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Malerin Gabriele Schmalfeldt, Pastor Bernd Skowron (Mitte) und Henning Rößner vom Kirchenvorstand präsentieren Bilder der Ausstellung. Foto: ff
Malerin Gabriele Schmalfeldt, Pastor Bernd Skowron (Mitte) und Henning Rößner vom Kirchenvorstand präsentieren Bilder der Ausstellung. Foto: ff

Die Lüneburger Kreuzkirche ist nun auch ein Platz für Malerei und Fotografie

ff Lüneburg. „Kirche schafft Räume“, sagt Bernd Skowron, das ist im theologischen Sinne gemeint, Kirche schafft Räume für Erkenntnis, Meditation, Rückzug. Der Pastor der Lüneburger Kreuzkirche meint das aber auch wörtlich: Räume für Talente, für Kunst. Am Sonntag, 17. Januar, drehte sich der Gottesdienst um das Thema „Bild“, es folgte der Wechsel vom Theologischen zum Konkreten: Um 11 Uhr wurde eine Ausstellung mit Gemälden von Gabriele Schmalfeldt eröffnet, das war zugleich eine Premiere für die Kirche als Kunst-Raum.

Seit März vergangenen Jahres steht ein edler, großformatiger Steinway-Flügel neben dem Altar. Damit will sich die Gemeinde — neben Lüneburgs berühmter Orgellandschaft der großen alten Stadtkirchen — als „Pianokirche“ im Konzertbetrieb etablieren, das Projekt ist inzwischen mit einigem Erfolg angelaufen. Nun kommt also auch die Bildende Kunst ins Spiel, damit nimmt die Gemeinde das Ende eines Fadens wieder auf, der bereits im Jahre 1999 gesponnen wurde.

Das große Altarbild der Kirche besteht aus neun quadratischen Elementen, gestaltet von dem Künstlerpaar Ingema Reuter und Gerd Winner. Im Mittelpunkt steht der Kopf Jesu aus der „Geißelung Christi“ von Tintoretto aus dem 16. Jahrhundert in einer modernen Interpretation. Jetzt setzt sich aktuelle Kunst fort in einem Zyklus von 22 Bildern, den Gabriele Schmalfeldt zum Thema „Menschen“ schuf.

Begonnen hat die Lüneburger Malerin damit vor zwei Jahren, die Arbeiten tragen Titel wie „Gemeinsam“, „Helfende Hand“ und „Rückblickend“ — ideal für die Eröffnung der kleinen Kirchen-Galerie. Erlebnisse, Erinnerungen und Überlegungen bilden den Hintergrund für die Szenarien, die auf den ersten Blick unübersichtlich und nicht klar zu fassen erscheinen, wie das eben so ist. Die titelgebenden Menschen sind durchweg gesichtslos, manchmal nur durch einige Konturen angedeutet, die Darstellungs-Ebenen schieben sich ineinander, die Protagonisten vermengen sich — mehr oder weniger — mit den Strukturen ihrer Umgebung. Sie wirken wie Getriebene, seltener wie Handelnde, es ist auch manchmal nicht ganz klar, wie viele Personen da eigentlich im Spiel sind.

Neben den aktuellen Gemälden wird die Präsentation durch ältere Arbeiten abgerundet. Sie zieht sich von der Kirche durch die Flure des Gemeindehauses und seine Räume. Ungefähr alle zwei Monate soll die Ausstellung — Malerei, Grafik oder Fotografie — wechseln. Zu sehen sind die Arbeiten zu den normalen Zeiten des Gemeindebetriebs, in jedem Fall dienstags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr (und nach Vereinbarung).

Als Pianokirche öffnet das Haus wieder am Sonnabend, 30. Januar, 20 Uhr, dann gestalten die Münchener Pianistin Maria Anastasia Hörner und Markus Menke, Konzertmeister der Lüneburger Symphoniker, zusammen mit Bernd Skowron einen Abend mit dem Titel „Brahms in Musik und Lesung“.