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Keine Angst vor großen Formaten: Heike Bader mit dem Gemälde Motocycliste, also Motorradfahrer. Foto: ff
Keine Angst vor großen Formaten: Heike Bader mit dem Gemälde Motocycliste, also Motorradfahrer. Foto: ff

Heike Bader stellt im Haus der Lüneburger Avacon aus

ff Lüneburg. Angst vor der weißen Fläche — das ist Schriftstellern und Malern ein vertrautes Phänomen. Wie beginnen? Heike Bader hat mit ihrer spontanen, intuitiven Art zu malen damit eigentlich kein Problem. Aber nun galt es, eine Ausstellung zu konzipieren in einem Raum, der normalerweise von größeren Künstlergruppen gemeinsam genutzt wird. Chance und Herausfordung zugleich. Am Ende hat die Lüneburger Malerin mehr als 80 Arbeiten in Position gebracht. Ihre Ausstellung „illusionsARTig“ ist nun bis Ende Mai in den Fluren und in der Galerie der Avacon zu sehen.

Der Anfang ist also jedes Mal der Gleiche, das Ergebnis nicht. Ein Klecks Ölfarbe auf der Leinwand, die Geste, irgendwann die Suche nach Orientierung, nach Strukturen, die sich weiterführen lassen — gemalt wird mit Fingern oder mit Spachtel, das bleibt dann meist erkennbar. Es ist eine Illusion, die Heike Bader dann verfolgt, eine diffuse Vorstellung. Die Farben leuchten, was dann am Ende möglicherweise abgebildet wird, muss ihnen nicht entsprechen.

Gebirge und Küste, gleißendes Sonnenlicht, wogendes Meer oder kantige Mauern, so etwas lässt sich entschlüsseln. Dazu gibt es Titel, „Frühling in den Bergen“ beispielsweise, „Phönix“ oder „Stellwerk“, das ist aber nur eine ungefähre Festlegung, so wie etwa der Horizont ein Bild ordnet. Spannend sind die Grenzbereiche, die Mehrdeutigkeiten, die das Motiv in Bewegung halten: Sonnenlicht im See wird zu Lava, Felsen brechen ein, Architekturen wanken. Mitunter sind es richtige Untergangs-Szenarien, großes Kino, wie bei einem Hollywood-Katastrophen-Film von Roland Emmerich, wo das Unterste nach oben gekehrt wird. Anderswo schimmert eine verborgene Idylle. Dazu kommen — gesteuerte — Zufallseffekte, etwa bei der Kombination von Öl- und Acrylfarbe, von Öl und Wasser also, was sich bekanntlich nicht vermischt und zu allerhand bemerkenswerten Schlieren und Verwerfungen führen kann. Oder Heike Bader lässt Farbe auf der Oberfläche herablaufen, die dann, wenn sie getrocknet ist, mit Pastellkreide umrandet und damit gewissermaßen eingefangen wird. Da kommen Formationen zustande, die sich dann auch wieder konkret deuten lassen.

Und so bewegen sich die illusorischen Bilderwelten von Heike Bader zwischen Romantik und Pop Art, zwischen Impressionismus, Fantasy und Comic. Eine abgegrenzte Abteilung im Hause gibt es auch, das ist ein Zyklus von Lüneburg-Collage-Gemälden, bei denen die Zusammenhänge irreal sind. Aber diese (älteren) Arbeiten sollen die Ausstellung nur abrunden.