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Willy Gaida malt jetzt und bestückt seine erste Ausstellung. Sie ist noch am kommenden Wochenende im Kulturforum zu sehen. Foto: oc
Willy Gaida malt jetzt und bestückt seine erste Ausstellung. Sie ist noch am kommenden Wochenende im Kulturforum zu sehen. Foto: oc

Willy Gaida zeigt seine „Seelenwelten“

oc Lüneburg. Sein Arbeitsleben hat Willy oder Willi Gaida, den keiner Wilfried nennt, als Psychiatriearbeiter verbracht. So nennt er das. Aber das ist ja nur eine Seite des großen, kräftigen Manns mit Bärenstimme. Sie hat der 1951 geborene Lüneburger für einige Bands eingesetzt, sie hießen etwa Muckhole Perkins, Superphoen und Willy & Die Kometen. Seine Liebe zu rauen Stimmen ließ er auch bei der Playlist für die LZ durchblicken: Tom Waits. Cocker etc. kamen darin vor. Nun hat sich Willy Gaida der Malerei verschrieben, und dass er seine allererste Ausstellung „Seelenwelten“ nennt, das passt.

Willy Gaida hat immer ein Herz und einen Blick für die gehabt, die ihren Weg neben der Spur genommen haben. Dort ist es bunter, da hat ihn die Psychiatrie viel gelehrt. Gaida geht auch ans Grab des unvergessenen, 2010 gestorbenen Lebenskünstlers Fidel, und sinniert dort mit Alfred Blohm bei einem Bier über Gott, vielleicht auch über ihn, und die Welt, das ganz bestimmt. Blohm erinnerte daran bei seinen Worten zur sehr gut besuchten Eröffnung im Kulturforum.

Das Vielschichtige, Mehrdeutige, das prägt die Bilder, in denen Gaida eine eigene Handschrift zeigt. Die Bilder, alle in einem gleichen Hochformat gemalt, bekommen in mehreren Lagen einen Farbgrundton, und darüber spielen sich unerzählbare Geschichten ab. Comic­ähnliche Figuren und Gesichter tauchen auf, sie erinnern an den Zeichner, der Gaida ja nun doch schon lange ist. Die Menschen, die da angedeutet werden, tragen etwas Gequältes, Einsames, Suchendes, Dunkles mit sich. Es ist, als stiegen aus den – sich überlagernden – Formen und Farbflächen Geschichten und Erinnerungen empor wie aus Träumen, die man verjagen will, die sich aber nicht abschütteln lassen. Das Wiederkehrende und seine Variationen, auch davon ist viel zu sehen.

Wie im Traum, so offenbart sich in Gaidas Bildern eine Gleichzeitigkeit von Ereignissen, die im Wachzustand nacheinander geschehen – wenn überhaupt. Treffend brachte Alfred Blohm die Gaida-Kunst damit auf einen Nenner. Es ist darüber hinaus auch ein ausgeprägter Sinn für das Absurde in den Bildern zu finden, und unterm Strich sind sie zwar überwiegend, aber nicht ausschließlich düster.

Mit der Musik hat Willy Gaida nicht abgeschlossen, er setzte sich zum Start der Ausstellung ans Keyboard und sang eines seiner Lieder: „Was ist das, was du Seele nennst?“ heißt es da, und die Frage und das Suchen sind natürlich sinniger als das Fabrizieren einfacher Antworten.

Willy Gaidas „Seelenwelten“ sind noch am Sonnabend, 23. Januar, von 15 bis 18 Uhr und am Sonntag, 24., von 11 bis 18 Uhr zu sehen. Man kann da gut über Götter und Welten reden und über das Akzeptieren von Leben, die nicht nach der Norm abschnurren.