Aktuell
Home | Kultur Lokal | Die Niederdeutsche Bühne Sülfmeister feiert Premiere mit „Pension Schöller“
Philipp Klapproth (Johannes Möddel) möchte gern einmal richtige Verrückte kennenlernen. Er wird nicht enttäuscht, 
Eugen Rümpel (Stefan Schmidt) gibt sein Bestes. Foto: nh
Philipp Klapproth (Johannes Möddel) möchte gern einmal richtige Verrückte kennenlernen. Er wird nicht enttäuscht, Eugen Rümpel (Stefan Schmidt) gibt sein Bestes. Foto: nh

Die Niederdeutsche Bühne Sülfmeister feiert Premiere mit „Pension Schöller“

ff Lüneburg. Philipp Klapproth geht es gut. Er ist Apfelbauer, und der Hof läuft nicht schlecht. Schon länger hegt Herr Klapproth einen — zugegeben: etwas schrägen — Wunsch: Er möchte eine Nervenheilanstalt besuchen, also einmal echte, gewissermaßen amtlich beglaubigte Verrückte erleben, um dann am Stammtisch jede Menge Anekdoten von all diesen Irren erzählen zu können. Und dann ist da Alfred Klapproth, sein Neffe, er will an das das Geld von dem Alten heran. Um ihn bei Laune zu halten und sich ein wenig in Erinnerung zu bringen, organisiert er tatsächlich einen Besuch. Allerdings nicht in einer echten Anstalt, sondern in der „Pension Schöller“.

So heißt eine Komödie — genauer: ein Schwank in zwei Akten — von Carl Laufs und Wilhelm Jacoby. Mit einer von Manfred Hinrichs ins Plattdüütsche übersetzten Fassung feiert das Ensemble der Niederdeutschen Bühne Sülfmeister am Freitag, 19. Februar, Premiere im Studio des Lüneburger Theaters. Regie führt Burkhard Schmeer.

Die Pension Schöller also soll als Klapsmühle für den wohlhabenden Onkel herhalten. Eigentlich kein Problem, denn die Gäste sind, nun ja, tatsächlich ein wenig exzentrisch. Alles verläuft glatt, Philipp Klapproth ist begeistert von all diesen skurrilen Menschen. Doch dann starten die vermeintlichen Irren einen Gegenbesuch bei Klapproths auf dem Bauernhof.

Die Sülfmeister haben sich einen unverwüstlichen Gassenhauer ausgesucht. „Pension Schöller“, 1890 uraufgeführt, wurde zunächst im Wiener Carltheater gespielt, in Österreich ist vor allem die Bearbeitung von Hugo Wiener für die Wiener Kammerspiele aus den 1970er-Jahren durch etliche TV-Sendungen bekannt. In Deutschland wird das Stück mit zwei geradezu legendären Altstars der Bühnenkomödie verbunden: Willy Millowitsch und Harald Juhnke. Amateur- und Profitheater nehmen es landauf, landab gern ins Programm.

Die Sülfmeister-Riege besteht fast durchweg aus erfahrenen Darstellern, die wichtigsten Rollen spielen Johannes Möddel (als Philipp Klapproth), Regina Stahn, Tanja Scheele, Michael Wieghardt, Klaus Dieter Bossow, Anna Schoolmann, Stefan Schmidt, Beate Meyer, Georg Becker und Jürgen Schmidt. Die Premiere ist ausverkauft, ebenso sämtliche 16-Uhr-Vorstellungen. Die nächsten Termine: 21., 26. und 27. Februar, 4., 5., 11., 12., 18. und 19. März, jeweils 20 Uhr.

Ab 14. Mai gastiert die Niederdeutsche Bühne Sülfmeister mit einer weiteren Produktion im T.NT Studio — „Maandschientarif“, also: Mondscheintarif. Regie führen Agnes Müller und Britta Focht, sie hatte die Komödie von Ildikó von Kürthy (auf Hochdeutsch) im Jahre 2004 selbst im T.NT gespielt.

Und noch ein Ausblick: Am 28. Februar feiern „De lütten Sülfmeister“ im e.novum-Theater Premiere mit „Meisterdetektiv Kalle Blomquist“.