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Christian Elster und Gabriela Sommer beim Aufbau ihres Fahnenwegs vor der Flüchtlingsunterkunft in der Theodor-Körner-Kaserne. Foto: t&w
Christian Elster und Gabriela Sommer beim Aufbau ihres Fahnenwegs vor der Flüchtlingsunterkunft in der Theodor-Körner-Kaserne. Foto: t&w

Land-Art-Künstler Christian Elster will mit Fahnen ein Zeichen der Verständigung setzen

ff Lüneburg. Einen eigenen Beitrag leisten will Christian Elster mit seinem Land-Art-Projekt „UnserHaus“ bei dem Versuch, Flüchtlingen in Lüneburg ein Refugium zu geben, also einen Moment der Ruhe. Natürlich spielen da Mittel der Kunst eine zentrale Rolle:

Rund 250 Fahnen säumen einen — 140 Meter langen — Weg der Begegnung, der, von der Ebstorfer Landstraße abzweigend, zum Tor Nummer sechs, zur Notunterkunft in der Theodor-Körner-Kaserne führt. Hier soll übermorgen, Mittwoch, eine 40 Meter lange Tafel mit Feuer- und Kochstellen aufgebaut werden, serviert wird dann an Heiligabend ab 15 Uhr. Motto: „Licht im Schatten — beieinander ankommen“. Die Rezepte der (meist einfachen Volks-)Gerichte stammen aus Syrien, Afghanistan, aus Albanien und aus Deutschland. Gemeinsames Essen ist nun mal ein Grundelement der Gastfreundschaft, der Begegnung, des Kennenlernens.

Eventuell gibt es auch Live-Musik entsprechend internationaler Herkunft. Da setzt Christian Elster, und sonst führt der Weg der Begegnung zwangsläufig ins Nichts, auf die Kooperation mit den Flüchtlingen. Kontakte sind geknüpft, die DLRG und die Willkommensinitiative beteiligen sich als Partner an dem Projekt.

Die Fahnen sind fernöstlicher Herkunft, „sie symbolisieren die Verbindung zum Himmel“, so Christian Elster. Und: „Auch in der christlichen Überlieferung steht die weihnachtliche Erneuerung der Verbindung von Himmel und Erde sowie die Geburt einer neuen Spiritualität im Kontext von Armut, Obdachlosigkeit, Flucht und Gewalt.“

Christian Elster, Jahrgang 1952, ist Psychologe, Theater-Therapeut, Gärtner — und eben, seit rund zehn Jahren, Land-Art-Künstler. Neben Arbeiten, die sich auf feste Orte wie etwa Seen bezogen, verwirklichte er zuletzt eine Fahrt im Zeichen eines Eis als Keimzelle des Lebens. Der rund 5000 Kilometer lange Weg mit dem riesigen Ei im Gepäck führte nach Georgien, konzipiert als Begegnung mit den Menschen, ihren religiösen Traditionen und Empfindungen, nicht zuletzt mit den gewachsenen Kulturlandschaften.

Nun also begegnet Elster den Fremden daheim, nähere Informationen gibt es im Web unter UnserHaus-ce.de.