Aktuell
Home | Kultur Lokal | Albrecht Mayers erste Musikwoche Hitzacker widmet sich der Pastorale
Albrecht Mayer startet in vier Wochen in sein erstes  Hitzacker-Festival. Foto: ealovega
Albrecht Mayer startet in vier Wochen in sein erstes Hitzacker-Festival. Foto: ealovega

Albrecht Mayers erste Musikwoche Hitzacker widmet sich der Pastorale

oc Hitzacker. Albrecht Mayer, mutmaßlich der weltbeste Mann an der Oboe, gerät ins Schwärmen. „Schon als ich das erste Mal in dieses bezaubernde Städtchen kam, war ich unmittelbar gefangen genommen von der Schönheit der Landschaft und der Liebenswürdigkeit der Menschen“, schreibt Mayer zur Begrüßung auf der Internetseite des Festivals, das er in diesem Jahr zum ersten Mal leitet. Mayer übernimmt, wie berichtet, die Musikwoche Hitzacker von Gründer Ludwig Güttler und will mit seinem ersten Programm eine „Hommage an die wunderschöne Deichlandschaft der Elbtalauen und mein Ins­trument, die Oboe“ feiern. Das Motto lautet darum „Pastorale“.

Das Wort steht zum einen für Musik aus dem Barock, eine Zeit, in der die beschaulichen Hirtenmusiken nicht nur, aber vor allem zur Weihnachtszeit populär waren. Der Auftakt zur zweiten Kantate in Bachs Weihnachtsoratorium mag als berühmtes Beispiel dienen. Pastorale, das meint aber etwas allgemeiner die musikalischen Beschreibungen von Landschaften. Bekanntester Fall: Ludwig van Beethoven überschrieb seine sechste Sinfonie „Pastoral-Sinfonie oder Erinnerungen an das Landleben“.

Das Werk von Bach und das von Beethoven, sie finden sich wie Eckklammern in den 16 Punkten der Musikwoche, die vom 4. bis 13. März stattfindet. Bachs Sinfonia erklingt beim — bis auf Restkarten — ausverkauften Eröffnungskonzert mit Albrecht Mayer, Mahon Esfahani (Cembalo) und den Hamburger Symphonikern, am 5. März. Die Beethoven-Sinfonie steht beim Finale am 13. März mit Albrecht Mayer und der Kammerakademie Potsdam auf dem Programm. Beide Konzerte finden im Verdo statt.

Der Auftakt am 4. März im Verdo sollte in einem Rezitationskonzert mit Roger Willemsen stattfinden. Er musste nun den Termin aufgrund seiner ernsten Erkrankung absagen. Einen „Ersatz“ kann es eigentlich nicht geben, aber es wird eine Lösung gefunden werden. „Wir arbeiten daran“, sagt Julia Steudel, die Pressesprecherin der Musikwoche, „und sind auf einem sehr guten Weg“.

Das dicht gestrickte Programm bietet in der Folge reine Konzerte, Interpretenporträts, Gesprächs- und Rezitationskonzerte, einen schon ausverkauften Jazzbrunch und vieles mehr. Erwartet werden Künstler wie der ohne Arme geborene Hornist Felix Klieser, der den Leonard-Bernstein-Award 2016 erhält, die Pianisten Igor Levit und Markus Becker, Klarinettist Andreas Ottensamer, Schauspieler Joachim Król und viele mehr.

Eine Änderung hat sich ergeben: Josefine Göhmann wird beim Kammerkonzert „Der Hirt auf dem Felsen“ am Freitag, 11. März, um 20 Uhr in St. Johannis nicht singen. Ihren Part übernimmt Ania Vegry, Sopranistin an der Staatsoper Hannover.

Einige Güttler-Formate sind geblieben: In einer Instrumentenwerkstatt kommen am 7. März um 11 Uhr in der Johanniskirche Albrecht Mayer und Oboenbauer Ludwig Frank zusammen. Das Gesprächskonzert zu einer Bach-Kantate rückt nun ins Abendprogramm und wird mit Musik von Vivaldi bereichert: Die Kantate „Ich habe genug“ erklingt am 7. März um 20 Uhr in St. Johannis, mit dabei sind Albrecht Mayer, Bariton Timothy Sharp, Cembalist Mahan Esfahani und das von Mayer gegründete Ensemble New Seasons.

Alle Programme unter www.musikwoche-hitzacker.de.