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Das European-Jazz-Trio setzt den Schlusspunkt beim Festival, das wieder Jazz aus Europa ins Zentrum rückt. Foto: maquet
Das European-Jazz-Trio setzt den Schlusspunkt beim Festival, das wieder Jazz aus Europa ins Zentrum rückt. Foto: maquet

25 Jahre Jazznights in der Konzertscheune auf Gut Wienebüttel

oc Lüneburg. Am ersten Juni-Wochenende klingeln die Ohren. Mehrere Festivals werben in der Region um Zuhörer. In Uelzen geht es von Elton John über Mark Forster zu Roland Kaiser. Auf dem Uni-Campus wird das lunatic-Festival rund 3000 Besucher anziehen. In den Kirchen gibt es hochkarätige Konzerte beim Festival „Dialoge“ des Verbands Deutscher Konzertchöre. Ein echtes Jubiläum aber feiern die Lüneburger Jazznights: Sie gibt es seit 25 Jahren, und werden nach längerer Zeit wieder zwei Tage Programm bieten, am 4. und 5. Juni in der Konzertscheune.

Die Jazznights starten am Sonnabend um 19.30 Uhr mit dem Edgar Knecht Trio. Pianist Knecht verarbeitet mit Rolf Denecke (Bass) und Tobias Schulte (Schlagzeug) alte deutsche Volksliedthemen zu einer Mischung aus Jazz, Klassik und Weltmusik. Aktuelles Album; „Dance On Deep Waters“. Es folgt das Arild Andersen Trio. Bassist Andersen zählt zur ersten international bekannten Generation norwegischer Jazzmusiker. Von lyrisch-melancholischen, eben typisch nordischen Klängen, wechseln Andersen, Tommy Smith (Tenorsaxofon) und Paolo Vinaccia (Perkussion, Gesang) übergangslos zu Fusion, Swing und kraftvollem Free Jazz. Dritte Band am Sonnabend ist die Wolfgang Lackerschmid Connection. Der Vibraphonist schreibt Musik, bei der auch die anspruchsvollsten Passagen groovend mitreißen. Zur Connection zählen Stefan Rademacher (Bass), Guido May (Schlagzeug) und Ryan Carniaux (Trompete).

Am Sonntag, 5. Juni, geht es in der Konzertscheune um 16.30 Uhr los. Wieder sind drei Bands gebucht, zunächst das Trio der Pianistin Anke Helfrich, die in der tradierten Sprache des Jazz neue Geschichten erzählt. Ihr viertes Album „Dedication“ erschien 2015. Mit ihr kommen Dietmar Fuhr (Bass) und Jonas Burgwinkel (Drums). Den Mittelpart gestaltet Uwe Kropinski, dessen Gitarre 39 Bünde besitzt. Jazz, Blues, Klassik, Rock, Folklore, Samba, Flamenco und mehr nutzen Kropinski, Cellistin Susanne Paul und Saxofonist Vladimir Karparov. Zum Finale kommt das European Jazz Trio um den Bassisten Ali Haurand. Als Bassist und Bandleader, als unermüdlicher Initiator und Inspirator hat der aus Viersen stammende Jazzmusiker europäische Musikgeschichte geschrieben. Nun kommt er mit zwei alten Weggefährten erneut nach Lüneburg: Jiri Stivin (Flöten, Saxofon) aus Prag und Gerd Dudek (Saxofon) aus Köln. Alle drei sind kreative Gestalter der europäischen Jazzszene und bringen mit ihrem Trio ein Stück Jazzgeschichte auf die Bühne.

Gefördert werden die Jazznights vom Lüneburgischen Landschaftsverband, der Stiftung Niedersächsischer Volksbanken und Raiffeisenbanken und der Volksbank Lüneburger Heide. Zum Festival sind Kombikarten für beide Tage erhältlich, Vorverkauf: LZ-Veranstaltungskasse,

2 Ein weiteres rundes Datum ist in Sachen Kulturforum festzuhalten. Vor 30 Jahren gründete sich der Verein, der zwei Jahre später begann, auf Gut Wienebüttel Programm zu bieten — das Verdienst von Nema Heiburg, die mit Catarina Sdun das Kulturforum gründete. Die Stadt überließ das Anwesen mietfrei mit der Auflage, das Gebäude instand zu setzen und zu erhalten. Der persönliche Einsatz der Gründerinnen war sehr hoch, das folgende Programm verpflichtete sich zu künstlerisch wertvollen Beiträgen. Zu den herausragenden Ereignissen zählte 1991 die Ausstellung mit Lüneburg-Bildern von Lyonel Feininger. Seit 1989 wird auch die Scheune bespielt. Mit Unterstützung vor allem der Sparkassenstiftung wurden eine Bühne, eine Heizung und Backstage-Räume für Künstler gebaut. Nema Heiburg verließ das Kulturforum 2010. Aktuell bilden der Hamburger Kulturmanager Mathias Meyer und der Programmmacher Gebhard Dietzsch den Vorstand des gemeinnützigen Vereins. Der Verein befinde sich in einer Umstrukturierung, sagt Dietzsch — gefeiert wird das 30-jährige Bestehen nicht. Laut Satzung muss der Vorstand mindestens drei, maximal fünf Mitglieder haben.