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Ein Mannschaftsfoto zum Happy End für die zweijährige Sanierung des Theaters Lüneburg: Das freut (hintere Reihe v.l.) Detlef Lehmbruck (Kulturministerium), Theater-Geschäftsführer Volker Degen-Feldmann, Adendorfs Bürgermeister Thomas Maack, Henning Müller-Rost (LüWBau). Ingenieur Ralf Giese und Landrat Manfred Nahrstedt. Vor ihnen sitzen (v.l.) Architekt  Stefan Gropp, die Aufsichtsratsvorsitzende Renate Rudolph, Intendant Hajo Fouquet und Ingenieur Thomas Asmussen. Foto: t&w
Ein Mannschaftsfoto zum Happy End für die zweijährige Sanierung des Theaters Lüneburg: Das freut (hintere Reihe v.l.) Detlef Lehmbruck (Kulturministerium), Theater-Geschäftsführer Volker Degen-Feldmann, Adendorfs Bürgermeister Thomas Maack, Henning Müller-Rost (LüWBau). Ingenieur Ralf Giese und Landrat Manfred Nahrstedt. Vor ihnen sitzen (v.l.) Architekt Stefan Gropp, die Aufsichtsratsvorsitzende Renate Rudolph, Intendant Hajo Fouquet und Ingenieur Thomas Asmussen. Foto: t&w

Das Theater spart und spart

oc Lüneburg. Zwei Jahre lang wurde das Theater Lüneburg saniert, und keine Probe, keine Vorstellung fiel aus. Noch bemerkenswerter: Sowohl der Zeit- als auch der Finanzplan wurden eingehalten. Und noch erfreulicher: „Wir haben einen Rückgang des Energieverbrauchs um 44 Prozent, anders gesagt um 35000 Euro“, sagt Volker Degen-Feldmann als Geschäftsführer des Theaters. Dass es auch einen Wermutstropfen gibt, darüber wurde am Dienstag beim offiziellen Abschluss der rund 2,9 Millionen Euro kostenden Maßnahmen nicht gesprochen.

In zwei Schritten wurde das Haus energetisch und technisch saniert, von Dach und Fassade über Theatersessel und Raumklima zu Inspizientenanlage und Foyer-Ausstattung. „Wir freuen uns über das Erreichte“, sagte Landrat Manfred Nahrstedt zur Begrüßung und verband damit ein Plädoyer, den Betrieb des Theaters finanziell abzusichern. Nach jetzigem Stand schliddert es bis 2020 in ein Loch von 450000 Euro, so Nahrstedt. Das Lüneburger Theater bewege sich bei allen Kernzahlen in Sachen Wirtschaftlichkeit „im obersten Spielfeld“, unterstützte Adendorfs Bürgermeister Thomas Maack als Vertreter der Gemeinden Nahrstedts Worte.

Sie zielten auf das Land Niedersachsen, in Person auf Detlef Lehmbruck vom Referat für Theater und Musik im Kulturministerium. Lehmbruck bescheinigte dem Theater in Sachen Baumaßnahmen Tempo und Präzision bei der Antragstellung auf die EFRE-Fördermittel und eine „bemerkenswerte Flexibilität bei den Betriebsabläufen“. Über das Geld für die kommenden Jahre könne er aber keine Aussage machen. Er erwähnte eine Zweckbindungsfrist von 15 Jahren, die mit der Förderung einhergeht. Theater muss also sein, wie auch immer.

EFRE-Mittel von gut zwei Millionen Euro bildeten die Basis der Sanierung. 650000 Euro kamen von den Gesellschaftern Stadt und Kreis, 170000 Euro von den Gemeinden und 61000 Euro über Stuhlpatenschaften.

Dankesworte zum Thema Modernisierung kamen von Intendant Hajo Fouquet, in launiger, gleichwohl inhaltlicher Form von der Aufsichtsratsvorsitzenden Renate Ru­dolph und von Kerstin Kessel als Vorsitzende des Betriebsrates. Die Assistentin des Ballettchefs erinnerte sich noch an ein „Carmen“-Ballett, bei dem es vom undichten Dach her auf die Bühne schneite. Kessel verband ihre Worte auch mit einem Plädoyer: „Wir schaffen Identität“, darum sei es gerade in unsicheren Zeit falsch, an der Kultur zu sparen. Näheres zu den nun abgeschlossenen Baumaßnahmen demonstrierten der Lüneburger Architekt Stefan Gropp sowie die Ingenieure Thomas Asmussen (UTEC Bremen) und Ralf Giese (AMT Isernhagen).

Der Wermutstropfen: Vorbei ist es mit dem Bauen nicht. Wer tagsüber zum Theater kommt, auch am Dienstag Nachmittag, sieht Handwerker im Einsatz. Es geht um den Brandschutz. Wie berichtet, lässt sich die alte Anlage nicht erneuern, es gibt nötige Ersatzteile nicht mehr. Außerdem fordern neue Vorschriften aufwendige Eingriffe, die bis zum Herbst abgearbeitet sein sollen. Die Kosten liegen, wie Volker Degen-Feldmann bestätigt, bei rund einer Million Euro. EFRE-Mittel stehen nicht mehr bereit, Brandschutz wäre auch mit den Förderrichtlinien nicht kompatibel. Die nicht aufschiebbare und aus Sicherheitsgründen nicht diskutierfähige Maßnahme werde ohne Aufnahme eines Darlehens von rund einem Drittel der Kosten nicht umzusetzen sein. Über Geld und Theater wird — leider — weiterhin viel zu reden sein.