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Ole Ohlendorff zeichnet die Vorlage für sein Porträt von David Bowie. Die Liste der „Dead Rock Heads“ wird lang und länger. Foto: ap
Ole Ohlendorff zeichnet die Vorlage für sein Porträt von David Bowie. Die Liste der „Dead Rock Heads“ wird lang und länger. Foto: ap

Ohlendorffs Dead Rock Heads: Jetzt ist David Bowie dran +++ mit Video

ap Winsen. David Bowies „Lazarus“ ist laut aufgedreht. Andreas „Ole“ Ohlendorff hat die Augen geschlossen, bewegt den Kopf im Takt. Der Bleistift zeichnet feine Striche auf der Leinwand. Es wird ein Porträt von David Bowie. Der 58-jährige Maler aus Winsen sitzt mittlerweile an seinem 132. Werk des Projekts „Dead Rock Heads“, in das er bislang schon 20 Jahre Lebenszeit investierte. Die Karriere begann mit Bleifstiftzeichnungen von Bikern am Lüneburger Stintmarkt. Mittlerweile ist der Künstler bundesweit bekannt für seine Bilder von musikalischen Legenden.

Als David Bowie am 10. Januar an den Folgen seines Krebsleidens starb, werkelte Ohlendorff noch am Bildnis des Motörhead-Sängers Lemmy Kilmister. Sofort war klar, Bowie müsse er als nächstes malen. „Ich bin bei jedem Bild total neugierig, was passiert“, sagt er. Das Porträt David Bowies besteht momentan noch aus Bleistiftstrichen und schwarzer Farbe, „das Grundgerüst steht“, so Ohlendorff. Großer Bestandteil des Malprozesses ist das letzte Album des Musikers „Black Star“, das Bowie am 8. Januar, an seinem 69. Geburtstag, veröffentlichte. In den melancholischen Stücken setzte er sich explizit mit dem Tod auseinander. Zu diesem Zeitpunkt wusste noch niemand, wie krank David Bowie bereits war. Zwei Tage später starb er. „Das Album hat er im Duktus seiner eigenen Sterblichkeit konzipiert. Das war seine Art, sich mit der Vergänglichkeit auseinanderzusetzen“, weiß Ohlendorff, für den David Bowie ein großer Musiker war. Das Cover des Albums greift der Winsener in dem Porträt auf, ein noch fein gezeichneter Stern umrahmt das Gesicht des Verstorbenen.

„Dead Rock Heads“ bedeutet für den ehemaligen Roadie Vergänglichkeit, Musik und Identität. Jedes einzelne Werk zeige einen „Charakterkopf“, wie Ole Ohlendorff es nennt. „Der Individualität des Gesichtes will ich auch gerecht werden“, sagt der Künstler, der stets im Format 130 mal 80 Zentimeter malt.
Die Liste mit noch zu zeichnenden Musikern ist lang, „darauf stehen nochmal Hundert, die es meiner Meinung nach würdig sind, in die Serie aufgenommen zu werden“, sagt Ohlendorff. Denn bei den „Dead Rock Heads“ geht es nach ihm, nach seinen Idolen. Für ihn sind die Porträts eine „malerische Hommage“ an die Künstler, zeigen seine persönliche Verbindung, seine Sichtweise.

One comment

  1. Immerwieder erschütternd, dass das mit der geborgten Wichtigkeit funktioniert.
    Gab es nix interessantes zu berichten?