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Da zieht der feine Herr Grundeis ein finsteres Gesicht, aber es hilft ihm nichts mehr: Die jungen Detektive haben ihn in Berlin gestellt. Foto: t&w
Da zieht der feine Herr Grundeis ein finsteres Gesicht, aber es hilft ihm nichts mehr: Die jungen Detektive haben ihn in Berlin gestellt. Foto: t&w

Premiere für den Erich-Kästner-Klassiker „Emil und die Detektive“ im e.novum-Theater

es Lüneburg. Einschlafen auf einer Eisenbahnfahrt zur Großmutter nach Berlin, noch dazu mit satten 140 Mark in der Tasche? Das darf eigentlich nicht passieren, Emil weiß das genau — und trotzdem wird Emil Tischbein im Schlaf Opfer des gerissenen Taschendiebs Grundeis, der schon auf dem Bahnhof ein Auge auf den Jungen geworfen hatte. So beginnt die Geschichte, die Kinderbuchautor Erich Kästner seinen kleinen Helden vor rund 80 Jahren auf den Leib geschrieben hat. Im e.novum-Theater ist das Abenteuer nun auf der Bühne zu erleben.

Noch heute finden seine Bücher ein begeistertes Lesepublikum. Dass sich der Journalist Erich Kästner seinerzeit überhaupt dem Kinderbuch zuwandte, ist seiner Verlegerin Edith Jacobsohn zu verdanken, die ihn dazu animierte. In „Emil und die Detektive“ neben „Pünktchen und Anton“ und „Das fliegende Klassenzimmer“ — bestimmt die am meisten gelesenen und geliebten Bücher aus der Kästnerschen Feder — verarbeitet der Autor ein eigenes Erlebnis aus seiner Dresdner Kindheit. Und weil die Erinnerungen daran wohl noch ziemlich wach waren, sind ihm auch seine Figuren ganz besonders gut gelungen.

Da ist der pfiffige Emil (Jakob Richter), der sich in der großen Stadt nicht unterkriegen lässt. Schnell sammelt er einen Trupp von treuen Gefährten um sich und nimmt die Verfolgung des Taschendiebs auf. Mit Gustav (Sami Kjell Köppe), dem Inhaber einer heiß begehrten Fahrradhupe, gibt es zwar hier und da kleinere Eifersüchteleien um Emils reizende Cousine mit dem hübschen Namen Pony Hütchen (Carmen Bracho). Und die kleine Professorin, hinreißend naseweis gespielt von Johanne Burmeister, hat es manchmal ein bisschen schwer, sich mit ihren sehr vernünftigen Vorschlägen gegen die anderen Berliner Jungs und Mädels durchzusetzen — aber letztendlich kommt alles, wie es kommen muss: Taschendieb Grundeis wird nach einer originellen Verfolgungsjagd (mit Spielzeugautos über den Stadtplan geht auch, da braucht es keine aufwändigen Spektakel) in der Bank festgesetzt, wo der seine Diebesbeute soeben unverfänglich deponieren wollte.

Bis es zu diesem Happy End kommt, haben alle Akteure einiges geleistet. Mit mehrfachem Einsatz in verschiedenen Rollen zeigen Lise Esman, Rahel Dubke, Wiebke Pannbacker und Johanna Schreiber Wandlungsfähigkeit und Textsicherheit. Außerdem singen und tanzen sie zu der klug ausgewählten Musik von Mathias Wegener, der die Darsteller am Klavier begleitet. Die liebevolle Auswahl der Kostüme oblag Branka Zelenovic, die den Zeitgeist der 1931 entstandenen Geschichte gut trifft.

Die Dezember-Vorstellungen sind ausverkauft. Danach sind Emil und seine Verbündete wieder am Sonntag, 10. Januar, und am Dienstag, 12. Januar, im e.novum-Theater zu sehen.