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Sie laden heute zur Eröffnung der Ausstellung, von links: Hilke Kohfahl (Gymnasium Oedeme),
Sabine Thümer-Bauereiß (Verein „Miteinander in Europa“) und 
Christina Broesike (Museum Lüneburg). Foto: ff
Sie laden heute zur Eröffnung der Ausstellung, von links: Hilke Kohfahl (Gymnasium Oedeme), Sabine Thümer-Bauereiß (Verein „Miteinander in Europa“) und Christina Broesike (Museum Lüneburg). Foto: ff

Museum Lüneburg zeigt „Mein Bild vom Frieden“

ff Lüneburg. „Auf die Franzosen schieße ich nicht, von denen habe ich so viel gelernt“, sagte Max Beckmann, und: „Auf die Russen auch nicht, Dostojewskij ist mein Freund.“ Das hört sich anekdotisch an. Der Maler, Grafiker und Bildhauer aber schuf mit dem Reigen „Die Hölle“ 1919 einen Bilderzyklus, in dem er die Grauen des Ersten Weltkrieges – und wohl eigene Erinnerungen an die Ostfront und an Flandern – eindrücklich schildert. Diese Lithographien bilden nun die Grundlage der Ausstellung „Mein Bild vom Frieden – Europas Zukunft gestalten“, die heute, Freitag, um 17 Uhr im Museum Lüneburg eröffnet wird.

Am Anfang steht eine Initiative des Lüneburger Vereins „Miteinander in Europa“: Ausgehend von dem Beckmann-Zyklus haben sich Schüler/innen der siebenten bis elften Klassen des Gymnasiums Oedeme in der Regie von Hilke Kohfahl und Jana Middelbeck seit Mitte vergangenen Jahres mit den Ausprägungen von Krieg und Frieden beschäftigt, dabei auch Stilmittel von Künstlern wie dem Bildhauer Thomas Schütte und dem Street-Art-Phänomen Banksy adaptiert. Der Bogen reicht von einem Flüchtlingstreck aus Pappmaché-Figuren über Digital-Foto-Plakate, Acrylmalerei und Linolschnitt bis zu Spray-Schablonen-Techniken.

Echter Frieden ist mehr als nur das Schweigen der Waffen, das zieht sich wie ein roter Faden durch die Präsentation. Natürlich ist die Flüchtlingskrise ein zentrales Thema. Es gibt zynische Kommentare – etwa ein Plakat mit dem dem Titel „Mittelmeer-Kreuzfahrt, death inclusive“ und dem Bild einer Nussschale – und allegorisch aufgeladene Landschaften, Symbole wie Friedenstaube, Händedruck und eben das Schiff, dazu Hinweise auf die ungerechte weltweite Verteilung von Lebensressourcen. Ohne individuelle Freiheit und die Wahrung der Würde ist Frieden in seinen gesellschaftspolitschen Dimensionen nicht denkbar.

Parallel zu der bis 25. Mai laufenden Lüneburger Ausstellung hat der Verein entsprechende Projekte in Jena, Pleven (Bulgarien) und Timisoara (Rumänien) angeschoben. Im Museum gibt es außerdem ein Begleitprogramm:

Dienstag, 3. Mai, 18 Uhr: Podiumsdiskussion „Gemeinsame Verantwortung für ein Miteinander in Europa“, u.a. mit MdB Hiltrud Lotze, Oberbürgermeister Ulrich Mädge, Schulleiter Dieter Stephan und Anwalt Jens-Uwe Thümer.

Sonntag, 22. Mai, 17 bis 21 Uhr: Lesenacht „Krieg und Frieden“.