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Idikó von Kürthy und Hubertus Meyer-Burckhardt gucken, was das Leben für eine Frau von mehr als 40 Jahren noch zu bieten hat. Foto: t&w
Idikó von Kürthy und Hubertus Meyer-Burckhardt gucken, was das Leben für eine Frau von mehr als 40 Jahren noch zu bieten hat. Foto: t&w

Ildikó von Kürthy und Hubertus Meyer-Burckhardt schauspielern im Theater

oc Lüneburg. Sie hätte es sich ja leicht machen und auf ihre Kernkompetenz setzen können. Aber Ildikó von Kürthy liest nicht einfach aus ihrem „Neuland“-Bestseller, der aktuell Platz sieben der Spiegel-Liste hält. Sie hat eine Show, ein Stück Boulevard in zwei Akten aus dem Thema gebaut, das gefühlt 95 Prozent Frauen — Altersklasse 41 bis 51 — ins volle Theater Lüneburg lockt. Das Thema: Soll das alles gewesen sein? Was kommt noch, wenn am Oberarm das Winkfleisch wackelt und die Nasolabialfalte Furchen gräbt? Ildikó von Kürthy (48) tourt mit wechselnden Partnern durchs Land; in Lüneburg las und spielte Hubertus Meyer-Burckhardt (59) die Autorin fast an die Wand.

Geschrieben hat Kürthy Dialoge für zwei Frauen. Sie folgen auf das Intro, das Meyer-Burckhardt mit Clips an den Ohren liest, später werden beide im Bademantel plaudern. Vor kurzem war von Kürthy mit Jörg Thadeusz in Bardenhagen, sie gibt auch Abende mit Jasmin Wagner und Bärbel Schäfer. In ihrem Buch berichtet von Kürthy von einem Jahr der Experimente, in dem sie all das macht, was frau — vielleicht — mal machen sollte, wenn die Alterskrise naht. Es geht um Selbstoptimierung, vom Diäten über Schweigekloster bis zur Selbstverteidigung und Blondinenwerdung. Als solche wird von Kürthy an diesem Abend auch auf die Bühne staksen.

Vieles aus ihrem Buch verpackt sie in Dialoge, die in erster Linie Pointen prasseln lassen. Dabei verfährt die Autorin nach einem Muster: Sie skizziert anschaulich Alltagsfrust des Alterns und kontrastiert — „das ist wie. . .“ — die Situation mit möglichst krassen Vergleichen. Die sind gut, wenn sie knapp gefasst sind, manche aber kommen doch ziemlich verschwurbelt daher. Das wiederum fällt nicht weiter auf, da der Abend im Vollgasmodus durchgelacht werden kann, Kracher um Kracher.

Dabei fällt Meyer-Burckhardt der weitaus aufwändigere Part zu und das ist gut. Denn er besitzt eine weitaus größere Bühnenpräsenz, er kann mit dem von beiden abgelesenen Text souveräner und (selbst)ironischer umgehen. Ildikó von Kürthy fällt da ein wenig ab, manchmal trägt sie den Text vor, als sei er ihr fremd. Dass beide auch die Hits ihrer Jugend singen, okay, der Saal stimmt gerne ein. Dass die Autorin als blondierte Allerwelts-Schönheit Helene Fischers „Atemlos“ anstimmt, macht aber endgültig klar: Es geht hier um Comedy, auf der Ebene von Formaten wie „Cavewoman“.

Bevorzugt kreisen die Dialoge um den schleichenden Verfall, also um die Phase, in der von Kürthy Oberschenkel wie ein Hagelschaden aussehen lässt etc. Doch die Autorin setzt deutlich eine Botschaft hinter den Spaß, und die heißt: Akzeptieren, Leben genießen! Das genoss die Zielgruppe an diesem langen und lang bejubelten Abend.

16 Kommentare

  1. weitaus, weitaus

    „Schauspielern im Theater“?

    Wo sonst? Im Stadtrat?

    „Dialoge, die in erster Linie Pointen prasseln lassen“?

    Hier sprach der Dachder: Kinder, Küche, Kirche? Popcorn, Pommes, Party und Poeten mit pomeranzpurpurnen Pausbacken !

    „Dialoge um den schleichenden Verfall“?

    Wie uncharmant !

    Beverli Chantal Schmalke (47, Typ Rubens: https://www.youtube.com/watch?v=RxPZh4AnWyk)

    • „“Schauspielern im Theater“?
      Wo sonst? Im Stadtrat?“

      Nö, aber z.B. in der KulturBäckerei!

      „Hier sprach der Dachder…“
      ?
      Merke: Alliterationen allein sind noch nicht komisch!

      „“Dialoge um den schleichenden Verfall“?
      Wie uncharmant!“
      Aber zutreffend!

      Thomas Ney (58, kein Typ)

      • Zum Merksatz von Thomas Ney

        „Alliterationen allein sind noch nicht komisch“?

