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Vanessa Ekpenyong, umrahmt von Tommy Reeve und Gitarrist Peer Frenzke. Foto: t&w
Vanessa Ekpenyong, umrahmt von Tommy Reeve und Gitarrist Peer Frenzke. Foto: t&w

Ritterakademie: 1st Class Session mit Ekpenyong und Reeve

aat Lüneburg. Soul, Funk und Pop mit Sex-Appeal hatte die 1st Class Session angekündigt, entsprechende Erwartungen wurden nicht enttäuscht: Die hochkarätige Band um den Initiator und Gitarristen Peer Frenzke gab alles, um dem optimal performenden Gesangsduo Vanessa Ekpenyong und Tommy Reeve auf hohem Niveau zur Seite zu stehen. Vor allem 70er-Hits von den Bee Gees, Stevie Wonder und Prince, aber auch temperamentstark interpretierte neuere Club-Hits und eigene Songs sorgten in der gut besuchten Ritterakademie für lockere Stimmung.

Das Vorprogramm übernahmen Gitarrist Simon Rode und Sängerin Maram El Dsoki, die an der Mannheimer Pop-Akademie studiert. Maram machte am Gymnasium Oedeme ihr Abitur. Ihre Songtexte spiegeln Gedanken, die sie bestürmen, wenn sie ihre Umgebung beobachtet. Dazu gehört, was sie aus Ägypten hört, der Heimat ihrer Eltern. Etta James und andere Größen inspirieren sie, und das ließ sie spüren: Sie sang mit Mut zu eigenem Stil, wobei auch orientalische Singtechnik an ihre Wurzeln erinnert. Der sparsam, jedoch effektiv agierende Gitarrist Simon Rode sorgte für atmosphärischen Tiefgang.

Vanessa Ekpenyong und Tommy Reeve konzertieren seit etwa drei Jahren gemeinsam, sind gut gelaunt, beziehen das Publikum ein, schaffen Club­atmosphäre, sind musikalisch gesehen ein mitreißendes Paar. Die Pop-Songs kommen solo oder auch im Duett, animieren die Band zu Glanzeinlagen: Alex Grube ist dabei sehr zuverlässig am Bass, explosiv traktiert Massimo Buonanno die Drums, Nachwuchstalent Nis Kötting fällt mit fantastischen Einlagen am Keyboard auf, und Peer Frenzke an der Gitarre ist immer wieder für wunderbare Überraschungen gut.

Für Coverversionen lassen sich Ekpenyong und Reeve durch Michael Jackson, Robin Schulz und andere inspirieren. Auch was in den Clubs läuft, adaptieren sie, etwa „Here For You“ des Tropical-House-Spezialisten Kygo. Daneben werden „Stayin Alive“ von den Bee Gees und „I Wanna Be Your Lover“ von Prince neu aufgemischt. Tommy Reeve ist der Mann mit der kraftvoll-tiefen, aber auch sehr hellen Counter-Stimme, im Duett mit Vanessa singt er gern höher als sie. Was er covert, klingt bei vollem Einsatz oft geerdeter, tanzbarer als die Originale. Manchmal bläst er dazu Mundharmonika. Auch in eigenen Songs forciert er seine Falsettkunst. Nicht minder cool und sexy in Stimme und Körpereinsatz als ihr Bühnenpartner singt Vanessa mit enormer Kraft, souverän, dem Saal zugewandt, immer funky, richtig rockig, mit Spaß und Gefühl. Das Publikum soll mitmachen, singen, und zuweilen klappt das auch so lautstark, wie von der Bühne her gewünscht.