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Als Tingeltangel-Ringelpulli-Truppe tritt das Quintett um Burkhard Schmeer (vorn rechts) im T.NT auf.  Foto: theater/tamme
Als Tingeltangel-Ringelpulli-Truppe tritt das Quintett um Burkhard Schmeer (vorn rechts) im T.NT auf. Foto: theater/tamme

Burkhard Schmeer startet „Lustspielspektakel“ im T.NT

oc Lüneburg. Es gibt sie noch, die verlässlichen Dinge. Wo Schmeer draufsteht, da ist garantiert Schmeer drin. Aber wer oder was ist dieser Schmeer, Vorname Burkhard? Er ist der Mann der vielen Worte, der Satzverdreher, Silbentauscher, Reimerfinder. Er ist der Mann der sprudelnden Ideen, der jedem Gag eine Chance gibt. Er singt, flötet und saxofoniert. Er salbadert, er schwadroniert, er charmiert, er lästert, er sülzt und doziert. Schmeer also ist immer und überall, eine lebende Wundertüte, und darin lauern immer Überraschung und Enttäuschung – und so ergeht es dem Besucher, der „Dr. Schmeers schwarzes Lustspielspektakel“ besucht.

Schmeer-Spektakel gibt es also nun nicht nur zur Weihnachtszeit. Er kommt außerdem nicht allein, sondern kündigt die „vier fröhlichen Fünf“ an. Das sind neben ihm Kerstin Kessel, Mirko Hüsing, Dirk Thien und Heiko Linnemann. Sie sketchen und singen sich im T.NT durch ein rund zweistündiges, schillerndes Programm, in dem alles (un-)möglich ist. es wird zitiert, erfunden, geklaut, adaptiert – eine wilde, fröhliche Schmeererei. Das Konzept pendelt zwischen Heinz Erhardt, Dada und Loriot, braust von einer Goethe/Schiller-Nummer über F.K. Waechter zu Szenen einer Ehe. Musikalisch geht es von Soft Cell zu Jacques Brel, wie es den Spielern gefällt.

Bühnenbild braucht es nicht viel. Ein Baum, fast so traurig wie der von „Warten auf Godot“, ein Gong, der im ersten Teil Szenenwechsel strukturiert, eine Gartenbank und ein paar bunte Birnen wie bei einer Schrebergarten-Sommerparty – das genügt. Das Banale steht an diesem Abend neben dem ziemlich Genialen, manches kommt eher als Füllsel daher, dann wieder zieht die Show an, und natürlich gibt es Werbepausen. Der Abend hat, grob betrachtet, zwei Oberthemen. Im ersten Teil liefert der Frühling Stichworte. Teil zwei startet als 3D-Radioshow, Szenen vom Kiez bei Nacht inklusive.

Das Publikum hat über weite Strecken viel Spaß. Burkhard Schmeer hat in und um Lüneburg seit Jahren treue Fans, gerade hat er sich auch als Regisseur bei den Sülfmeistern behauptet. Wie deren „Pension Schöller“ ist das mit viel freundlichem Beifall bedachte „Lustspielspektakel“ schon weitgehend ausverkauft. Und es wird von Mal zu Mal besser flutschen! Dafür geben wir, ohne den Dr. zu fragen, die Schmeer-Garantie.