        Dann kennen Sie nicht des Jugenheimer Dichters, Alex Dreppecs (*1968) denkwürdige Dichtung:

        Lädierter Lattenrost

        Ludwig liebte Lottes Lüsternheit,
        Lockender Locken Liebenswürdigkeit.
        Lotte liebte Ludwig leichtberitten.
        Ludwigs Lagerstättes Latten litten.
        Lottes lebensfrohe Liebeslust
        Lädierte leider Ludwigs Lattenrost.
        Lottes liebster Ludwig lachte lediglich.
        Lädierte Latten? Lamentieren? Lächerlich.
        Liebkoste lieber Lottes Leberflecken,
        Liebte lückenloses Lendenlecken.
        Lothar leimte Ludwigs Lattenrost lattenweise.
        Lotte leckte lieber Ludwigs Latte leise.

        Quelle: http://www.dreppec.de/laedierter_lattenrost.html

        MlG, Cornelia Dittmer

        • Danke, Cornelia. Thomas Ney wird sich freuen. Wieder wurde wohl wenig wichtigtuerisch was wahrhaft Wissenswertes weitergegeben.

  2. „Man soll den Dativ um keinen Preis mit dem Akkusativ verwechseln: das gibt sonst bei Knaben einen Schnitzer, bei prosaischen Musterschreibern ein Verbrechen“, heißt es im „Ersten Stück“ der „Unzeitgemäßen Betrachtungen“ – Kapitel 13, Abschnitt 12.

    Man soll aber auch die Alliteration nicht mit der Allusion verwechseln!

    „Hier sprach der Dachder“ ist die Imperfektversion der berühmten Formel:

    „Hier spricht der Dichter; / daß die Zeit nicht lang[e] wird, / verspricht er.“

    von Robert Gernhardt, Dichter, Schriftsteller, Maler, Karikaturist, Mitbegründer des Satiremagazins „Titanic“ und Schöpfer des geflügelten Wortes „Lieber Gott, nimm es hin, daß ich was Besond’res bin. Und gib ruhig einmal zu, daß ich klüger bin als du. Preise künftig meinen Namen, denn sonst setzt es etwas. Amen.“

    Vielfach umgenutzt, z. B. von Thomas Gsella zu Preis und Ehren eines südhessischen Verwaltungssitzes: http://www.spiegel.de/spam/a-689855.html

    „Alliterationen allein sind noch nicht komisch“?

    Da war Heinz Erhardt anderer Ansicht:
    http://www2.leuphana.de/univativ/40-tage-nuechtern-eine-ehrliche-abrechnung-mit-einem-leben-ohne-rausch/#comment-28861

    „Im Stadtrat, nö“?

    Meiner Meinung nach wären Leben und Zusammenleben einfacher, wenn nicht jeder immer wieder (vergeblich) versuchte, kein Schauspieler zu sein.

    Die, die glauben, sie seien kein Typ, sind meist die ganz typischen Typen.

    MfG, Beverli Chantal Schmalke

    • An Thomas Ney

      Lieber Gott, nimm es hin, daß ich was Besond’res bin. Und gib ruhig einmal zu, daß ich klüger bin als du. Preise künftig meinen Namen, denn sonst setzt es etwas. Amen.“
      kennen sie otto( ostfriese)? wenn nicht, googeln sie mal. dieses gedicht,hatte ich meiner tochter beigebracht. sie hat es im konfirmandenunterricht aufgesagt. es gab eine dolle stimmung. schmunzel

      • Lieber Bruns,

        Sie sind ein Teufelskerl !

        • Läuft die kleine Bruns jetzt mit dem Irrglauben durchs Leben, Robert Gernhardt sei Ostfriese gewesen?

          An dieser doktrinären Abrichtung, der Möglichkeit einer manipulativen Vermittlung eines vom Erzieher falsch, von der Konfirmandin vermutlich gar nicht verstandenen Gedichts, sieht man, warum das Wahlalter einer Reife- oder Volljährigkeitsschwelle bedarf und warum das sog. „Familien-Wahlrecht“ auf demokratische Holzwege führt.

          Im Stellvertreterwahlrecht oder Familienwahlrecht, wobei sie nach § 1626 Absatz 2 BGB verpflichtet wären, ihre Wahlentscheidung zuvor mit dem Kind zu besprechen und dabei Einvernehmen anzustreben.

          Man sieht an dem Bruns´schen Dressurakt sehr schön, problematisch am Familienwahlrecht, nach welchem Eltern gemäß der Anzahl ihrer Kinder unter 18 Jahren die entsprechende Anzahl von zusätzlichen Wahlstimmen zugewiesen werden soll, wobei sie das Stimmrecht ihrer Kinder bis zum Erreichen der Wahlaltersgrenze treuhänderisch ausüben, ist, a) dass die Kinder ihre Wahlentscheidung ihren Eltern mitteilen müssten, b) ihr Wahlgeheimnis also verletzt wäre, und c) die Eltern im Zweifelsfall eine andere Entscheidung treffen könnten, ohne dass die Kinder überhaupt davon erfahren. Außerdem könnten die Eltern unterschiedlicher Meinung darüber sein, welche Partei letztlich gewählt werden soll.

