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Mit Harry-Potter-Hörbüchern feierte Rufus Beck Erfolge, jetzt trug er in Lüneburg Texte mit Weihnachtsbotschaften vor. Foto: t&w
Mit Harry-Potter-Hörbüchern feierte Rufus Beck Erfolge, jetzt trug er in Lüneburg Texte mit Weihnachtsbotschaften vor. Foto: t&w

Rufus Beck liest Weihnachtliches in St. Johannis

ina Lüneburg. Der Innenraum der Johanniskirche ist ins warme Licht von mehr als hundert Kerzen getaucht. Der Motettenchor St. Johannis verzaubert unter Leitung von Joachim Vogelsänger mit acht Stimmen in zwei Chören „O magnum mysterium“ von Giovanni Gabrieli die Herzen: „Als sie den Stern sahen, wurden die Weisen aus dem Morgenlande von großer Freude erfüllt: Und sie gingen in das Haus und brachten dem Herrn dar Gold, Weihrauch und Myrrhe…“ Begleitet werden die wunderbaren Stimmen, die sonst mit den Hamburger Symphonikern, der Hannoverschen Hofkapelle und dem Concerto Brandenburg musizieren, vom Blechbläserensemble Lappland, für das Landesposaunenwart Ulf Pankoke den Dirigentenstock schwingt.

Als Stargast liest Rufus Beck von der Kanzel aus Weihnachtsgeschichten. Was möglicherweise profan klingt, ist ein wahres Abenteuer. Denn der Schauspieler („Der bewegte Mann“) und Autor („Kinder lieben Märchen und entdecken Werte“) ist vor allem als Interpret auf Hörbüchern bekannt und ausgezeichnet worden. Als phänomenal intonierender Vorleser der „Harry Potter“-Romane hat er Goldene und Platin-Platten eingeheimst, die Geschichte „Der kleine Nick“ des Asterix-und-Obelix-Erfinders René Goscinny hat er ebenfalls auf CDs gebannt. Davon gibt er Kostproben.

„Ich freue mich schon auf Weihnachten“ beginnt in der Schule. Es ist der letzte Tag vor den Weihnachtsferien, und Nick und seine Freunde diskutieren über das Thema Geschenke. Georg, der immer und zu jeder Zeit Geschenke von seinen Eltern bekommt, prahlt mit einer neuen Fliegerbrille. Und ehe sich die Jungs versehen, gibt es Krach. In „Heiligabend“ beginnt Nicks Papa erst am Morgen des heiligen Abends mit den Vorbereitungen fürs Fest. Auch wenn Mama große Bedenken hat, so meint Papa, alles im Griff zu haben. Doch schon beim Kauf des Weihnachtsbaums gibt es erste Probleme. Es ist nämlich gar nicht so einfach, am Heiligabend einen schönen Baum unbeschadet mit dem Bus nach Hause zu transportieren. Und auch das Schmücken verläuft nicht ganz so, wie Papa sich das vorgestellt hat. . .

„Ich bin ein Esel, alt und schwach, I-a, ich habe in der Heiligen Nacht im Stall von Bethlehem gewacht und manchmal leis I-a gemacht, I-a“ so beginnt das im Anschluss von Rufus Beck rezitierte Gedicht des 1997 gestorbenen Schriftstellers James Krüss. Auch die große Lady des englischen Kriminalromans Agatha Christie kann mit einer Weihnachtsgeschichte über einen störrischen Esel aufwarten. Sie beginnt düster: „Es war einmal ein sehr unfolgsamer kleiner Esel. Er liebte es geradezu, unfolgsam zu sein. Wenn ihm etwas auf den Rücken geladen wurde, dann warf er es ab, und er rannte den Leuten nach und versuchte, sie zu beißen.“ Doch nach einigen Ereignissen und Läuterungen nimmt sein Leben zur Weihnachtszeit eine positive Wendung: „Und der kleine Esel wusste plötzlich, dass er nicht mehr in die Zukunft sehen wollte. Er wollte nur in den Tag hinein leben“ Daran können wir Weihnachtsgestressten uns ein Beispiel nehmen.