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Kompakter Klang, fröhliche Farben: Der Zwei-Meter-Mann Alfred Willering dirigiert das Orchester Harmonie Crescendo Gramsbergen. Foto: t&w
Kompakter Klang, fröhliche Farben: Der Zwei-Meter-Mann Alfred Willering dirigiert das Orchester Harmonie Crescendo Gramsbergen. Foto: t&w

Gelungene Premiere für das Dahlenburger Neujahrskonzert

ff Dahlenburg. Wer als musikalischen Einstieg in das neue Jahr den Radetzky-Marsch benötigt, also ein echtes Neujahrskonzert nach dem berühmten Vorbild der Wiener Philharmoniker, der hatte im Raum Lüneburg jetzt eine weitere Gelegenheit: Neben dem Lüneburger Theater und den Konzerten des Göttinger Sinfonie-Orchesters im Bleckeder Haus lockte nun auch Dahlenburg als Konzert-Standort — eine Premiere also: In der Dreifeldturnhalle im Dorn musizierte das Orchester Harmonie Crescendo Gramsbergen.

Statt die gewohnten Johann-Strauss-Walzer, Polkas und Operetten-Arien abzuspulen, hatten die Gäste aus den Niederlanden unter der Leitung von Alfred Willering ein vielschichtiges Programm vorbereitet, das neben Gassenhauern wie „Berliner Luft“ auch eher märchenhafte Melodien wie „Lebuinus ex Daventria“ und den „Avatar“-Soundtrack bietet. Als Klarinetten-Solisten waren Lisa Edelijn und Nick Tegelaar angekündigt. Die Polka „Pie in the Face“ von Henry Mancini beispielsweise kommt, der Titel lässt es erahnen, als turbulentes, slapstickhaftes Zirkustückchen daher, das einige Virtuosität verlangt. Ein anderes Werk für Soloklarinette: „Victors Tale“ aus dem Film „The Terminal“, schmeichelte sich als echter Ohrwurm bei den Zuhörern ein. Aus ihrer Heimat brachten die Musiker(innen) „Sa Musica“ von Jacob De Haan mit, eine Komposition, die zunächst mit großer Fanfare um Aufmerksamkeit wirbt, um dann ein Kaleidoskop verschiedener — oft dramatischer — Tonfarben zu zeigen, dazu gehören auch typisch spanische Themen. Eher zum Dahinschmelzen: „For the beauty of the earth“ von John Rutter. Perlen zum Entdecken also, aber ganz ohne den guten alten, gleich mehrfach gespielten Radetzky-Marsch — zum Mitklatschen, erst leise, dann laut — geht es auch nicht, zumal das Publikum mehrere Zugaben forderte. Moderiert wurde das Konzert von einem Musiker.

Mehr als 400 Besucher füllten die Halle. Das war für Wolfgang Prause, den Vorsitzenden des Arbeitskreises Gramsbergen, und seine Mitarbeiter(innen) eine schöne Bestätigung. Denn: Für die Dahlenburger Gastgeber, die Landfrauen wie die DLRG und zahlreiche andere Organisationen, stellte das Ganze auch eine Herausforderung dar: Immerhin sollten rund 80 Besucher (davon 50 Musiker) untergebracht werden, und weil große Orchester-Konzerte, das liegt in der Natur der Sache, nicht für ein Butterbrot zu haben sind, halfen sieben Vereine als Sponsoren. Groß vorstellen mussten sich Gäste und Gastgeber dafür nicht: Gramsbergen und Dahlenburg verbindet eine Partnerschaft, deren 40-jähriges Jubiläum jetzt gefeiert wird. Eine Turnhalle ist für Konzerte als Ambiente eigentlich suboptimal, aber eine Lasershow bereicherte den Abend mit zusätzlichen Farben, und auch die Akustik, durch einen schallschluckenden Teppich verbessert, bereitete keine Probleme. Also: Premiere gelungen.