          Ein Familienwahlrecht würde daher den Prinzipien des Grundgesetzes (der allgemeinen, unmittelbaren, freien, gleichen und geheimen Wahl) widersprechen. Denn wenn die Eltern für ihre Kinder wählen dürften, dann hätten sie mehr Stimmen als andere Wähler, die Wahl wäre also nicht mehr gleich. Außerdem wäre die Wahl nicht mehr unmittelbar, da die Kinderwähler selbst keine Kandidaten oder Listen wählen könnten.

          • Läuft die kleine Bruns jetzt mit dem Irrglauben durchs Leben, Robert Gernhardt sei Ostfriese gewesen?
            nein, die kleine ist jetzt 33 jahre alt.ansonsten finde ich ihre einwände lustig. eltern dürfen für ihre kinder verantwortung übernehmen, sich aber bei der wahl nicht für sie einsetzen? es geht um familienpolitik und nicht um dressur. vor was haben sie wirklich angst?

          • übrigens, der weg der erleuchtung ist ein holzweg, kann man bei ihnen gerade gut erkennen.

          • An Klaus Bruns

            Hoffentlich reicht Ihr Englisch:

            https://www.youtube.com/watch?v=OgzjE0LWgwM

            Hier der Text zum Mitsingen:

            I was standing down in Jerusalem Town one day
            I was standing down in Jerusalem Town one day
            I was standing down in Jerusalem Town one day

            singing… I am the way

            I can walk on the water and I can raise the dead
            I can walk on the water and I can raise the dead
            I can walk on the water and I can raise the dead
            it’s easy…. I’m the way

            (spoken: this song has a romantic part to it)

            Don’t tell nobody but I kissed Magdalene
            don’t tell nobody but I kissed Magdalene
            don’t tell nobody but I kissed Magdalene
            right on the mouth
            I said Mary it’s okay I’m the way

            (spoken: this is the pitiful part)

            Every son of God gets a little hard luck sometimes
            Every son of God gets a little hard luck sometimes
            Every son of God gets a little hard luck sometimes
            `specially when he goes around saying he’s the way

            I am the way
            I am the way
            I’m the way

          • Ach, noch in der letzten Stunde
            werde ich verbindlich sein.
            Klopft der Tod an meine Türe,
            ruf ich geschwind: Herein!

            Woran soll es gehn? Ans Sterben?
            Hab ich zwar noch nie gemacht,
            doch wir werd’n das Kind schon schaukeln —
            na, das wäre ja gelacht!

            Interessant so eine Sanduhr!
            Ja, die halt ich gern mal fest.
            Ach – und das ist Ihre Sense?
            Und die gibt mir dann den Rest?

            Wohin soll ich mich jetzt wenden?
            Links? Von Ihnen aus gesehn?
            Ach, von mir aus! Bis zur Grube?
            Und wie soll es weitergehn?

            Ja, die Uhr ist abgelaufen.
            Wollen Sie die jetzt zurück?
            Gibts die irgendwo zu kaufen?
            Ein so ausgefall’nes Stück

            Findet man nicht alle Tage,
            womit ich nur sagen will
            — ach! Ich soll hier nichts mehr sagen?
            Geht in Ordnung! Bin schon

          • Du sihst / wohin du sihst nur Eitelkeit auff Erden.
            Was dieser heute baut / reist jener morgen ein:
            Wo itzund Städte stehn / wird eine Wiesen seyn /
            Auff der ein Schäfers-Kind wird spielen mit den Herden.

            Was itzund prächtig blüht / sol bald zutretten werden.
            Was itzt so pocht vnd trotzt ist morgen Asch vnd Bein /
            Nichts ist / das ewig sey / kein Ertz / kein Marmorstein.
            Itzt lacht das Glück vns an / bald donnern die Beschwerden.

            Der hohen Thaten Ruhm muß wie ein Traum vergehn.
            Soll denn das Spiel der Zeit / der leichte Mensch bestehn?
            Ach! was ist alles diß / was wir vor köstlich achten /

            Als schlechte Nichtigkeit / als Schatten / Staub vnd Wind;
            Als eine Wiesen-Blum / die man nicht wider find’t.
            Noch wil was ewig ist kein einig Mensch betrachten!

            https://www.youtube.com/watch?v=k2YkD7bDkfI

  3. Kommata nach Gefühl, setzen ist auch keine Lösung.

  4. Spitze Spitzen, Thomas Ney ! Und hammerharte (Dieter Bohlen) „Dialoge, die in erster Linie Pointen prasseln lassen“ !

    Haben Sie sich das alles ausgedacht ? Chapeau Claque !

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