Aktuell
Home | Kultur Lokal | Operndoppel im Theater Lüneburg: „Cavalleria Rusticana“ und „Der Bajazzo“
Szene aus Leoncavallos Bajazzo: 
Franka Kraneis als Nedda und Karl Schneider als Canio. Foto: tamme/theater
Szene aus Leoncavallos Bajazzo: Franka Kraneis als Nedda und Karl Schneider als Canio. Foto: tamme/theater

Operndoppel im Theater Lüneburg: „Cavalleria Rusticana“ und „Der Bajazzo“

lz Lüneburg. Mit Pietro Mascagnis „Cavalleria Rusticana“ und Ruggero Leoncavallos „Der Bajazzo“ kommt am Sonnabend, 5. März, der zweite Opernabend dieser Spielzeit auf die Bühne des Theaters Lüneburg. Es geht in dem häufig zusammengestellten Doppel zweimal um große Gefühle und Dramen — um verratene Liebe, Eifersucht, Zurückweisung und tödliche Zuspitzungen.

Neben ihrer inhaltlichen und stilistischen Nähe vereint die beiden gut einstündigen Werke auch der Umstand, dass sie anlässlich des gleichen Kompositionswettbewerbs entstanden sind. Während Mascagnis Stück es unter die drei Siegerwerke schaffte und somit 1890 in Rom uraufgeführt wurde, konnte Ruggero Leoncavallos „Bajazzo“ erst zwei Jahre später in Mailand produziert werden. Erfolgreich wurden beide.

Für die Inszenierung zeichnet Intendant Hajo Fouquet verantwortlich, das Bühnen- und Kostümbild stammt von Stefan Rieckhoff. Gemeinsam setzten sie in Lüneburg bereits zahlreiche Opernabende in Szene, darunter Puccinis „Tosca“, Tschaikowskys „Eugen Onegin“, Donizettis „Lucia di Lammermoor“ und zuletzt Beethovens „Fidelio“. Die Musikalische Leitung übernimmt Musikdirektor Thomas Dorsch. Bis zum 1. Juni werden „Cavalleria Rusticana“ und „Der Bajazzo“ insgesamt elfmal aufgeführt.

Beide Werke erzählen Geschichten einfacher Leute, Dorfleute im einen, Gaukler im anderen Fall. Mitten ins sizilianische Landleben führt Mascagnis „Cavalleria Rusticana“: Die junge Santuzza muss schmerzlich erkennen, dass ihr Verlobter Turiddu noch immer nicht von seiner alten Liebe Lola lassen kann. Als Santuzza tief gekränkt das Verhältnis der beiden Liebenden aufdeckt, beschwört sie ein schicksalhaftes Duell mit tödlichem Ausgang herauf.

Wie Mascagnis Oper läuft Leoncavallos „Bajazzo“ auf einen Mord aus Eifersucht hinaus. Im Mittelpunkt steht nun eine Komödiantengruppe. Canio, Clown und Chef der Truppe, lädt alle Dorfbewohner zur bevorstehenden Vorstellung ein. Hinter den Kulissen aber ist die Stimmung äußerst gereizt: Eifersüchtig und misstrauisch wacht der alternde Prinzipal über seine Geliebte Nedda. Die fiktive Handlung der Vorstellung und private Verwicklungen überlagern sich. Was die begeisterten Zuschauer zunächst für eine leidenschaftliche Komödie halten, wird plötzlich zu tödlichem Ernst.

In der Lüneburger Inszenierung stehen Karl Schneider (Turiddu/Canio), Franka Kraneis (Lola/Nedda) und Ulrich Kratz (Alfio/Tonio) in Doppelrollen auf der Bühne. Als Santuzza kehrt eine gute Bekannte als Gast zurück: Ilona Nymoen. Sie war bereits zwischen 2000 und 2008 als ständiger Gast in Lüneburg engagiert. Neddas Geliebten Silvio verkörpert Christian Oldenburg. Der Bariton begeisterte in Lüneburg unter anderem als Albert in Massenets „Werther“, als Papageno in Mozarts „Zauberflöte“ und als Eduard in Hindemiths „Neues vom Tage“. Komplettiert wird das Ensemble durch Timo Rößner (Beppo), Kirsten Patt (Lucia) sowie den Haus- und Extrachor des Theaters Lüneburg, den Kinderchor der Musikschule und zwei Artisten.

Beide Opern werden in italienischer Sprache gesungen und durch deutsche Übertitel begleitet. Für die Premiere sind noch Karten erhältlich. Jeweils eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn findet eine Einführung im Seitenfoyer statt.