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Cliff (Raimund Becker-Wurzwallner) staunt, was Rose für seltsame Dinge in ihrem Zuhause aufbewahrt  zum Beispiel eine Rose von Jericho. Foto: ff
Cliff (Raimund Becker-Wurzwallner) staunt, was Rose für seltsame Dinge in ihrem Zuhause aufbewahrt zum Beispiel eine Rose von Jericho. Foto: ff

Die Proben für William Mastrosimones „Tagträumer“ in der KulturBäckerei laufen

ff Lüneburg. Cliff hat Pause. Sein Truck ist kaputt, er steht in einer Werkstatt, nun hängt der Fernfahrer in einem grauen Kaff herum und wartet darauf, endlich wieder starten zu können. Zum Glück lernt er Rose kennen. Sie arbeitet in einem Supermarkt, sieht wirklich gut aus, nett ist sie anscheinend auch, und sie möchte tatsächlich mit ihm den Abend verbringen — vielleicht sogar die Nacht? Natürlich ist alles etwas komplizierter, wie das Leben an sich. Davon erzählt das Stück „Tagträumer“. Es feiert Freitag, 19. Februar, Premiere in der KulturBäckerei.

Gerade ist das „Theater zur weiten Welt“, das sind im Kern Birgit Becker und Raimund Becker-Wurzwallner, mit Daniel Glattauers „Gut gegen Nordwind“ durch. Da haben zwei Menschen — ausschließlich über E-Mails — gespottet und geflirtet, sich abgetastet, angenähert. Nun also die „Tagträumer“ von William Mastrosimone, Cliff und Rose, Birgit und Raimund, treffen sich ganz real bei ihr daheim. Das ist eigentlich schon die Handlung, aber nun geht es erst richtig los.

Denn Rose ist schon ein bisschen seltsam. Sie hat sich in einer kargen Bude eingenistet und träumt von einer schöneren Welt, vom Meer, vielleicht vom Märchenprinzen. Cliff dagegen ist gründlich desillusioniert. Seine Frau erwischte er mal mit dem Nachbarn, gegen weitere Demütigungen hat er sich nun mit einem ganzen Waffen­arsenal von Macho-Sprüchen ausgerüstet. Rose nimmt alles ernst, Cliff nichts. Die schnelle Nummer fällt also aus, aber Rose lockt Cliff mit ihrer Art aus der Reserve, so entsteht eine anrührende Beziehung.

William Mastrosimone, 1947 in Trenton/New Jersey, geboren, gilt als einer der wichtigsten und meistgespielten zeitgenössischen Autoren Amerikas. Nach seinem Studium begann er, Theaterstücke zu schreiben. 1981 erschien sein erstes Stück, eben „Tagträumer“, für das er 1982 den Los Angeles Drama Critics Award für das beste Off-Broadway-Stück erhielt. Er wurde auch als Drehbuchschreiber weltbekannt.

Regie für die Lüneburger Inszenierung führte Rüdiger Walter Kunze, die Tagträumer liefen bereits 2008 im T.NT. „Wir hatten uns das Stück, als wir noch in Berlin lebten, als Visitenkarte für Lüneburg erarbeitet“, so Raimund Becker-Wurzwallner. „Die Regie ist im Wesentlichen die gleiche geblieben. Aber natürlich hat sich über die Jahre unser Verständnis für die festgefahrenen Situationen von Cliff und Rose verändert. Beide haben sich ihre Würde bewahrt, das ist ein wenig wie bei einem Stück von Kaurismäki“.

Die Premiere am Freitag beginnt um 19.30 Uhr; weitere Termine: 20. Februar, 11., 12. und 18. März, 2. und 24. April. Tickets: LZ und Abendkasse, eine Stunde vor Beginn.