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Gustav Peter Wöhler greift zum Hut und geht mit seiner Band wieder auf Tournee, heute in Bremen, am 26. in Lüneburg. Foto: Charlie Spieker
Gustav Peter Wöhler greift zum Hut und geht mit seiner Band wieder auf Tournee, heute in Bremen, am 26. in Lüneburg. Foto: Charlie Spieker

Interview mit Gustav Peter Wöhler, der sein neues Programm im Lüneburger Vamos singt

oc Lüneburg. Es zieht Gustav Peter Wöhler hin und her. Mal steht er vor der Kamera, mal spielt er Theater, und nun singt er wieder. Wöhler, 59 Jahre jung oder alt, wie mans nimmt, hat mit seiner Band ein neues Programm erarbeitet, es bietet wieder eine lange Reihe von Lieblingsliedern des Mannes, den es zwischen Hamburg und Berlin hin und her zieht. Mit seiner Band ist Wöhler, der in Statur und Stimme gleichermaßen prägnant ist, seit wenigen Tagen „on the road“. Die Straßen führen auch nach Lüneburg, am Freitag, 26. Februar, ist das „Shake A Little“-Programm um 20 Uhr im Vamos zu erleben. Zwischen den Konzerten hat Wöhler noch Zeit für ein kurzes Interview über das Älterwerden, Ironie und die Stadt seiner Wahl.

Sie werden im Sommer 60 Jahre alt, manche finden das ziemlich grausam
Wöhler: Ich finde das nicht grausam, ich bin auch gerne 50 geworden. Das ist Teil des Lebens, dass man älter wird, das hat sich bis auf Arthrose bei mir bisher auch nicht ausgewirkt. Also: keine Angst vor der 60!

Spiegelt sich das Älterwerden denn in Ihrem Programm?
Wöhler: Ein wenig schon. Das Programm ist nicht nur rocklastig, es sind schon einige ruhige Stücke, auch Balladen, darunter. Vielleicht spiegelt sich darin ein etwas anderer, sich wandelnder Zugriff auf die Musik

Es gibt in jüngerer Zeit ein Sterben der Rock-Ikonen: David Bowie, Paul Kantner, Glenn Frey, Maurice White, berührt sie das?
Wöhler: Oh ja, sehr. Gerade David Bowie, da war ich sehr schockiert. Ich liebe seine Musik, er war ein phantastischer Künstler. Ich erinnere mich noch gut an ein Konzert 1978 in Düsseldorf. Das wirkt nach.

Spielt bei der Auswahl von Liedern auch Außermusikalisches eine Rolle, persönlicher biographischer Bezug etwa?
Wöhler: Bei der ersten Auswahl, wenn wir noch so im Brainstorming-Bereich sind, sicher. Da hängt viel mit persönlichen Erfahrungen, mit der eigenen Geschichte zusammen. Bei den Proben entwickelt sich das dann zum Musikalischen hin, das ist dann letztlich das Entscheidende.

Wie wichtig ist so etwas wie eine ironische Distanz beim Covern von Songs?
Wöhler: Das kommt drauf an, wie ich zu dem Song stehe. es gibt Lieder, die meine ich sehr ernst, da ist kein Raum für Ironie. Aber wir haben auch „Nur geträumt“ von Nena im Programm, das ist dann sehr ironisch.

Der Antrieb zu den Konzerten ist die Lust an der Musik. . .
Wöhler: Ja, klar,
. . . aber gibt es einen Anspruch, der über das reine Unterhalten hinausgeht?
Wöhler: Das wird kein pädagogischer Abend, die Leute sollen ihren Spaß haben. Wir haben außerdem einige Songs ausgesucht, die ein wenig in Vergessenheit geraten sind, es gibt da einiges zu entdecken.

Sie singen Hits und Lieder anderer, schreiben Sie auch eigene Texte?
Wöhler: Nein, bisher nicht. Aber das ist nicht ausgeschlossen, man entwickelt sich ja weiter, in jedem Alter.

Sie leben in HH und B, können Sie sich nicht entscheiden?
Wöhler: Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich in Hamburg bleiben. Aber mein Mann hat viel in Berlin zu tun, wie jetzt bei der Berlinale, da ist es sehr praktisch, dass wird eine Wohnung in Berlin haben.

Sieht man Sie auch wieder im Theater?
Wöhler: Das auch in Berlin, ab Oktober im Tipi am Kanzleramt als Prinz Sternschnuppe in Paul Linckes „Frau Luna“.