Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Moderatorin Lulu Mimeuse alias Philip Richert bittet Bariton Ulrich Kratz bei der Benefiz-Gala zum Einsatz. Foto: t&w
Moderatorin Lulu Mimeuse alias Philip Richert bittet Bariton Ulrich Kratz bei der Benefiz-Gala zum Einsatz. Foto: t&w

Große Benefiz-Gala zugunsten von Geflüchteten im ausverkauften Theater

oc Lüneburg. Locker 2500 Jahre zurück — Euripides, „Medea“, Chor der Korintherinnen: „Denn der Heimat beraubt zu sein, nenn ich der Übel größtes.“ Das Wort flutete am Ende eines langen und einzigartigen Abends im Theater Lüneburg den Saal. Drei Stunden hatten zuvor Mitglieder aus Schauspiel, Musik und Tanz mit ihren Kollegen aus Technik, Kostüm, Requisite und allen anderen Abteilungen ein Programm gezaubert, das natürlich eigentlich viel zu lang und trotzdem keine Minute zu kurz war. Die Benefiz-Gala zugunsten der Hilfe für Geflüchtete wurde zu einem begeistert gefeierten Erfolg — und eigentlich war die Gala ja noch viel länger.

Denn schon weit vor dem Öffnen der Türen zum Saal präsentierten sich im Foyer des Theaters Initiativen aus Stadt und Kreis, die sich allen negativen, allen populistischen Trends zum Trotz Tag um Tag für Menschen einsetzen, die aus nackter Not nach Deutschland kommen. Schauspieler Fabian Kloiber, einer der Motoren der Gala, bat die Gruppen zum kurzen Gespräch auf ein Podest. Somit war dies nicht nur ein Abend der direkten Hilfe, sondern auch einer der Wertschätzung.

Dann aber stöckelte Lulu Mimeuse auf die Bühne. Sie ist der Star dieser Spielzeit. Lulu Mimeuse, das ist bekanntlich Philip Richert, auch einer aus dem Schauspielteam, von dem diese Benefiz-Gala ausging. Lulu moderierte den Abend, kackfrech, schonungslos anderen und sich selbst gegenüber, aber immer dann ernst, wenn es angebracht war. Gut 30 Künstler aller Sparten kamen in den folgenden Stunden auf die Bühne, es war oft umwerfend witzig und mitreißend, aber auch berührend und nachdenklich. Unmöglich, das zu differenzieren. Schön, dass auch viele dabei waren, die nicht oder nicht mehr fest zum Ensemble gehören. Gage gab es nicht, hier ging es um Solidarität, und verdienten Beifall aus dem ausverkauften Saal bekamen sie alle. Unschätzbar wertvoll, so ein Theater mitten in der Stadt, im Kreis und in der Region zu haben!