Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Das pinkfarbene Kunststoff-Krokodil  -- Cracking Art -- wurde aus Italien nach Wetzen geholt.
Das pinkfarbene Kunststoff-Krokodil -- Cracking Art -- wurde aus Italien nach Wetzen geholt.

Cracking Art: Wetzen und Barskamp von bunten Kreaturen bewacht

ff Wetzen/Barskamp. Ein riesiger pinkfarbener Alligator lauert in Wetzen. Er kauert auf dem Grundstück an der Hauptstraße, Ecke Am Butterberg. Autofahrer schauen verblüfft, längst ist das Monster zu einem Dorfmittelpunkt geworden. „Hinter dem Krokodil die zweite Straße links“, so oder so ähnlich lauten Wegbeschreibungen für Orts-Unkundige.

Sein Besitzer Horst Rottmann freut sich über die Aufmerksamkeit für seinen stillen Wächter: „Hier verabreden sich Menschen miteinander, Kinder machen Selfies mit dem Krokodil.“ Aber woher stammt das gewaltige Reptil?

Den hölzernen Ritter von Barskamp schuf sein Besitzer selbst. Foto: ff
Den hölzernen Ritter von Barskamp schuf sein Besitzer selbst. Foto: ff

Horst Rottmann hatte es auf einer Ausstellung im italienischen Bergamo entdeckt, der „Mostra bestiale“, einer Messe in einem Einkaufszentrum. Hier zeigte die Künstlergruppe „Cracking Art“ ihre Exponate: Kunststoff-Tiere in grellen Farben, hergestellt aus recyceltem Kunststoff. Das ist die Botschaft der Gruppe: behutsamer Umgang mit Ressourcen, Verantwortung für die Umwelt, Erhaltung der Artenvielfalt. Die Cracking Art Group besteht aus sechs Künstlern aus Italien, Belgien und Frankreich, ihre Skulpturen sind häufig im öffentlichen Raum ausgestellt. Horst Rottmann war fasziniert, förderte das Messen-Projekt und holte einen der fünfeinhalb Meter langen Alligatoren nach Wetzen – „es gibt in Deutschland nur zwei Exemplare!“

Noch steht das Krokodil allein im Grünen, im Frühling aber öffnet Horst Rottmann den Stall: Dort warten 15 weitere Cracking-Art-Geschöpfe – unter anderem Pinguine, Widder, Schildkröten und ein Delphin.

Ein ganz anderer Wächter ist der mächtige, überlebensgroße Ritter an der Durchfahrt von Barskamp. Sein Besitzer ist zugleich sein Schöpfer. Dirk Wulf hat mittlerweile eine ganze Reihe von Skulpturen gefertigt. „Oft schon wurde ich gefragt, wie ich zum Schnitzen gekommen bin – und ob ich in meinem Beruf als Postbote nicht ausgelastet sei“, sagt Dirk Wulf, und beantwortet die Frage per Homepage; also: „Nach einer Einladung zu einer Hochzeit suchten meine Frau und ich nach einer passenden Verpackung für ein Geldgeschenk. Schnell entstand die Idee, da das Brautpaar Pferdeliebhaber ist, einen Holzpferdekopf zu schnitzen, an dem man das Geld anbringen könnte. Die Pferde meiner Frau standen Modell, wurden vermessen, um eine Skizze anzufertigen.“

Das Pionier-Projekt verlief offensichtlich erfolgreich, denn, so der angehende Bildhauer weiter: „Später versuchte ich mich an einer ersten Eule für meinen Garten. Ich fand Gefallen an der Arbeit, stöberte durchs Internet und wurde fündig“. Und so wurde die Kettensäge zum Künstlerwerkzeug, „Chainsaw Carving war mein neues Hobby“.