Aktuell
Home | Kultur Lokal | „Achtung Baby“ feiert die Songs von U2
Gitarrist Carsten Stehr, Sänger Olaf Senkbeil und Bassist Andreas Hellwig feiern ihr 15-jähriges Bühnenjubiläum auf den Spuren von U2. Die Plätze der Streicher sind noch unbesetzt. Foto: kt
Gitarrist Carsten Stehr, Sänger Olaf Senkbeil und Bassist Andreas Hellwig feiern ihr 15-jähriges Bühnenjubiläum auf den Spuren von U2. Die Plätze der Streicher sind noch unbesetzt. Foto: kt

„Achtung Baby“ feiert die Songs von U2

ff Lüneburg. Die irische Rockband U2 um den charismatischen Sänger Bono und den Gitarristen The Edge gibt es seit 1978 — eigentlich sogar schon seit 1976, da hieß sie allerdings noch „Feedback“. Seit 15 Jahren ist ihnen die Lüneburger Tribute-Band „Achtung Baby“ auf den Fersen. Da kommt ganz schön viel Material zusammen. Und weil Achtung Baby nun also ein kleines Jubiläum feiert und die Vorbilder ein größeres, war ein entsprechendes Konzert fällig. Im gut besuchten Vamos zelebrierten die „Babys“ eine Rockshow ganz im Stil der Iren, und das Publikum feierte nach Kräften mit.

Statt Bono nennt sich Sänger Olaf Senkbeil Mono, und Gitarrist Carsten Stiehr ist nun „The Fake“ — ein bisschen Selbstironie gehört zu dem ganzen Zauber dazu, aber ansonsten gilt: So dicht dran am Original wie möglich. Und das gelingt dem Quartett, dem Mad M. Clinton (Andreas Hellwig) am Bass und Drummer Kai Schewe alias Marry Lullen segundo den Groove geben, erstaunlich souverän: Große Gesten, große Botschaften, ein bisschen Erlösermythos, eine tragende Stimme, obertonreiche, schwebende Gitarrenriffs, so muss es sein. Man bekommt jedenfalls eine gute Vorstellung von der Aura der Iren. Eine selbst entwickelte, stimmige Video-Show rundet den Spaß am Brimborium ab.

Natürlich stehen — neben den etwas weniger populären Titeln wie etwa „Vertigo“ oder „Freedom for my people“ — in dieser Retrospektive auch die ganz großen Kracher auf dem Programm, „With or without you“ zum Beispiel, und „Still haven`t found what I am looking for“, da haben auch die sonst nicht ganz so textsicheren Fans mitgesungen. Ehemalige Band-Mitglieder gingen an die Mikros, ein Intermezzo galt dem gerade verstorbenen Kollegen David Bowie, für den noch einmal „Space Oddity“ („Ground Control to Major Tom“) zitiert wurde.

Und weil so ein Jubiläum nicht jeden Tag gefeiert wird, hat sich Achtung Baby etwas gegönnt: „Anderswo werden Stellen gekürzt, aber wir verdoppeln uns“, so Bono alias Mono alias Senkbeil: Vier wohlbekannte Mitglieder der Lüneburger Symphoniker kamen als klassisches Streichquartett auf die Bühne, um den fetten U2-Sound bei einigen Songs zu veredeln. Rockstars schmücken sich gern mal mit ein wenig Klassik, und auch im Vamos erwies sich das Gastspiel von Konzertmeister Markus Menke und Co. als gute Idee.

Der etwas seltsame Name der Tribute-Band „Achtung Baby“ bezieht sich übrigens auf das siebente Studio-Album von U2: „Achtung Baby“ wurde größtenteils 1991 in Berlin aufgenommen, in der inspirierenden Aufbruchstimmung kurz nach dem Mauerfall also. Der Legende nach soll der Tontechniker Joe OHerlihy diese Warnung oft während der Studio-Arbeit ausgerufen und damit Mel Brooks Komödie „Frühling für Hitler“ von 1968 zitiert haben. Aber das wissen die Fans wohl.