Aktuell
Home | Kultur Lokal | Das Krimidebüt „Die Hand“ des Rullstorfers Peter Schierwater führt nach Amerika
Mit Laptop und USA-Landkarte: Peter Schierwater hat die Schauplätze seines Krimis besucht. Foto: ff
Mit Laptop und USA-Landkarte: Peter Schierwater hat die Schauplätze seines Krimis besucht. Foto: ff

Das Krimidebüt „Die Hand“ des Rullstorfers Peter Schierwater führt nach Amerika

ff Rullstorf. Journalisten werden mit vielen seltsamen Personen und merkwürdigen Ereignissen konfrontiert, das ist nun mal ihr Beruf. Dass in der Redaktion der Washington Post ein Päckchen landet, in dem — sorgsam in ein Geschirrtuch eingewickelt — ein abgeschnittener Zeigefinger liegt, erschreckt die Mitarbeiter dann doch. Ein Fall für die Kriminalpolizei, für Lieutenant Michael Done­ghan vom Washington Police Department, für Seargent Phi­lipp Rosen und seine Kollegin Donna Ferguson. Dann taucht der nächste Finger auf. Diese Geschichte hat ihre Anfänge in Rullstorf.

„Die Hand“ (BuchWerkStatt Berlin, 2015, 17,90 Euro ) heißt der Kriminalroman von Peter Schierwater, ein Debüt. Eigentlich ist der Rullstorfer, Jahrgang 1957, Betriebswirt, im Brotberuf arbeitet er für eine IT-Firma an Software-Programmen für Lebensversicherungen. „Eines Tages, vor ungefähr einem Jahr, habe ich einfach angefangen zu schreiben“, so Peter Schierwater. Was zunächst nur aus Lust am Erzählen, als Ablenkung, als Mittel gegen Stress gedacht war, entwickelte sich rasch zu einer ausgewachsenen Story.

Aber einfach ins Blaue hineintippen, das wollte Peter Schierwater auch nicht. Er entwickelte ein Exposé, ein Handlungs-Gerüst mit rund 100 Kapiteln, das schließlich ausgefüllt wurde und auf mehr als 400 Seiten wuchs — „ich habe die Geschichte x-mal überarbeitet, natürlich müssen die Details schlüssig sein“. Da half dem Software-Experten die Berufserfahrung, der Computer sieht systematische Fehler im Plot. Wenn etwa ein Protagonist am Anfang der Geschichte 42 Jahre alt ist, dann sollte er ein Jahr später 43 sein.

Der Finger gehörte offensichtlich Susan Warden. Sie war leitende Mitarbeiterin eines Hotels, nun liegt sie ermordet in der Tiefgarage. Am Tag darauf wird Kim Richards tot aufgefunden, ihr fehlt ebenfalls ein Finger. Was verband die beiden Frauen? Der Krimi spielt in Washington, New York, Florida, und der Autor legt Wert darauf, dass die Schauplätze authentisch sind, er hat sie ausführlich bereist.

Der Autor ist also USA-Fan, auch bei den Krimis: John Grisham und Jill Hofman, James Patterson, David Baldacci und Jilliane Hoffman sind die wichtigsten Vorbilder, vielleicht noch Jussi Adler-Olsen. Der Debütroman ist im Handel, ein zweiter Roman inzwischen so gut wie fertig, und nun widmet sich Peter Schierwater dem Schreiben eines Drehbuchs für „Die Hand“, das ist ein ganz anderes Ding. Schließlich sind viele Passagen nicht einfach übertragbar, die Gedanken der Akteure zum Beispiel. Zu diesem Zweck lernt der Autor per Fernstudium von Profis. Für den Fall, dass ein Sender tatsächlich Interesse zeigt, hat Peter Schierwater die Schauplätze eingedeutscht, alles andere wäre auch viel zu teuer. Also: Berlin statt Washington, für New York kommt Hamburg ins Spiel — und für Florida natürlich Lüneburg.