturforums, und damit absolvierte Sebastian Pufpaff, Jahrgang 1966, hier vor einigen Jahren ein Gastspiel noch vor recht übersichtlicher Besucherschar. Mit zunehmender TV-Präsenz aber startete der Solo-Künstler auch auf Tournee richtig durch, ohne sich groß mit aktuellen politischen Inhalten aufzuhalten.

Themen gibt es ja auch so genug. Auf dem Wochenmarkt zum Beispiel, wo es Mozarellakügelchen zu kaufen gibt, deren Kaufpreis dem von Trüffeln entspricht. Oder im Supermarkt, wo die Produktnamen eher als Imperativ aufzufassen sind: Neben dem Klassiker „Nimm zwei!“ gibt es Rasierklingen „Mach 3“. Okay, Pufpaff hat bisher nur eine Tochter, da gibt es also daheim noch einiges zu tun. Fündig wurde der Rheinländer — „Hör ma!“ — auch im Gewürzregal, bisher hatte er „Beifuß“ immer beim Hundefutter verortet.

Solche Kalauer funktionieren nur, wenn sie in schneller Folge abgefeuert werden, und da ist der Mann im grauen Anzug unschlagbar dynamisch und präzise. Und es macht gar nichts, wenn er mal olle Kamellen serviert, also zum Beispiel über Berufsschüler schwadroniert, die in ihrem pubertären Kauderwelsch einfach nicht zu verstehen sind.

Noch so ein beliebtes Thema: Hotlines. Pufpaff hat sich einen Kopfhörer made in China gekauft, prompt funktioniert er nicht. Der frustrierte Kunde bringt sich in Stellung, greift zum Telefon freut sich darauf, mal jemanden so richtig rund zu machen. Doch was ist das? Der Mann am anderen Ende der Leitung ist konsequent freundlich und bietet ihm gleich ohne großes Lamento an, noch am gleichen Tag einen besseren Kopfhörer zu schicken. Manchmal bereitet das Leben wirklich herbe Enttäuschungen.

Wirklich originell ist die Chronologie der Apparaturen, mit denen man/frau sich auf öffentlichen Toiletten die Hände abtrocknet — vom solitären, harngetränkten Handtuch über den Mechanismus mit dem Endlos-Tuch, das immer nur zentimeterweise herauszuziehen ist, bis zum Warmluft-Automaten, der allerdings sofort wieder verstummt, wenn man den Knopf loslässt. „Ich habe schon Männer gesehen“, so Pufpaff, „die den Knopf mit der Stirn bedienen“. Eine schöne Vorstellung.

Übrigens: Der Name Pufpaff soll angeblich auf hanseatische Schwarzpulverhändler zurückgehen. Das würde passen, denn so wie mit den alten Musketen kaum ein Ziel zu erwischen war, so ballerte auch Sebastian Pufpaff wild in alle Richtungen, dabei landete er allerdings eine ganze Reihe von Treffern. Das Publikum jedenfalls genoss — und honorierte — die virtuose Knallerei.