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(v.l.) Ballettdirektor Olaf Schmidt, Sabine Bahnsen (Junge Bühne T.3), Chefdramaturg Friedrich von Mansberg, Intendant Hajo Fouquet, Verwaltungsdirektor Volker Degen-Feldmann,  Schauspieldramaturgin Hilke Bultmann und Musikdirektor Thomas Dorsch haben die Spieltzeit 2016/17 vorgestellt.
(v.l.) Ballettdirektor Olaf Schmidt, Sabine Bahnsen (Junge Bühne T.3), Chefdramaturg Friedrich von Mansberg, Intendant Hajo Fouquet, Verwaltungsdirektor Volker Degen-Feldmann, Schauspieldramaturgin Hilke Bultmann und Musikdirektor Thomas Dorsch haben die Spieltzeit 2016/17 vorgestellt.

Das Theater Lüneburg stellt seine Pläne für die Spielzeit 2016/17 vor

oc Lüneburg. Volker Degen-Feldmann saß nicht auf dem Podium. Der Geschäftsführer des Theaters hätte ja nur zu berichten, dass es wieder sehr gut aussieht bei den Besucherzahlen. Die 100.000-Marke werde wieder erreicht in der noch zwei Monate laufenden Spielzeit. Darauf wies denn Degen-Feldmanns Kollege Hajo Fouquet zu Beginn der Pressekonferenz zur Spielzeit 2016/17 hin. Dann ging es Stück um Stück, Name um Name, Termin um Termin quer durch eine Fülle von Angeboten, und bei Shakespeare schlugen die Planer gleich doppelt nach.

Denn passend zum Shakespeare-Jahr gibt es zwei berühmte Werke des vor 400 Jahren gestorbenen Dramatikers. Die Verdi-Oper „Otello“ ist zum Saisonstart am 17. September zu erleben, zubereitet von Hajo Fouquet (Regie) und Thomas Dorsch (Musik). Erstes Schauspiel der Saison wird „Hamlet“ — am 23. September, inszeniert von Malte Kreutzfeldt. Er ist einer von einigen neuen Regisseuren, die in Lüneburg arbeiten werden. Das kündigte Hilke Bultmann an, die selbst neu ist und zur Saison 2016/17 von Katja Stoppa die Position der Leitenden Dramaturgin des Schauspiels übernimmt.

Es kommt zu einem weiteren Doppel eines berühmten Namens. Zweimal wird das Theater ein Musical von Andrew Lloyd Webber aufführen. „Evita“, das vielleicht stärkste Stück des Briten, ist ab 12. November im Großen Haus zu erleben. Das Solostück „Tell Me On A Sunday“ folgt ab 27. Januar 2017 im T.NT-Studio. Die alles entscheidende Partie wird jeweils von Dorothea Maria Müller gesungen.

Zu den Dingen, die das Theater Lüneburg auszeichnen, gehören die spartenübergreifende Arbeit und die Kooperation mit Partnern. Zu den spannendsten Projekten der nächsten Saison dürfte „Schlafes Bruder“ gehören. Ballettchef Olaf Schmidt hat aus dem Roman von Robert Schneider schon einmal ein Ballett geformt, für das er großes Lob vom Autor bekam. Nun wird der Roman zu einem Musiktheater ausgeweitet, bei dem die Kantoreien von St. Johannis und St. Michaelis mitwirken; das lief schon bei „Carmina burana“ mit überragendem Erfolg. Aber Geduld! Die Premiere findet erst am 4. März 2017 statt. Und bis dahin gibt es vieles anderes zu entdecken.

Die weiteren Premieren im Großen Haus im Überblick:

29. Oktober: „Frau Müller muss weg“, Schauspiel von Lutz Hübner.
25. November: „Das Dschungelbuch“, Familienstück nach Rudyard Kipling.
14. Januar 2017: „Die Geschichte von Blanche und Marie“, Tanzstück von Olaf Schmidt nach Per Olov Enquist mit Musik von Thomas Dorsch.
10. Februar: „Der goldene Drache“, Schauspiel von Roland Schimmelpfennig.
24. März: „Effi Briest“, Schauspiel nach Fontane.
6. Mai: „Jenseits von Eden“, Schauspiel nach John Steinbeck.
19. Mai: „Laura oder Immer Ärger mit dem schwarzen Schwan“, Tanzstück von Olaf Schmidt.
17. Juni: „Hänsel und Gretel“, Oper von Engelbert Humperdinck.

Zu einem Erfolgsmodell hat sich die Junge Bühne T.3 entwickelt. Als das Haus öffnete, wurde als ehrgeizig empfundenes Ziel die jährliche Besucherzahl 10000 angepeilt. Tatsächlich liegt sie laut Intendant Hajo Fouquet bei 15.000. Zu den neuen Plänen im T.3 zählen das Familienballett „Aladin“ (16. September), das Schauspiel „Cyrano“ (28. Oktober) und für junges Publikum aufbereitete Musiktheaterstücke wie das Musical „Oliver!“ (13. Oktober) und die Dvorak-Oper „Die kleine Meerjungfrau Rusalka“ (5. Mai 2017).

Viel Leben füllt weiterhin das T.NT-Studio: Martin Skoda wird dort ab 25. September das Solo „Der Kontrabass“ spielen, Philip Richert als Lulu Mimeuse ein neues Programm namens „Viva la Diva“ (ab 15. Dezember) präsentieren. Zu den ungewöhnlichen Produktionen zählt die Operette „Das Feuerwerk“, die Hajo Fouquet mit dem Haus-Chor sowie Burkhard Schmeer, Claudine Tadlock und der neuen Sopranistin Signe Ravn Heiberg inszeniert, was einen guten, aber wahren Scherz zum 1. April 2017 verspricht.

„Mehr als Spiel“ lautet das Motto der Spielzeit 2016/17. Das ist eine inhaltliche Ansage, denn das Theater wird sich aus dem Haus heraus bewegen und Themen der Zeit ins Haus hineinholen. Es arbeitet mit Kindern und mit Senioren, im Schauspiel, beim Tanz und bei Konzerten. Auch die Symphoniker werden viel zu tun bekommen, bei Familien-, Meister- und Kammerkonzerten. Sie fangen auch als erste an, mit einem Familienkonzert zum Theaterfest am 28. August.

Neue Sänger, Spieler, Tänzer werden zu den vertrauten kommen. Auch im neuen Spielplan gibt es ein paar alte Bekannte, etwa den „Struwwelpeter“ im T.NT-Foyer. Eines, was sich auch wiederholt, hätte Volker Degen-Feldmann noch berichten können: Es wird ein wenig an der Preisschraube gedreht, aber nicht bei den Kinderprojekten.

Casting: Wer will bei „Oliver!“ mispielen?

Für Lionel Barts Musical „Oliver!“, das am 13. Oktober Premiere auf der Jungen Bühne T.3 feiern wird, sucht das Theater Lüneburg junge Darsteller — besonders Jungen — im Alter zwischen elf und 16 Jahren, die Lust haben zu schauspielern, zu singen und ein wenig zu tanzen. Ein offenes Casting findet bereits am Montag und Dienstag, 2./3. Mai, jeweils zwischen 16 und 18 Uhr statt. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Interessierte melden sich am Bühneneingang, An den Reeperbahnen 3. Falls es ein Lied gibt, das die Casting-Teilnehmer gerne vorsingen möchten, können hierzu gerne Noten mitgebracht werden. Dies ist jedoch keine Voraussetzung. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

One comment

  1. wo findet man den genaueren Spielplan (Theater) ? Wir möchten im Juli in Lüneburg sein